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Augen-Lasern: Einsatzgebiete, Vorteile, Nachteile und Kosten

Was bedeutet LASIK? Was spricht für, was gegen das Augen-Lasern? Wie genau läuft die OP ab, und was muss ich dabei beachten? Zahlt meine Krankenkasse die Behandlung? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten rund um das Augen-Lasern.

LASIK (oft auch Lasik geschrieben) steht für eine Methode zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit mittels Laser, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Vielen von Ihnen dürfte der Begriff schon einmal begegnet sein. Die Wenigsten werden allerdings wissen, welches Wortgebilde sich hinter dieser Abkürzung verbirgt und was es bedeutet: Laser-in-situ-Keratomileusis. Ins Deutsche könnte man es in etwa als „die Hornhaut an Ort und Stelle mit dem Laser modellieren“ übersetzen.

Welche Vorteile hat das Augenlasern? Und welche Nachteile?

Das kommt darauf an, womit man das Lasern vergleicht. Im Vergleich zu einer Brille ist der größte Vorteil die verbesserte Sehkraft nach dem Eingriff. Zugleich ist es aber eben ein operativer Eingriff, womit wir beim Nachteil sind. Wie bei jeder anderen Operation auch sind auch beim Augenlasern Komplikationen nicht völlig auszuschließen. Das wird von den Anbietern naturgemäß weniger betont als von Kritikern dieser Methode.

Kaum Schmerzen nach dem Eingriff

Tauchen wir etwas tiefer ein: Ein Hauptvorteil vom Augenlasern (LASIK) gegenüber anderen operativen Verfahren zur Verbesserung des Sehvermögens ist die weitgehende Schmerzfreiheit direkt nach dem Eingriff. Zudem stellt sich die gewünschte Sehkraft normalerweise sehr schnell ein, schon in den ersten Tagen nach dem Lasern. Das Risiko für eine Narbenbildung der behandelten Hornhaut ist vergleichsweise ziemlich gering, so dass auch daraus resultierende Komplikationen mit Beschwerden und Sehverschlechterung kaum zu erwarten sind.

Wie bei jedem operativen Eingriff sind aber auch mit LASIK gewisse potenzielle Nachteile verbunden. Zu den allgemeinen Risiken gehören vor allem Schnittfehler und Infektionen. Außerdem besteht die Gefahr, dass es zum Einwachsen von Epithelzellen kommt, speziell an den Schnitträndern der Hornhaut.

Wie gut kann man nach einem Augenlaser-Eingriff (Lasik) sehen?

Insgesamt sind die Ergebnisse, die mit dem Augenlaser-Verfahren erzielt werden können, recht gut. Mittlerweile liegt die Erfolgsrate des Laserns einer Kursichtigkeit bei etwa 84% – mit einer Abweichung von einer halben Dioptrie (0,5 dpt) vom angestrebten Sehwert. Bezogen auf eine Abweichung von 1,0 dpt liegt die Rate sogar bei 95%.

Bei Weitsichtigen sind die bisher ermittelten Erfolgsraten nicht ganz so gut. Eine maximale Abweichung um 0,5 dpt vom Zielwert wird nur bei ca. 70% von ihnen erreicht. Bei einem Abweichungsbereich von 1,0 dpt sind es aber immerhin 91%.

Die Rate der notwendigen Nachbehandlungen nimmt im Verlauf eines Jahres auf 5% ab.

Deutliche Verbesserungen während der letzten Jahre

Zu den Faktoren, die das Lasik-Ergebnis beeinflussen, zählen vor allem das Können und die Erfahrung des Operateurs, das verwendete Instrumentarium und die individuellen Voraussetzungen, die Sie selbst mitbringen. Seit den ersten Untersuchungen konnte die Erfolgsquote durch die technische Weiterentwicklung, laufende Verbesserungen der Prozesse und die zunehmende Erfahrung der Laserchirurgen weiter gesteigert werden. In etwa 10-20% der Fälle erfolgt nach der Lasik-Behandlung eine Nach-Laserung.

Langzeitergebnisse über mehrere Jahrzehnte sind beim Lasik-Verfahren, das seit 1990 zum Einsatz kommt, allerdings noch weitgehend unbekannt.

Augen lasern: Wie läuft die LASIK-Operation ab?

Die Laser-Korrektur der Augen erscheint vielen etwas unheimlich. Dass einem ein Laserstrahl die Hornhaut zurechtbrennen soll, klingt ja auch ein bisschen angtseinflößend. Letztlich ist das aber ein Routine-Eingriff, wie viele andere Operationen auch. Sich vorher ausführlich zu informieren (auch über die Erfahrung des Arztes), macht sehr viel Sinn, übermäßige Angst ist aber nicht angebracht.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch zu wissen: Die LASIK-Operation verläuft normalerweise von Anfang bis Ende schmerzfrei. Auch den Laserstrahl spüren Sie nicht, jedenfalls nicht direkt. Es entsteht lediglich ein Gefühlseindruck wie bei einem feinen Sprühregen, der das Auge benetzt.

Wer es etwas genauer wissen will, kann im folgenden nachlesen, was genau der Augen-Chirurg tut. Wer das nicht will. Weiter unten kommen wir dann wieder zum praktischen Leben.

Es geht los: unmittelbar vor dem Eingriff

Vor der Operation wird der Bereich um Ihre Augen gründlich gereinigt. Mit Haube und Überschuhen, eventuell auch Kittel, geht es dann weiter in den OP-Bereich. Eine Begleitperson dürfen Sie übrigens  in der Regel dorthin mitnehmen.

Sie legen sich auf eine Liege und erhalten zur örtlichen Betäubung Augentropfen. Nach Justierung des Lasers und Eingabe Ihrer individuellen Werte demonstriert der Operateur Ihnen, wie sich der Laser anhört und probt mit Ihnen kurz die sogenannte Lichtfixation: Während der OP fixieren Sie mit Ihrem Blick einen in der Regel grünen, blinkenden Lichtpunkt, der Ihnen hilft, die richtige Augenstellung einzuhalten.

Aber keine Sorge, Sie können nichts falsch machen. Ihre Augenbewegungen werden von einem speziellen Mechanismus („Eyetracker“) kontrolliert, der den Laserstrahl immer im Zielgebiet hält. Damit wird sichergestellt, dass nur der anvisierte Hornhautbereich getroffen wird, und das mikrometergenau. Falls Sie versehentlich wegsehen, schaltet der Laser automatisch ab. Es besteht auch keine Gefahr, dass Sie die Augen im falschen Moment schließen. Denn die hält ein kleiner Lidhalter geöffnet.

Nur für Hartgesottene: Erster OP-Schritt

Zur Vorbereitung Ihres Auges für die Laserbehandlung gibt es verschiedene Strategien. Beim LASIK-Verfahren wird mit einem Hornhauthobel (Mikrokeratom, herkömmliche Methode) oder einem Femto-Sekunden-Laser (Femto-LASIK) eine kleine Hornhautlamelle (Flap) erzeugt. Dazu wird Ihr Auge mit einem Saugring fixiert (ist nicht schlimm). Je nach Verfahren fährt anschließend der bewegliche Schneidkopf des Mikrokeratoms mit einer oszillierenden Klinge über Ihr Auge oder Ring und Femto-Sekunden-Laser werden miteinander verbunden.

In beiden Fällen wird der Flap automatisch präpariert und nach nur etwa 15 Sekunden ist dieser OP-Abschnitt bereits beendet. Sie sehen dabei übrigens nicht zu, denn mit dem fixierten Auge und bei ansteigendem Augeninnendruck, der den Sehnerv abdrückt, können SIe gar nichts mehr sehen. Ihre Sehkraft kehrt aber danach gleich wieder zurück.

Nur für Hartgesottene: Zweiter Schritt

Die Liege fährt Sie nun unter einen Excimer-Laser und Sie erhalten sterile Abdeckungen auf Gesicht und Lider. Außerdem wird ein kleiner Lidhalter in Ihr Auge eingesetzt, der verhindert, dass Sie es unbewusst schließen. Der Operateur klappt jetzt den Flap wie einen lapprigen Buchdeckel um, prüft die Fixation und startet den Laser zur Abtragung der freiliegenden Hornhaut im gewünschten Ausmaß. Die Impuls-Serien des Lasers können Sie hören. Anschließend schiebt der Augenchirurg den Flap als Schutz wieder über den laserbehandelten Hornhautbereich. Die Dauer dieses zweiten Schrittes beträgt je nach Dioptrienzahl zwischen 5 und 20 Sekunden.

Nach rund 20 Minuten ist schon alles vorbei

Ihr Auge wird abschließend mit einer Kontaktlinse versorgt, die den Heilungsprozess unterstützt. Insgesamt dauert der Eingriff an einem Auge etwa 10 Minuten, die gesamte Operation also etwa 20 Minuten.

Nebliges Sehen und Brennen geht schnell vorbei

Nach der Operation werden Sie in den Entspannungsraum begleitet, wo Sie sich vor dem abschließenden Gespräch entspannen können. Unmittelbar nach dem Eingriff sehen Sie möglicherweise zunächst alles etwas neblig und Ihre Augen beginnen zu brennen und zu tränen. Das verschwindet normalerweise in den nächsten Stunden wieder. Das Brennen kann mit Augentropfen, die Sie vom Behandlungsteam erhalten, gestillt werden, und das Tränen ist für den Heilungsprozess sogar von großer Bedeutung.

Augen danach oft sehr trocken

Unangenehmer ist eine häufig zu beobachtende starke Trockenheit im Auge, für die Sie spezielle, feuchtigkeitsspendende Augentropfen erhalten. Zur Vorbeugung von Infektionen und Wundheilungsstörungen wird Ihnen der Augenarzt für die ersten Tage nach der OP in der Regel auch Kortison-/Antibiotika-Tropfen verschreiben.

Sie finden im Internet übrigens auch kurze Videoclips, die als OP-Mitschnitt zeigen, was da am Auge abläuft. Zur Vorbereitung ist das sehr interessant, aber abhängig von der Sensibilität vielleicht nicht für jeden/jede geeignet.

Was passiert in den Tagen vor und nach dem Lasern?

Zu den wichtigsten Vorbereitungen auf eine Augenlaser-Operation gehört das Gespräch mit dem Augenarzt bzw. mit dem Laser-Chirurgen. Also demjenigen, der den Eingriff bei Ihnen vornimmt. Dabei sollte Sie der Arzt über den Ablauf der Operation, aber auch die Risiken und möglichen Komplikationen informieren.

Wenn er das gut macht, wird er mit Ihnen auch über alternative Behandlungen sprechen. Denn es geht nicht nur um eine einseitige Informationsmitteilung, sondern um die gemeinsame Entscheidung, welche Methode in Ihrem Fall als die bestmögliche gewählt wird. Das herauszufinden ist leider oft gar nicht so leicht. Die Basis dafür sind exakte Untersuchungsergebnisse.

Wichtig: Kontaktlinsen-Pause vor der OP

Wichtig ist eine kontaktlinsenfreie Phase vor dem Eingriff. Eine übliche Empfehlung lautet, harte Kontaktlinsen vier Wochen und weiche Kontaktlinsen zwei Wochen vor dem OP-Termin abzusetzen. Als Träger harter Kontaktlinsen können SIe stattdessen bis zwei Wochen vor der OP auf weiche Linsen umsteigen. Auch vor der Voruntersuchung sollten Sie für mindestens 24 Stunden auf Ihre Kontaktlinsen verzichten.

Vorbereitende Untersuchungen

Zu den  Untersuchungen am Auge im Rahmen der OP-Vorbereitung zählen:

  • Visus und Refraktion: objektive und subjektive Bestimmung der Brechkraft Ihrer Augen (Dioptrienzahl).
  • Pachymetrie: ultraschallgesteuerte Abmessung Ihrer Hornhautdicke.
  • Topographie: Analyse Ihrer Hornhautwölbung, wobei auch eventuell bestehende Hornhauterkrankungen oder -vernarbungen festgestellt werden können.
  • Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks zum Ausschluss eines grünen Stars.
  • Pupillometrie: Ermittlung des maximalen Pupillendurchmessers Ihrer Augen bei Nacht. Der festgestellte Wert darf nicht größer als der gelaserte Hornhautbereich sein, um eine verstärkte Blendempfindlichkeit nach der Behandlung zu vermeiden.
  • Biometrie: Vermessung der Länge des Augapfels.
  • Netzhautdiagnostik: Erweiterung der Pupillen mittels Augentropfen und Prüfung auf Degeneration der Netzhaut sowie Schwachstellen insbesondere am Netzhautrand.
  • Untersuchung des Tränenfilms auf Zusammensetzung und Produktionsmenge

Woran Sie in den Tagen vor und nach dem Eingriff denken müssen

  • Waschen Sie am Vorabend und am Morgen vor der Augenlaser-OP das Gesicht bzw. die Augenpartie mit einem milden Reinigungsmittel und verzichten Sie auf Make-up!
  • Benutzen Sie am OP-Tag kein Parfüm, Rasierwasser oder andere alkoholhaltige Kosmetika!
  • Bringen Sie zur Behandlung eine Begleitperson mit, da Sie nach der Augenlaser-OP nicht selbst Auto fahren dürfen.
  • Frühstücken können sie ganz normal, es ist sogar empfehlenswert. Sie müssen nur nüchtern sein, falls der Eingriff in Narkose erfolgen soll.
  • Sorgen Sie aus Gründen der Sicherheit und ungestörten Erholung dafür, dass Sie nach der Augenlaser-OP die ersten 4-6 Stunden nicht alleine zu Hause sind.
  • Bringen Sie eine Sonnenbrille ohne Stärke mit, die Sie nach dem Eingriff zum Schutz Ihrer Augen tragen können.
  • Bringen Sie Ihre Unterlagen zum OP-Temin mit.
  • Nach einer Augenlaser-OP sollten Sie für zwei Wochen auf Schwimmen, Saunabesuch, Fußball, Kampfsportarten und das Schminken der Augenpartie verzichten.

Wird das Augenlasern von der Krankenkasse erstattet?

Die Erstattungsfrage beim Augenlasern hängt zum einen von der Art der Lasertherapie und zum anderen von der Art der Krankenkasse ab. Die Laser-Behandlung der Augen, ob nun Lasik, Lasek und das ältere PRK-Verfahren, werden als nicht notwendige medizinische Maßnahmen von der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nicht übernommen.

Unter den privaten Krankenkassen übernehmen einige die Kosten teilweise oder sogar vollständig. Sie sollten die Kostenübernahme also vorher abklären.

Nur bei Behandlungsverfahren, die als medizinisch notwendig gelten, werden die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen von allen Kassen erstattet. Das betrifft die Phototherapeutische Keratektomie (PTK), die Laserphotokoagulation und die Photodynamische Therapie (PDT). Hinter diesen sperrigen Namen stecken spezielle Behandlungsmethoden, zum Beispiel bei krankhaften Hornhautveränderungen. Mit dem "normalen" Lasern einer Kurzsichtigkeit haben sie nichts zu tun.

Wann ist Augenlasern nicht möglich?

Die Laser-Therapie einer Fehlsichtigkeit wird immer populärer, es gibt allerdings auch Situationen, in denen diese Behandlung nicht in Betracht kommt. Bei folgenden Gegebenheiten wird keine Behandlung einer Fehlsichtigkeit mit dem Laser durchgeführt:

  • Alter unter 18 Jahren
  • zu geringe Hornhautdicke (unter 480 µm)
  • instabile, sich noch verändernde Sehfehler; Änderung der Brechkraft (geänderte Brillenwerte) in den letzten 1-2 Jahren
  • zu starke Fehlsichtigkeit: Kurzsichtigkeit mehr als minus 8 Dioptrien (manchmal auch erst ab mehr als -10), Weitsichtigkeit mehr als plus 4 Dioptrien, Stabsichtigkeit mehr als +6 Dioptrien
  • Veränderungen der tieferen Hornhautschichten
  • zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit
  • Augeninfektionen
  • Augenkrankheiten wie Grauer Star, Grüner Star oder chronische Hornhauterkrankungen
  • Wundheilungsstörungen und Gefäßneubildungen an der Aderhaut
  • unbehandelte Schadstellen an der Netzhaut
  • unzureichend eingestellter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • fehlende Kooperationsbereitschaft des Betroffenen während der Laserbehandlung

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