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Was ist ein offenes Foramen ovale?

Ein offenes Foramen ovale ist eine Öffnung zwischen rechtem und linkem Herzen. Genauer gesagt zwischen den beiden Vorhöfen. Eine Art Fenster, durch das Blut vom rechten Vorhof in den linken Vorhof fließen kann. Während unserer Zeit im Mutterbauch ist dieses Loch immer offen – und muss auch offen sein. Denn da wir in dieser Phase noch nicht durch die Lungen atmen, muss das venöse Blut direkt vom rechten ins linke Herz geleitet werden.

Wenn das Fenster offen bleibt

Nach der Geburt verschließt sich das Foramen ovale normalerweise. Allerdings längst nicht immer. Bei 25% aller Menschen aber schließt sich die Öffnung nicht vollständig. Es kommt zum offenen Foramen ovale. Allein an der Häufigkeit dieser Erscheinung kann man ersehen, dass das kein großes Problem ist. Da nach der Geburt ein Lungenkreislauf existiert, wandert das Blut trotz dieser kleinen Öffnung fast vollständig vom rechten Herzen in die Lunge.

Ein Grund zur Behandlung oder gar zur Operation besteht also nicht – von ganz seltenen Ausnahmen mal abgesehen. Es gibt allerdings trotzdem zwei Probleme, von denen man wissen muss.

Alltag

Warum muss man mit offenem Foramen ovale beim Tauchen aufpassen?

Mit einem offenen Foramen ovale sollte man nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt tauchen. Gerätetauchen ist hier gemeint, nicht Schnorcheln. Denn beim Gerätetauchen kann es durch die Druckerhöhung zu Problemen kommen, wenn kleine Blutblasen durch die Herzöffnung gedrückt werden und in das arterielle System gelangen.

Stimmt es, dass ein offenes Foramen ovale die Gefahr für einen Schlaganfall erhöht?

Ja. Das Risiko ist fast doppelt so hoch. Aber das ist nur relevant, wenn entsprechende Risikofaktoren hinzukommen, nur dann besteht ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Und zwar deshalb, weil kleinere Blutgerinnsel, die zum Beispiel aus den Beinen (Thrombose) hochgespült werden, in Ausnahmefällen durch die Herzöffnung in den arteriellen Kreislauf gelangen können. Das kann zum Beispiel bei starkem Niesen passieren, wenn tatsächlich gerade in diesem Moment ein solcher Thrombus durchs Herz schwimmt.

Während dieses kleine Blutgerinnsel in der Lunge meist noch gut abgebaut werden kann (sonst droht auch hier eine Lungenembolie), kann es bei Übergang in das linke Herz schlimmstenfalls eine Gehirnarterie verstopfen und damit zum Schlaganfall führen. Allerdings droht das nur dann, wenn auch weitere Risikofaktoren oder massive Durchblutungsprobleme bestehen (Thrombose, Arteriosklerose). Normalerweise muss man sich also mit einem offenen Foramen ovale keine großen Sorgen machen.

Kein Grund zur Panik

Eine weitere Ursache für einen Schlaganfall können kleine Blutgerinnsel sein, die sich direkt am offenen Foramen ovale bilden. Da es hier immer wieder zu kleinen Strudelbildungen kommt, kann das theoretisch passieren. Und wenn sich dann solch ein Blutklumpen löst, wird er evtl. Richtung Gehirn gespült.

Allerdings muss man jetzt auch gleich vor übertriebenen Ängsten warnen. Bei den meisten Menschen mit offenem Foramen ovale passiert all das nicht. Nur wenn noch der eine oder andere ungünstige Faktor hinzukommt, wird es über die Jahre und Jahrzehnte gefährlich. Wenn man zum Beispiel ohnehin zu Durchblutungsstörungen, Thrombosen oder Arteriosklerose neigt. Aber selbst dann würde man ein offenes Foramen ovale nicht operieren, sondern allenfalls den Gefäßstatus häufiger kontrollieren und andere Schlaganfall-Risiken versuchen zu minimieren (Bewegung, gesunde Ernährung etc.). Und das lohnt sich ja so oder so. 

Quellen:

  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft
  • Ghanem, A., Liebetrau, C., Diener, HC. et al. Interventioneller PFO-Verschluss. Kardiologe (2018) 12: 415. https://doi.org/10.1007/s12181-018-0277-y. www.leitlinien.dgk.org.

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Autor unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

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