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Divertikulitis: Ursachen, Therapie, OP

Was sind Divertikel? Wie entsteht eine Divertikulitis? Wie wird sie behandelt, und wann ist eine Operation nötig? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten zur Divertikulitis.

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand. Die Endung „-itis“ steht für eine Entzündung. Eine Divertikulitis ist somit eine Entzündung dieser Ausstülpungen.

Daneben gibt es auch eine sogenannte Divertikulose. Dabei finden sich zwar zahlreiche Divertikel im Darm, die aber in der Regel keine Beschwerden verursachen und oftmals gar nicht bemerkt werden oder rein zufällig bei einer Darmspiegelung auffallen. Zu einer Entzündung kommt es hingegen, wenn sich der Stuhl im Bereich der Aussackungen über längere Zeit anstaut – ein optimaler Nährboden für Bakterien, die hier ihr Unwesen treiben können.

Ursachen

Wie entsteht eine Divertikulitis?

Aber wieso kommt er überhaupt zu derartigen Veränderungen im Darm? Im Wesentlichen spielen bei der Entstehung von Divertikeln zwei Faktoren eine Rolle:

  • ein hoher Druck im Darm
  • eine abnehmende Elastizität der Darmwand mit zunehmendem Alter

Die Ernährung spielt eine große Rolle

Letzteres hängt mit einer generellen Veränderung des Bindegewebes im Laufe der Jahre zusammen und ist kaum zu beeinflussen. Auf den Druck im Darm können wir jedoch selbst Einfluss nehmen. Er hängt nämlich direkt damit zusammen, was wir essen. Je weniger faserreich die Ernährung ist, d.h. je weniger Ballaststoffe man isst, desto härter wird der Stuhl. Ein harter Stuhl wiederum belastet die Darmwand und drückt sie nach außen, bis sie sich schließlich an kleinen Schwachstellen ausstülpt. Der immer wieder nachdrängende Stuhl setzt sich irgendwann fest und führt zur Entzündung.

Neben dem Essen ist das Alter ein weiterer Risikofaktor für Divertikel. Mehr als die Hälfte der über 70-Jährigen ist davon betroffen, wobei nicht alle auch eine Divertikulitis mit entsprechenden Beschwerden bekommen.

Symptome

Welche Beschwerden sind typisch für eine Divertikulitis?

Bloße Divertikel verursachen oft wie schon erwähnt gar keine Beschwerden. Manchmal kommt es zu einem unspezifischen Druck- und Völlegefühl, Blähungen oder einem Grummeln im Darm. Solche Symptome können leicht mit einem Reizdarmsyndrom verwechselt werden.

Schmerzen im linken Unterbauch

Eine akute Divertikulitis äußert sich hingegen mit klar umschriebenen Schmerzen, und zwar im linken Unterbauch. Hier befindet sich nämlich das sogenannte Sigma bzw. Colon sigmoideum, ein Abschnitt des Dickdarms, der am häufigsten von Divertikeln heimgesucht wird. Wer schon einmal eine Blinddarmentzündung hatte, kann sich daran erinnert fühlen. Die Schmerzen sind ganz ähnlich, wenn auch auf der gegenüberliegenden Seite. (Der Blinddarm befindet sich im rechten Unterbauch.)

Daneben besteht oft ein ständiger Stuhldrang mit einem Wechsel aus Durchfall und Verstopfung. Hinzu kommen Übelkeit und Erbrechen, manchmal ist auch die Temperatur erhöht.

Welche Schweregrade gibt es?

Je nach Symptomatik wird die Divertikulitis in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium 0: Divertikulose ohne Beschwerden
  • Stadium I: akute Entzündung (Divertikulitis) ohne Komplikationen
  • Stadium II: akute Divertikulitis mit Komplikationen
  • Stadium III: chronische, immer wiederkehrende Divertikulitis

Wann es gefährlich werden kann

Zu den Komplikationen einer akuten Divertikulitis zählt z.B. die sogenannte Peridivertikulitis. Das bedeutet, dass die Entzündung sich bereits ausgebreitet hat und von der Darmwand auf das umliegende Gewebe übergegangen ist. Außerdem kann die Darmwand so stark beansprucht sein, dass sie durchbricht (Perforation) und der Darminhalt in die Bauchhöhle austritt – ein lebensgefährlicher Zustand, der eine sofortige Operation erfordert. 

Behandlung

Wie wird eine Divertikulitis behandelt?

Ernährung und Bewegung

Je nach Schweregrad bzw. Stadium der Erkrankung erfolgt die Behandlung. Bei einer reinen Divertikulose liegt der Fokus auf einer Umstellung der Ernährung und der Lebensgewohnheiten: mehr Ballaststoffe, ausreichend Flüssigkeit und dazu viel Bewegung. Das bringt auch den Darm in Schwung und sorgt dafür, dass der Stuhl geschmeidiger wird und leichter befördert werden kann.

Bei einer akuten Divertikulitis braucht der Darm erstmal Ruhe. Das bedeutet für die Betroffenen eine vorübergehende Nahrungskarenz. Außerdem werden Antibiotika verabreicht, um die Entzündung zum Abklingen zu bringen. Bei Schmerzen und Krämpfen können auch krampflösende Medikamente gegeben werden. Je nach dem, wie ausgeprägt die Symptome sind, erfolgt die Behandlung ambulant oder in der Klinik.

Fälle für den Chirurgen

Eine Operation ist notwendig, wenn sich entweder immer wieder eine Divertikulitis entwickelt (Stadium III) oder aber bei Komplikationen der akuten Entzündung (Stadium II). Je nach Dringlichkeit kann die Operation im Vorfeld geplant werden oder muss notfallmäßig erfolgen. Ein Durchbruch der Darmwand, ein Darmverschluss oder auch eine starke Blutung erfordern unverzüglich eine Notfall-OP.

Was passiert bei der Operation?

Das kommt ganz auf die Ausprägung der Entzündung und die möglichen Komplikationen an. Grundsätzlich geht es darum, den betroffenen Teil des Darmes und damit den Entzündungsherd zu entfernen. Dafür ist ein Bauchschnitt notwendig. Die Bauchhöhle wird eröffnet, das Darmstück freigelegt und abgetrennt.

Eine oder zwei OPs

Danach werden die beiden offenen Darmenden entweder direkt wieder verbunden. (Das wird im Fachjargon auch "End-zu-End-Anastomose" genannt.) Oder aber das obere Darmstück wird zunächst als sogenanntes Stoma ausgeleitet, während das untere vorübergehend verschlossen wird. Ein Stoma ist ein künstlicher Darmausgang. Der Stuhl wird an der entsprechenden Stelle in einem Beutel außerhalb der Bauchhöhle aufgefangen und kann von außen entleert werden.

Das hört sich nicht besonders angenehm an, ist aber in manchen Fällen wichtig, damit sich der Darm erholen und die Entzündung beruhigen kann. Ist der Darm im Rahmen einer Divertikulitis zum Beispiel durchgebrochen, muss der Bauchraum zunächst gründlich gespült werden, damit keine Erreger zurückbleiben. Nach einigen Wochen erfolgt dann eine zweite Operation, bei der das Stoma entfernt wird und die beiden Darmenden direkt miteinander verbunden werden.

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Autorin unseres Artikels
 

Eva Bauer
Ärztin / medizinische Fachautorin

    Studium:
  • Universitätsklinik Erlangen
    Berufliche Stationen:
  • Universitätsklinik Freiburg
  • Amtsärztin im Gesundheitsamt Haßberge

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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