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Wie kann man erkennen, ob die Rückenschmerzen von Verspannungen oder der Nervenwurzel ausgehen?

Rückenschmerzen können von den Nervenwurzeln ausgehen, wie zum Beispiel beim "Ischias" oder auch beim Bandscheibenvorfall. Oder von Muskelverspannungen rund um die Wirbelsäule, wie bei den typischen chronischen Rückenschmerzen aufgrund von Haltungsproblemen, ständigem falschen Sitzen und Bewegungsarmut.

Ob die Nervenwurzel beteiligt ist oder nicht, kann man meist schon an der Symptomatik erkennen. Handelt es sich um die üblichen Verspannungs-Rückenschmerzen, nehmen die Schmerzen im Sitzen, Liegen und im Stehen zu. Sie werden dagegen erträglicher, sobald man sich bewegt.

Achten Sie auf die Feinheiten

Entsteht der Schmerz in der Nervenwurzel wie zum Beispiel bei einem Bandscheibenschaden, verschlimmert Bewegung die Beschwerden eher. Auch Lachen oder Husten können die Schmerzen verstärken. Sowohl das Sitzen als auch das Liegen fallen oft schwer, der Schmerz ist aber trotzdem geringer als bei Bewegung.

Zusätzliche Symptome können Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen in den Beinen sein. In ausgeprägten Fällen kann es sogar zu einer Blasenschwäche oder Mastdarmstörung kommen. Das äußert sich z.B. in einem Urinverhalt, vermehrtem Wasserlassen oder einer Inkontinenz.

Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, ist ein Gespräch mit einem Arzt ohnehin sinnvoll, bei Beschwerden, die auf die Nervenwurzel hindeuten, ist eine ärztliche Untersuchung sogar sehr wichtig, da ggf. rasch eine Therapie erfolgen muss.

Gründliche ärztliche Untersuchung und Befragung

Bei der Untersuchung achtet der Arzt daher sehr genau auf Ihre Beschwerden und wird Sie eingehend befragen: Wie lange haben Sie schon Probleme? Wann treten sie auf? Gibt es konkrete Auslöser? Halten die Schmerzen Sie nachts vom Schlafen ab? Gibt es weitere Begleitbeschwerden?

Der geübte Arzt kann in der Regel recht bald einschätzen, welche Art von Rückenschmerzen Sie haben und welche Behandlung angezeigt ist. Nur wenn er Hinweise auf eine gravierendere Ursache erkennt, wird er ggf. eine Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung veranlassen.

Spezifische und nicht-spezifische Rückenschmerzen

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner nicht-spezifische von spezifischen Rückenschmerzen. Bei den nicht-spezifischen steckt keine spezielle Ursache bzw. Erkrankung hinter den Beschwerden. Dazu gehören eben etwa Verspannungen der Muskulatur.

Daneben gibt es spezifische Rückenschmerzen, die auf ein bestimmtes Krankheitsproblem zurückgehen. Das kann neben einem Bandscheibenvorfall oder einer Verengung im Rückenmarkskanal (Spinalkanalstenose) auch eine Infektion, eine spezielle Erkrankung der Wirbelsäule oder auch ein Tumor sein.

Verspannungen sind am häufigsten

Das ist jedoch weitaus seltener. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei Rückenproblemen um nicht-spezifische Beschwerden, die vergleichsweise "harmlos" sind. Nichtsdestotrotz können sie äußerst unangenehm und schmerzhaft sein und sollten als Warnsignal des Körpers ernstgenommen werden.

Spätestens jetzt sollten Sie daher Ihre täglichen Gewohnheiten und Ihr Bewegungsverhalten überdenken. Es sind oft einfache Mittel, die bei Verspannungen helfen und sogar dauerhaft vorbeugen können.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Autor unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt / medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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