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Wie entstehen hektische Flecken?

Hektische oder nervöse Flecken sind eine überschießende Reaktion des unbewussten Nervensystems. Dessen parasympathischer Teil stellt dabei die winzigen Blutkapillaren in der Haut schlagartig weit. Folglich schießt mehr Blut hindurch und die betreffenden Hautpartien leuchten knallrot auf. Da die Kapillardichte auf der Haut nicht exakt gleichmäßig verteilt ist, kommt es an den stärker durchbluteten Stellen zur Bildung der hektischen Flecken.

Da diese sichtbare Gefühlsregung unwillkürlich abläuft, können Sie sie nicht stoppen. Eigentlich ist der Parasympathikus als Gegenspieler des Sympathikus im autonomen bzw. vegetativen Nervensystem für Ruhe und Erholung zuständig. Hier übertreibt er es ein bisschen.

Bessere Kontrolle durch ein stärkeres Nervenkostüm

Eine vordergründige Antwort auf die Frage nach der Ursache lautet häufig: Ich habe halt ein schwaches Nervenkostüm. Das ist dann wohl nicht falsch, aber eben auch nur ein Teil der Antwort. Natürlich reagieren manche Menschen sensibler oder eben auch sichtbarer als andere. Doch wenn das Nervenkostüm schwächelt, liegt es im Regelfall nicht an seiner stofflichen Beschaffenheit. Sondern an den Faktoren, die seine tägliche Arbeit und die komplexen Interaktionen bedingen, die dabei stattfinden und u.a. beim spontanen Rotwerden überschießen. Da kann die Veranlagung sicherlich auch eine Rolle spielen.

Noch wichtiger und vor allem beeinflussbarer sind aber andere Gründe. Sie sind in den eigenen Erfahrungen und Prägungen, Einstellungen und Verhaltensweisen bis hin zu Lebensstil und äußeren Rahmenbedingungen zu suchen. Ein weites Feld, dessen Beackern sich in jedem Fall lohnt. Wenn Ihnen das zu mühsam oder unnötig erscheint, können Sie dennoch durch verschiedene Maßnahmen und ggf. auch Hilfsmittel versuchen, den unwillkürlichen Errötungsprozess besser in den Griff zu kriegen. Denn lästig bis belastend sind die Flecken im Gesicht, am Hals oder am Dekolleté für die meisten Betroffenen.

Haut als Spiegel der Seele

Übrigens: Für Hautrötungen gibt es natürlich noch zahlreiche körperliche Ursachen, die nichts mit einem schwachen Nervenkostüm zu tun haben. Die verschwinden dann aber auch nicht genauso schnell wieder, wenn die Stresssituation vorbei ist. Manche von ihnen, wie Ekzeme bei Neurodermitis oder Schuppenflechte, können aber ebenfalls durch stressbewältigende, nervenstärkende Methoden auf Dauer gebessert oder sogar überwunden werden. Die Haut ist eben ein Spiegel der Körper-Geist-Seele-Einheit.

Was kann ich gegen hektische Flecken tun?

Da die Bildung hektischer Flecken als sichtbare Gefühlsregung unwillkürlich abläuft, können Sie sie nicht stoppen. Also müssen Sie dafür sorgen, dass es möglichst erst gar nicht zu dieser Stressreaktion des Nervensystems kommt oder zumindest nicht so ausgeprägt. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten mit unterschiedlichem Aufwand und unterschiedlichen Erfolgschancen.

Nervosität beim Vortrag umschiffen

Machen Sie sich zunächst klar, wo und wann sich für Sie solche Stresssituationen ergeben und welche Ursachen dahinterstecken. Manche davon lassen sich relativ einfach erkennen und (vielleicht nicht immer ganz so einfach) abstellen – beispielsweise durch eine umfassendere Vorbereitung auf einen Auftritt oder ein Gespräch. So kann man zum Beispiel bestimmte Gesprächstechniken lernen, die einen während einer Rede selbstbewusster erscheinen lassen. Und mit diesem Rüstzeug wird man dann auch sicherer.

Verhaltenstipps gegen hektische Flecken

Aber auch bei bester Vorbereitung kann Ihnen ihr Nervensystem einen Streich spielen. Hilfreiche Maßnahmen für starke Nerven und gegen nervöse bzw. hektische Flecken können sein:

  • Je nach Situation: Gehen Sie offen damit um und teilen Sie Ihrem Gegenüber mit, dass Sie eine Neigung, aber keine Zuneigung zum Fleckenkostüm haben. Da es vielen anderen Menschen auch so geht, werden Sie auf Verständnis stoßen. Zugleich nehmen Sie Ihrer eigenen Stressreaktion den Wind aus den Segeln.
  • Machen Sie sich klar, dass Ihr Gegenüber die Hauterscheinungen und Stresssymptome kaum wahrnimmt, jedenfalls nicht so deutlich wie Sie selbst. Und selbst wenn – na und?
  • Vermeidung von möglichen Auslösern wie Schlafmangel, Kaffee, Alkohol.
  • Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Atem- und Achtsamkeitsübungen.
  • Überlastung, Überforderung und unbewusste Ängste erkennen und abbauen.
  • Selbststärkungsstrategien zur Konfliktbewältigung.

Pharmazeutische Hilfsmittel

Wenn Ihnen die Flecken in einer zu erwartenden Situation sehr unangenehm sind, können Sie kurzfristig und sporadisch auch auf Hilfsmittel wie Beruhigungstees oder Beruhigungsmittel auf homöopathischer, pflanzlicher oder chemischer Basis zurückgreifen. Die Wirksamkeit hängt von der Art und Dosierung des Mittels ab und von der individuellen Reaktion Ihres Nervensystem darauf. Insbesondere dann, wenn weitere Stresssymptome wie zitternde Hände oder Herzrasen zu erwarten sind, kann die pharmazeutische Unterstützung eine Option sein. Manche Menschen fahren gut damit.

Verinnerlichte Abregung

Andere haben festgestellt, dass sich die Aufregung eigentlich gar nicht lohnt, auch nicht die Angst vor der Aufregung. Und sie haben es so verinnerlicht, dass ihr Nervensystem sich damit abgefunden hat und Ruhe gibt. Dank Routine, Erfahrungsreichtum und zunehmender Abgeklärtheit ist das im Alter häufiger der Fall als in jüngeren Jahren. Was wieder einmal zeigt: Es ist nicht alles schlecht am Älterwerden.

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Autor unseres Artikels
 
Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

Dr. Hubertus Glaser
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
  • freiberuflich als Entwickler, Berater und Publizist

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des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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