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Psychopharmaka: Wirkung und Nebenwirkungen

Psychopharmaka haben keinen guten Ruf. Dennoch werden sie sehr häufig von Ärzten verordnet und vor allem Beruhigungsmittel und Antidepressiva werden von Vielen auch auf eigenen Wunsch über Jahre und Jahrzehnte eingenommen. Der folgende Beitrag, der sich noch im Aufbau befindet, soll die Vorteile und Nachteile von Psychopharmaka beleuchten.

Nebenwirkungen

Warum nehmen Menschen, die Psychopharmaka erhalten, häufig an Gewicht zu?

Medikamente, die auf den Hirnstoffwechsel wirken, wie Neuroleptika und Antidepressiva, führen häufig zu einer Gewichtszunahme. Ursache ist zum einen der veränderte Hirnstoffwechsel selbst, zum anderen die therapeutische Wirkung der Substanzen.

Einfluss der Erkrankung selbst

Im Grunde ist es eine ganz einfache Rechnung: Wir nehmen zu, wenn wir entweder über die Nahrung mehr Energie aufnehmen, oder wenn sich der Energieverbrauch und damit die Energiebilanz ändert. Beides kann sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die Behandlung beeinflusst werden.

Bei psychischen Erkrankungen können Botenstoffe derart verändert sein und aus dem Gleichgewicht geraten, dass sich das auch auf den Appetit und das Essverhalten auswirkt. Außerdem können bestimmte Symptome beeinflussen, was und wieviel jemand isst. Wer niedergeschlagen, antriebslos oder ängstlich ist, dem vergeht der Appetit oft. Manchmal haben die Beschwerden aber auch genau den gegenteiligen Effekt.

Mehr Appetit unter Psychopharmaka

Medikamente können das Gewicht auf zweierlei Wegen verändern: entweder durch die biochemische Wirkung im Körper oder durch die spürbaren Effekte auf die Symptome, also den Behandlungserfolg. Wenn jemand z.B. durch die medikamentöse Behandlung irgendwann weniger depressiv ist, kann es sein, dass sich auch sein Appetit wieder steigert und er infolgedessen zunimmt.

Häufiger liegt es aber tatsächlich an der direkten Wirkung der Substanzen im Körper und ihrem Einfluss auf den Stoffwechsel. Wie genau und in welchem Umfang Psychopharmaka den Grundumsatz verändern, muss noch weiter erforscht werden. Sicher ist jedoch, dass viele Medikamente den Appetit anregen und dadurch die Energiezufuhr steigern.

Botenstoffe regulieren das Essverhalten

Wie bereits erwähnt spielt dabei der Eingriff in bestimmte Neurotransmitter (Botenstoffe in den Nervenzellen) und deren Rezeptoren (Andockstellen an den Zellen) eine wichtige Rolle. So wirken etwa Serotonin und Histamin appetithemmend. Werden ihre Rezeptoren blockiert, wie es bei manchen Antipsychotika der Fall ist, kann sich das entsprechend auf das Gewicht auswirken. Inwieweit Dopamin, der entscheidende Botenstoff bei der Schizophrenie, dabei eine Rolle, ist noch nicht abschließend geklärt.

Auch andere Botenstoffe, Hormone und sogenannte Zytokine, die u.a. bei Entzündungsprozessen im Körper relevant sind, könnten hinsichtlich der Effekte von Psychopharmaka auf das Gewicht von Bedeutung sein. Aber auch dazu sind noch weitere Untersuchungen nötig.

Individuelle Veranlagung und Risikofaktoren

Darüber hinaus gibt es allerdings immer auch individuelle Unterschiede. Wer wie auf die Medikamente reagiert und anspricht, hängt u.a. von der eigenen Konstitution und der genetischen Veranlagung ab. Wer ohnehin immer auf sein Gewicht achten musste, ist womöglich auch unter der Behandlung anfälliger für eine Gewichtszunahme als jemand, der damit nie Probleme hatte. Allerdings sagt das Ausgangsgewicht vor der Behandlung noch nichts über den weiteren Gewichtsverlauf aus.

Aus Beobachtungen weiß man außerdem, dass vor allem Ersterkrankte häufig unter der antipsychotischen Therapie zunehmen. Daneben spielt auch die Dauer der Behandlung eine Rolle. Bei einer Langzeitbehandlung entwickeln über 50% der Betroffenen starkes Übergewicht (Adipositas).

Wann nicht einnehmen

Muss man bei einer Schwangerschaft Psychopharmaka sofort absetzen?

Nein, ein sofortiges Absetzen der Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt ist gefährlich, vor allem für die Gesundheit der werdenden Mutter. Tritt eine Schwangerschaft auf, sollten Sie zunächst die behandelnden Ärzte wie Hausarzt, psychiatrisch betreuenden Arzt und Frauenarzt informieren und mit diesen Rücksprache halten.

War die Schwangerschaft nicht geplant und ist überraschend eingetreten, nutzt panikartiges Absetzen der Medikamente dem ungeborenen Kind zudem meist wenig, da die Schwangerschaft häufig schon weiter fortgeschritten ist und Phasen, in denen das Ungeborene sensibel reagiert, oft bereits überstanden sind.

Wie gefährlich sind Psychopharmaka während der Schwangerschaft für das ungeborene Kind?

Im Gegensatz etwa zu den Medikamenten gegen Epilepsie bergen die klassischen Psychopharmaka nach heutigem Kenntnisstand kein nennenswertes fruchtschädigendes Potenzial. Allerdings sind die Erfahrungsumfänge mit den einzelnen Wirkstoffen recht unterschiedlich und Langzeituntersuchungen zur Entwicklung von Kindern, deren Mütter Psychopharmaka während der Schwangerschaft einnahmen, sind selten. Bisher liegen jedenfalls keine ernsthaften Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Kindesentwicklung vor.

Werden Psychopharmaka bis zur Geburt eingenommen, muss allerdings bei allen Vertretern dieser Arzneimittelgruppe mit mehr oder weniger ausgeprägten Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden. Das betrifft das Zentralnervensystem, die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt. Dennoch sollte das Absetzen eines wirksamen Medikaments nur in kritischer Abwägung gegen das Risiko eines Rückfalls erfolgen. Planen Sie Ihre Entbindung sicherheitshalber in einer Klinik mit Neonatologie, in der Ihr Kind im Fall des Falles umfassend versorgt werden kann.

Zunehmend werden Mittel gegen Epilepsie auch zur Vorbeugung spezieller manisch-depressiver Störungen oder zur Schmerztherapie eingesetzt. In diesem Fall sollten Sie Ihre therapeutische Situation gemeinsam mit dem Arzt kritisch prüfen und Alternativlösungen erwägen. Das gilt insbesondere für die Wirkstoffe Valproinsäure und Carbamazepin.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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