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Wein: gesund oder ungesund?

Ist Wein nun gesund oder ungesund? Und wie viel Wein sollte man trinken? In diesem Beitrag fassen wir einige Studien zu dem Thema für Sie zusammen.

Wirkung auf Herz und Gefäße

Wein: Schutz für Herz und Kreislauf

Wer regelmäßig, aber maßvoll Wein trinkt, hat ein um etwa 30% geringeres Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als ein Abstinenzler. Und im Schnitt lebt er auch länger. Das ist das Fazit aus einer ganzen Reihe aktueller Studien zu diesem Thema.

Weniger Herzinfarkte, längeres Leben

In einer italienischen Studie sind die Gesundheitsdaten von rund 1 Million Menschen analysiert und mit dem Weinkonsum verglichen worden. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Diejenigen, die regelmäßig 1-2 Gläser Wein pro Tag trinken, bekommen seltener Arteriosklerose und Herzinfarkt als diejenigen, die gänzlich auf Alkohol verzichten. Wer allerdings deutlich mehr trinkt, ist auch gefährdeter. Die optimale Menge scheint demnach bei 2-3 kleinen Gläsern (Männer) bzw. 1-2 kleinen Gläsern (Frauen) zu liegen. Die moderaten Weintrinker haben außerdem nicht nur ein gesünderes Herz – sie leben auch länger. Zumindest im statistischen Mittel.

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kam die französisch-irische PRIME-Studie. Hier wurden bei rund 10.000 Männern die Auswirkungen unterschiedlichen Alkoholkonsums untersucht. Und auch hier war ein maßvoller Genuss von Wein der beste Herzschutz. Allerdings zeigte insbesondere diese Studie auch, dass heftigerer Alkoholkonsum den gegenteiligen Effekt hat. Und zwar auch dann, wenn dieser nur gelegentlich stattfindet. Sich regelmäßig am Wochenende volllaufen zu lassen, verkürzt das Leben also eher.

Wein öffnet die Gefäße

Ganz offensichtlich entfaltet Wein seine Schutzwirkung also nur, wenn er in gleichmäßigen und überschaubaren Dosen zugeführt wird. Ganz ähnlich, wie bei einem Medikament. Das ist bei näherem Hinsehen auch verständlich. Denn Wein schützt das Herz, weil seine Inhaltsstoffe, namentlich Resveratrol, der Gefäßverkalkung entgegenwirken und die Blutfette wie Cholesterin positiv beeinflussen. Das ist mittlerweile in mehreren experimentellen Studien nachgewiesen worden.

Weitere Informationen zu Resveratrol finden Sie hier.

Übrigens ist Wein auch dann noch ein Schutzfaktor, wenn es schon massive Probleme mit dem Herzen gibt. In einer anderen Studie aus Frankreich wurde nämlich nachgewiesen, dass bei Menschen mit überstandenem Herzinfarkt moderater Weinkonsum in der Folgezeit das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt senkt. Angesichts der Wirkweise von Wein ist das ja auch gar nicht so überraschend.

Es muss schon Wein sein

Und auch bei arteriellen Verschlusskrankheiten (Verstopfung der Arterien in den Beinen, Schaufensterkrankheit) scheint Wein seine Schutzwirkung zu entfalten. In einer niederländischen Studie an Patienten mit diesen Gefäßerkrankungen hatten diejenigen, die moderat Wein tranken, die deutlich bessere Prognose.

Zum Schluss noch eine betrübliche Nachricht für viele Menschen hierzulande. Das speziell von den Deutschen so beliebte Bier hat all diese Schutzeffekte nicht oder zumindest nur in geringerem Ausmaß. Das ergab eine aktuelle, zusammenfassende Analyse von sieben Studien zu dieser Fragestellung.

Warum haben Franzosen seltener Herzprobleme?

Wahrscheinlich wegen des Rotweins. Unsere westlichen Nachbarn sterben nicht nur weniger oft an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie leben auch insgesamt länger als Deutsche oder Amerikaner – und das trotz vergleichbarer Cholesterin-Werte und reichlichem Alkoholkonsum.

Diese statistische Tatsache wird in Wissenschaftskreisen als das französische Paradox (French Paradox) bezeichnet. Zugeschrieben wird sie dem Rotwein, auf dem der hohe Alkoholkonsum in Frankreich maßgeblich beruht.

Ein Ire bemerkte es zuerst

Interessanterweise wurde der Begriff in den 1990er Jahren von einem Forscher der Universität Bordeaux geprägt. Dem kann man natürlich nachsagen, dass er den Weinverkauf seiner Freunde im Sinne hatte. Beobachtet wurde das Phänomen aber schon im frühen 19. Jahrhundert von einem irischen Arzt. Der erscheint in Bezug auf exportwirtschaftliche Weininteressen eher unverdächtig.

Es gibt auch Zweifler

Eine WHO-Studie kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Häufigkeit von Herzerkrankungen in der Grande Nation unterschätzt wird. Auch andere Daten lassen den scheinbar klaren Vorteil von Rotwein gegenüber seinen alkoholischen Konkurrenten in zweifelhaftem Licht erscheinen.

Dennoch bleiben unterm Strich viele Argumente für eine gesundheitsfördernde Wirkung von maßvollem Weingenuss. Apropos: Der nachweislich älteste Mensch der Welt war übrigens auch eine Französin. Jeanne Calment wurde 122 Jahre alt. Als lebensverlängernd betrachtete sie selbst vor allem den Genuss von Olivenöl, Knoblauch und Gemüse. Das klingt schon weniger paradox.

Wirkung aufs Gehirn

Schützt Wein gegen Demenz?

Frauen, die als einzigen Alkohol Wein trinken, erkranken seltener an Demenz. Gehören hingegen auch Bier oder Schnaps zu den regelmäßigeren Getränken, ist dieser Schutz-Effekt nicht mehr vorhanden. Das haben schwedische Forscher an der Universität Göteborg herausgefunden.

In der Studie werden knapp 1.500 Frauen bereits seit 1968 beobachtet. Neben dem Gesundheitszustand wird dabei unter anderem auch der Alkoholgenuss erfasst.

Im Jahre 2002 waren 162 dieser Frauen an Demenz erkrankt. Diejenigen unter ihnen, die mehr als einmal pro Monat Wein tranken, erkrankten deutlich seltener. Ein solcher Zusammenhang fand sich für kein anderes alkoholisches Getränk, auch nicht für Bier. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass es Wein-spezifische Inhaltsstoffe sind, die den Demenz-Schutz bewirken. Und dabei geht es vor allem um das Resveratrol.

Bewiesen ist noch nichts

Allerdings betonen sie auch, dass es für eine Empfehlung zum Weinkonsum aufgrund dieser Studie noch zu früh sei. Denn ein Beweis ist das noch nicht. So könnte es immerhin auch sein, dass man Weintrinkerinnen häufiger unter Frauen mit einer guten Ausbildung findet – und das soll ja angeblich auch das Demenz-Risiko senken. Wobei auch dieser Zusammenhang noch umstritten ist.

Die schlechte Nachricht für weintrinkende Männer: Nach Ansicht der Schweden lassen sich diese Ergebnisse nicht auf das männliche Geschlecht übertragen. Denn deren Trinkgewohnheiten seien komplett anders.

Quellen:

  • European Society of Cardiology
  • American Journal of Epidemiology

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