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Rasburicase: Wirkung und Nebenwirkungen

Was für einen Effekt hat Rasburicase (Fasturtec®) bei Gicht? Wie wirkt es gegen das Tumorlyse-Syndrom? Und welche Nebenwirkungen können auftreten? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Wirkung

Wie wirkt Rasburicase (Fasturtec®) bei Gicht?

Rasburicase (Fasturtec®) ist ein Spezialmedikament, das in den Harnsäurehaushalt eingreift. Wegen vieler Nebenwirkungen wird es zur Therapie der Gicht in der Regel nicht verwendet.

Harnsäure wird aufgelöst

Rasburicase gehört in die Gruppe der sogenannten Urikolytika, die Harnsäure "auflösen". Genauer gesagt wandelt sie sie in Allantoin um, einen Stoff, der sehr gut nierengängig ist, d.h. leicht über den Urin ausgeschieden werden kann. Die Harnsäurewerte im Blut sinken folglich.

Zuständig für diese Umwandlung ist eigentlich die sogenannte Uricase, ein Eiweiß, das bei vielen Säugetieren und wirbellosen Tieren, jedoch nicht beim Menschen vorkommt. Sie kann allerdings auch aus dem Schimmelpilz Aspergillus flavus gewonnen werden.

Leider nützt uns das aber auch nichts. Vom Menschen wird die Uricase leider kaum vertragen und kann daher nicht eingesetzt werden. Der Körper bildet nämlich regelmäßig Antikörper gegen diese fremde Substanz. Uricase selbst hat daher keinen Stellenwert in der Therapie der Gicht.

Wie wirkt Rasburicase (Fasturtec) beim Tumorlyse-Syndrom?

Rasburicase senkt den Harnsäurespiegel im Blut. Dieser kann beim Tumorlyse-Syndrom unter einer Chemotherapie teils massiv ansteigen und ein Nierenversagen nach sich ziehen.

Umwandlung von Harnsäure in Allantoin

Bei Tumorerkrankungen, die mit einer hohen Zellzahl einhergehen, wie typischerweise die akuten Leukämien, wird mit der Chemotherapie viel Harnsäure, Kalium und Phophat aus den bekämpften Zellen freigesetzt. Kalzium sinkt sekundär durch den Anstieg von Phosphat. Diese Veränderungen führen zu schweren Komplikationen wie Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen, plötzlichem Herztod und Krampfanfällen.

Rasburicase wirkt beim Tumorlyse-Syndrom prophylaktisch und therapeutisch, indem es Harnsäure in Allantoin umwandelt, ein Eiweiß, das in der Natur in Pflanzen- und Tierorganismen vorkommt, vom menschlichen Körper aber selbst nicht produziert wird. Es ist sehr gut nierengängig und kann mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Harnsäurewerte im Blut sinken entsprechend.

Nur bei hohem Risiko

Rasburicase ist ein Medikament mit starken Nebenwirkungen. Da es oft nicht gut vertragen wird, wird es nur bei Menschen mit hohem Risiko für ein Tumorlyse-Syndrom eingesetzt. Bei der Risikoeinschätzung spielen neben Tumorart und Chemoregime auch Begleiterkrankungen (Nierenschwäche) und Alter des Betroffenen eine Rolle.

Wie wird Rasburicase eingenommen?

Fasturtec® steht nur als Infusion, nicht als Tablette zu Verfügung.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können unter Rasburicase (Fasturtec®) auftreten?

Rasburicase muss wegen teils schwerwiegender Nebenwirkungen mit Vorsicht eingesetzt werden.

Zu den Nebenwirkungen von Fasturtec zählen:

  • allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer Schock
  • sogenannte hämolytische Anämien (Blutarmut)
  • allgemeine Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt

Allergische Reaktion und Blutarmut

Hauptproblem dieses Arzneimittels sind allergische Reaktionen, die bisweilen sogar tödlich verlaufen können. Ursächlich sind dabei Antikörper, die der Körper gegen die Rasburicase bildet. Tritt ein allergisches Ereignis auf, muss die Medikamentengabe unverzüglich und dauerhaft gestoppt werden.

Auch spezielle Formen der Blutarmut (hämolytische Anämien), die ebenfalls mit der Bildung von Antikörper zusammenhängen, stellen eine Kontraindikation dar. Das bedeutet, Menschen mit bestimmten Anämien wie zum Beispiel dem sogenannten Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel dürfen Rasburicase nicht einnehmen.

Wie bei vielen anderen Medikamenten können zudem allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Fieber und Kopfschmerzen auftreten.

Kein gewöhnliches Mittel

Aufgrund dieser schwerwiegenden Nebenwirkungen spielt auch Fasturtec bei der Gicht quasi keine Rolle. Seine Hauptindikation und Verwendung liegt vielmehr in der Krebsbehandlung. Hier wird es zur Prophylaxe des sogenannten Tumorlyse-Syndroms eingesetzt, das unter einer Chemotherapie von bestimmten Tumorerkrankungen auftreten und mit massiv erhöhten Harnsäurewerten einhergehen kann.

Quellen:

  • Karow T, Lang-Roth R. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie

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