Kopfschmerzen und Schwindel sind bekannte Nebenwirkungen aller Kalziumblocker. Denn sie alle wirken auf die glatten Muskelzellen der Gefäße und führen über eine Weitstellung zu einem Blutdruckabfall.
Die erweiterten Gefäße können zu Symptomen wie Kopfschmerzen und Schwindel führen. Möglich sind darüber hinaus eine plötzliche Gesichtsrötung (Flush), Rötung der Brust und ein Wärmegefühl. Diese Symptome entwickeln sich durch die verstärkte Durchblutung. Zudem kann Flüssigkeit ins Gewebe austreten, was zu Schwellungen an den Knöcheln und Hautausschlägen führen kann.
Schaden Kalziumblocker den Knochen?
Nein, aufgrund des Namens Kalziumblocker könnte man zwar vermuten, dass auch das Knochenkalzium gehemmt wird – dies ist aber nicht der Fall.
Kalziumantagonisten verhindern lediglich den Einstrom von Kalzium in die glatten Muskelzellen der Arterien und des Herzmuskels. Auf den Knochenstoffwechsel und die Knochendichte haben die Medikamente keinen Einfluss.
Wie macht sich eine Überdosierung von Kalziumblockern bemerkbar?
Bei einer zu hohen Menge von Kalziumblockern (z. B. Lercanidipin, Nifedipin oder Verapamil) im Blut kann es zu einem starken Blutdruckabfall kommen. Symptome wie schneller Pulsschlag, Herzrasen, Schwindel und Kopfschmerzen deuten auf eine zu starke Wirksamkeit des Kalziumblockers hin.
Im schlimmsten Fall kann es bei sehr starker Überdosierung zu einem Kreislaufschock kommen.
Quellen:
- Maucher IV. Calciumkanalblocker. www.gelbe-liste.de.




Was kommt als Ursache ggf. noch in Frage?
ein Tremor oder eine solche Gangstörung gehören nicht zu den typischen Nebenwirkungen. Ein direkter Zusammenhang ist daher eher unwahrscheinlich, auch wenn individuell ungewöhnliche Reaktionen nie ganz ausgeschlossen werden können.
Die von Ihnen beschriebene Symptomatik – Zittern bzw. Schwäche eines Beines nur beim Gehen, mit verzögerter Reaktion und ohne Beschwerden in Ruhe – passt insgesamt nicht gut zu einem klassischen essentiellen Tremor. Dieser betrifft meist beide Hände, tritt auch bei Haltebewegungen auf und führt normalerweise nicht zu einer einseitigen Gangstörung.
Wenn CT und MRT unauffällig sind, kommen eher funktionelle Bewegungsstörungen, Störungen der Nervenversorgung (z.B. aus der Lendenwirbelsäule), eine beginnende neurologische Erkrankung mit Gangstörung oder auch selten eine Form der Dystonie oder eines belastungsabhängigen Tremors in Betracht. Auch eine Störung der Koordination oder Muskelaktivierung kann solche Symptome verursachen.
Sinnvoll wäre in so einer Situation vor allem eine neurologische Untersuchung mit genauer Gang- und Bewegungsanalyse sowie ggf. eine elektrophysiologische Untersuchung der Nerven und Muskeln.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
ich nehme seit 1 Woche 1/2 Xipamid 10 mg zusätzlich zu Irbesartan 300 mg, das ich schon ca. 20 Jahre problemlos einnehme. Nun stelle ich fest, dass ich bei körperlicher Anstrengung starke Schwindel- und Schwächegefühle habe. So, als ob ich gleich ohnmächtig würde. Außerdem ebensolches Schwächegefühl und Schmerzen in den Muskeln.
das passt gut zu einer Nebenwirkung des neu hinzugekommenen Xipamid. Das Medikament wirkt harntreibend und kann den Blutdruck zusätzlich senken sowie zu einem Mangel an Elektrolyten (vor allem Kalium und Natrium) führen. Diese Veränderungen verursachen häufig genau die Beschwerden, die Sie beschreiben: Kreislaufschwäche, Schwindel, Muskelschwäche und -schmerzen, besonders bei Belastung.
Sie sollten bitte zeitnah Ihren Blutdruck und möglichst auch Ihre Elektrolytwerte (insbesondere Natrium, Kalium, Magnesium) beim Arzt kontrollieren lassen. Bis dahin wäre es ratsam, Xipamid nicht weiter einzunehmen, solange die Beschwerden anhalten – es sei denn, Ihr Arzt hat ausdrücklich etwas anderes angeordnet. Am besten, Sie telefonieren kurz mit Ihrer Praxis. Trinken Sie ausreichend, und vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung, bis die Ursache geklärt ist.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
seit ca. 4 Monaten nehme ich, zusätzlich zu Valsartan 160 mg (1 morgens und 1 abends) sowie Torasemid 5 mg (1 morgens), 1 Lercanidipin 10 mg morgens.
Kann es sein, dass sich mein Ruhepuls nach der Einnahme von 60 auf 90 Schläge erhöht? Ich treibe Sport, aber bei dem Puls bekomme ich Angst. Gibt es Alternativen?
mi
ja, Lercanidipin kann Herzrasen als Nebenwirkung auslösen, wenn auch nicht sehr häufig. Das tritt bei 0,1–1% der Behandelten auf.
Und ja, es gibt Alternativen. Das ist aber ein Thema für den behandelnden Arzt, wir dürfen nicht einfach so Therapietipps geben, ohne Sie zu kennen.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn