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Defibrillator/ICD: Wie lange bin ich nach der OP krankgeschrieben?

Pauschal lässt sich diese Frage nur schwer beantworten. Die Dauer der Krankschreibung nach einer ICD-Implantation hängt besonders von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Sie liegt in der Regel zwischen zwei bis vier Wochen und mehreren Monaten.

Herzprobleme und Defis

Ein Defibrillator (kurz auch Defi oder ICD) wird bei unterschiedlichen Krankheiten zum Schutz vor bösartigen Rhythmusstörungen und einem plötzlichen Herztod implantiert (eingebaut). Bösartig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die elektrische Leitung des Herzens völlig ungeordnet abläuft und der Herzmuskel nicht mehr regelrecht pumpen kann. Der ICD kann dabei primär oder sekundär prophylaktisch eingesetzt werden, das heißt entweder bevor oder nachdem  Rhythmusprobleme aufgetreten sind.

Bösartige Rhythmusstörungen können bei verschiedenen Herzproblemen vorkommen. Bei einigen Menschen ist der Herzmuskel massiv verdickt. Eine Untergruppe hat dabei ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod. Andere Menschen leiden nach einem großen Herzinfarkt oder manchmal auch ohne auffindbaren Grund an einer starken Herzschwäche. Ihre Herzpumpkraft ist deutlich geschwächt, und einige von ihnen haben auch ein erhöhtes Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen.

Mindestens 2 bis mehrere Wochen AU

Die Dauer des Klinikaufenthalts und auch der Krankschreibung (AU) hängt davon ab, welches Herzproblem vorliegt und ob die Implantation im Rahmen eines akuten Ereignisses oder geplant, also prophylaktisch erfolgt. Auch Begleitkrankheiten und der allgemeine Gesundheitszustand sind wichtig. Zuletzt spielt zudem die psychische Verfassung des Betroffenen eine Rolle. Manche Menschen entwickeln Ängste, wenn ein Defi zum Schutz vor einem plötzlichen Herztod implantiert wird. Schon der Begriff allein macht Angst.

Für den Einbau eines Defibrillators reicht an sich ein Klinikaufenthalt von zwei bis drei Tagen. Treten jedoch Komplikationen auf oder müssen Grundkrankheit und Medikamente noch eingestellt werden, verlängert sich die Dauer. Dasselbe gilt dementsprechend für die Länge der Krankschreibung.

Schlussendlich entscheiden Sie und Ihr Arzt dies gemeinsam. Üblich sind mindestens zwei (bis vier) Wochen, gegebenenfalls auch länger.

Die Schrittmachertasche muss heilen

Die Krankschreibung nach dem ICD-Einbau ist unter anderem notwendig, da in dieser Zeit die Sonde in den Herzmuskel einwächst und die Wunde der Schrittmachertasche unter dem Schlüsselbein ausheilen kann. Hierzu ist es wichtig, dass Sie circa zwei Wochen nach dem Eingriff den Arm der Schrittmacherseite (meist links) nicht zu stark belasten. Dabei sollten Sie ihn nicht überstrecken, das Radfahren meiden und keine schweren Lasten wie Wasserkisten tragen.

Wichtig: Menschen mit Herzproblemen nehmen gelegentlich Blutverdünner wie Marcumar, Xarelto® oder Eliquis®. Vor der Implantation eines Defibrillators werden diese in der Regel ausgesetzt. Kontrollieren Sie daher nach der Entlassung mit Ihrem behandelnden Arzt, dass Sie alle Medikamente, die Sie benötigen, wieder einnehmen.

Autorin: 

Quellen:

  • Deutsche Herzstiftung: Wie oft zur Kontrolle? Woran Probleme erkennen? Herzschrittmacher: Das ist nach der Implantation zu beachten!

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