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Indacaterol (Onbrez): Wirkung & Nebenwirkungen

Onbrez® Breezhaler® enthält den Wirkstoff Indacaterol und ist eines von vielen Lungensprays, die es gegen chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) gibt.

Bronchodilatator Onbrez

Onbrez® Breezhaler® ist mit seinem Inhaltsstoff Indacaterol ein sogenannter inhalativer Bronchodilatator. Dies sind Arzneimittel, die mit einem kleinen Apparat eingeatmet werden und die Bronchien, also einen Teil der Atemwege, entspannen. Seit 2010 ist es auf dem Markt. Onbrez® ist dabei der Name des Medikamentes, Breezhaler® der des Inhalators.

Mediziner verschreiben Onbrez® klassischerweise bei Menschen mit COPD. Je nach Schweregrad und klinischer Symptomatik nehmen einige Personen Onbrez® als Einzelmedikament (Monopräparat) ein oder in Kombination mit anderen Bronchien erweiternden Mitteln wie z.B. Spiriva®.

Langwirkender Beta-Agonist

Der Inhaltsstoff Indacaterol gehört in die Gruppe der sogenannten langwirkenden Beta-Agonisten, Ärzte sprechen auf Englisch auch von long acting beta-agonists, kurz den LABAs. Der Name beschreibt, wie und wo dieses Mittel im Lungengerüst wirkt. Seine Andockstelle ist der sogenannte Beta-2-Rezeptor in den Bronchien, über den Botenstoffe wie Adrenalin und Noradrenalin ihre Wirkung entfalten.

Andere Lungensprays 

LABAs wie Onbrez® sind eine von insgesamt vier bzw. fünf Wirkstoffgruppen, wenn man Kortisonsprays dazuzählt, die bei einer COPD zum Einsatz kommen. Neben den LABAs gibt es die ähnlich, aber kurzwirkenden Beta-Agonisten (short acting beta-agonists SABA), zu denen zum Beispiel Berotec® oder Salbutamol zählen.

Zudem gibt es Bronchodilatatoren, die über eine andere Andockstelle, nämlich den Muskarinrezeptor, ihre Wirkung an der Lunge entfalten und die Bronchien entspannen. Sie werden ebenfalls in kurz- und langwirkende Untergruppen eingeteilt (short acting muscarinic antagonist SAMA und long acting muscarinic antagonist LAMA). Beispiele sind hier Atrovent® und Seebri®.

Hilfe bei COPD

Onbrez® kann prinzipiell bei jedem COPD-Stadium eingesetzt werden. Im Anfangsstadium, Mediziner nennen es GOLD A (GOLD steht dabei für Global Initiative Lung Disease), werden jedoch meist eher kurzwirkende Stoffe verschrieben.

Ab Stadium B haben Mittel wie Indacaterol einen festen Platz im Behandlungspfad der COPD, entweder einzeln oder in Kombination mit anderen Stoffen, in schweren Fällen unter Umständen mit einem kortisonhaltigen Spray.

Viele Lungensprays helfen teilweise sowohl bei COPD als auch bei Asthma. Indacaterol hingegen ist speziell nur für die COPD zugelassen.

Wirkungsweise und Einnahme von Onbrez

Indacaterol dockt wie gesagt an Beta-2-Rezeptoren der zarten Bronchialmuskeln an. Diese entspannen sich daraufhin, Ein- und Ausatmung fallen dann wieder leichter.

Gleichzeitig können feine kleine Härchen, die von innen die Wände der Atemwege auskleiden, wie Minibürsten Feinstaub, Partikel und Schleim wieder besser nach außen fördern. Ärzte sprechen auch von der sogenannten mucoziliären Clearance. Sie nimmt unter Indacaterol wieder zu.

Kapsel zum Einatmen

Onbrez® wird als Kapsel verkauft, die eingeatmet, nicht geschluckt werden muss. Hierbei hilft der Inhalationsapparat Breezhaler®, in den Sie die Kapsel einlegen. Zuerst müssen Sie sie aus der Blisterverpackung herausnehmen. Die Kapsel wird dann von außen im Breezhaler®zusammengedrückt und so eröffnet. Erst dann können Sie das Pulver mit einem tiefen Atemzug einatmen.

Vorher sollten Sie noch einmal in Ruhe die Packungsbeilage durchlesen, in der die richtige Atemtechnik in der Regel beschrieben wird. Wichtig ist, dass der gesamte Wirkstoff Lunge und Bronchien erreicht und nicht ein Teil auf dem Weg dorthin verloren geht.

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Einmal täglich ist ausreichend

Als langwirkendes Medikament muss Onbrez® nur einmal am Tag eingenommen werden. Es ist in zwei Dosierungen mit 150 bzw. 300 µg pro Kapsel käuflich. Welche Dosis die richtige für Sie ist, schreibt Ihnen Ihr Arzt auf das Rezept.

Nebenwirkungen von Onbrez

Wie bei allen Beipackzetteln ist auch die Liste der Nebenwirkungen von Onbrez® lang. Allerdings treten sie nicht bei jedem auf. Mediziner unterscheiden unter anderem die Häufigkeit, mit der Nebenwirkungen auftreten, in häufig und gelegentlich.

Häufig bedeutet, dass zwischen 1% und 10% , also bei 1-10 von 100 Personen, eine unerwünschte Wirkung beobachtet wurde. Gelegentlich hingegen bedeutet, dass 0,1-1%, also 1-10 von 1000 Menschen betroffen waren.

Häufig auftretende Nebenwirkungen unter Onbrez

Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen unter Onbrez® zählen beispielsweise:

  • Muskelkrämpfe/-zittern
  • Beschwerden im Nasenrachenraum
  • Naselaufen und Infektionen von Atemwegen/Nebenhöhlen
  • erhöhte Zuckerwerte bei Diabetes mellitus
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Beschwerden bei bekannter Herzkrankheit
  • geschwollene Hände

Gelegentliche Nebenwirkungen

Zu den gelegentlich auftretenden Nebenwirkungen unter Onbrez® zählen unter anderem:

  • Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen
  • andere Brustschmerzen

Herzrasen und Rhythmusstörungen

Beta-Rezeptoren, die Andockstellen, über die Indacaterol bei COPD helfen kann, befinden sich nicht nur in der Lunge, sondern auch am Herzen. Indem das Medikament auch hier aktivierend wirkt, kann es den Puls beschleunigen und zu unerwünschten Effekten wie Herzrasen und Herzrhythmusstörungen führen.

Brustschmerzen im Rahmen einer Herzkrankheit kann Indacaterol ebenfalls auslösen, besonders, wenn es zu viel genutzt und überdosiert wird.

Schilddrüse und Augendruck

Onbrez® kann zudem Nebeneffekte und Überfunktionen der Schilddrüse auslösen und bei Personen mit Diabetes mellitus den Blutzucker steigern. Hier müssen Mediziner vorsichtig sein. Bei Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck beim sogenannten Engwinkelglaukom darf Onbrez® nicht genommen werden.

Wechselwirkungen von Onbrez mit anderen Medikamenten 

Da die bekannten Betablocker wie Metoprolol, Bisoprolol, Atenolol etc. ebenfalls über Beta-Rezeptoren arbeiten, kann es zu Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten kommen, wobei Betablocker die Andockstelle blockieren und Beta-Agonisten sie aktivieren. Allerdings gibt es verschiedene Subtypen an Andockstellen, und oft vertragen sich die Stoffe dann doch untereinander.

Wichtig ist immer, dass Sie Ihrem Arzt alle Arzneimittel nennen, die Sie täglich einnehmen, damit er sie aufeinander abstimmen kann.

Quelle:

  • Information der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Onbrez Breezhaler® (Indacaterolmaleat). Aktuelle Informationen über neu zugelassene Arzneimittel in der Europäischen Union; erstellt auf der Basis des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) Onbrez Breezhaler® vom 05.01.2010.

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