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Rheumatische Erkrankungen sind eine Gruppe von verschiedensten entzündlichen Erkrankungen, die den Bewegungsapparat, d.h. die Knochen, Muskeln, Gelenke und das Bindegewebe, betreffen. Einige der rheumatischen Krankheiten betreffen nicht nur das Bewegungssystem, sondern auch die Haut, die inneren Organe oder das Nervensystem. Rheumatische Erkrankungen sind häufig chronisch und können durch Entzündungsprozesse zu Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeit und Einschränkungen der Beweglichkeit führen.

Fast alle rheumatischen Erkrankungen entstehen durch ein überschießendes Immunsystem. Es sind die eigenen Abwehrzellen, die die Gelenke angreifen. Die Ursache ist wie bei fast allen Autoimmunerkrankungen unklar.

Die Schulmedizin setzt dementsprechend vor allem entzündungshemmende Medikamente gegen Rheuma ein. Ob nun Kortison, Methotrexat oder die modernen Immunmodulatoren - alle diese Medikamente wirken antientzündlich und sind auf diese Weise ein Versuch, die Entzündungsreaktionen und Schmerzen einzudämmen. Heilen können sie Rheuma nicht.

Naturstoffe und Heilpflanzen: Entzündungshemmung nachgewiesen

Welche Rolle spielen hier nun Naturstoffe oder Heilpflanzen? Einige von ihnen möglicherweise eine große. Denn immunologische Entzündungsprozesse im Körper eindämmen - das können bestimmte Arzneipflanzen auch. Die Inhaltsstoffe dieser Pflanzen haben zum Teil ebenfalls antientzündliche und immunmodulierende Effekte. Das heißt nicht, dass sie die herkömmlichen Medikamente komplett ersetzen können. Vielmehr geht es darum, das eine durch das andere sinnvoll zu ergänzen, um die entzündlichen Gelenkprozesse so effektiv wie möglich zu bekämpfen.

Einige dieser pflanzlichen Anti-Rheuma-Kandidaten möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Antientzündliche Heilpflanzen

Weihrauch

Der Weihrauch ist ein uraltes Handelsgut aus dem Mittelmeerraum mit einer langen Geschichte in vielen Kulturen und wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin verwendet, insbesondere in der ayurvedischen Medizin, um verschiedene Beschwerden zu behandeln, einschließlich chronisch-entzündlicher Erkrankungen. So sind die desinfizierende und entzündungshemmende Eigenschaften des Weihrauchs seit jeher bekannt und wurden bereits in der Antike geschätzt.

Für die therapeutischen Effekte des Weihrauchs werden bestimmte Inhaltsstoffe, die sogenannten Boswelliasäuren verantwortlich gemacht. Sie wirken antientzündlich, indem sie bestimme Botenstoffe und Abwehrvorgänge im Körper eindämmen. Genauer gesagt hemmen sie ein Enzym, das die Bildung von Entzündungsbotenstoffen, den Leukotrienen, vorantreibt. Damit wirken sie ähnlich wie manche Medikamente, die ebenfalls gegen Entzündungen eingesetzt werden, aber oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen.

Studienbericht aus dem Deutschen Ärzteblatt zum vermuteten Wirkmechanismus

Wie Weihrauch Entzündungen hemmt
Weihrauch programmiert das normalerweise entzündungsfördernde Enzym 5-Lipoxygenase um, so dass es entzündungshemmend wirkt. Das berichtet ein Forschungsteam der Universität Jena und der Louisiana State University in der Zeitschrift Nature Chemical Biology (doi 10.1038/s41589-020-0544-7).

Auch wenn die Effekte im Einzelnen noch nicht genau verstanden sind und weiterhin Forschungsbedarf besteht, scheint der jahrtausendelange Einsatz von Weihrauch und sein Revival in jüngster Zeit nicht ganz unbegründet. In den bereits bekannten entzündungs- und schmerzhemmenden, immunsuppressiven und antimikrobiellen Wirkungen steckt ein enormes Potential, das in Zukunft die Behandlung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen wesentlich bereichern kann.

Katzenkralle

Die Katzenkralle, eine südamerikanische Kletterpflanze, enthält bestimmte stickstoffhaltige Verbindungen, sogenannte Alkaloide, die das Immunsystem stimulieren. Sie regen Abwehr- und Fresszellen an, sich gegen Eindringlinge zur Wehr zu setzen und sie unschädlich zu machen.

Und das zeitigt Erfolge: Bei einigen Autoimmunerkrankungen zeigten sich in Studien bereits entsprechende therapeutische Effekte. Die zahlreichen Inhaltsstoffe der Katzenkralle wie Alkaloide, Glykoside, Sterole, Flavonoide und Terpenoide scheinen ausgeprägte antientzündliche Wirkungen zu entfalten. Damit ist die Katzenkralle ein sehr aussichtsreicher Kandidat im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen.

Salbei

In eine ähnliche Richtung wirken die Inhaltsstoffe des Salbeis. Salbei (Salvia officinalis) ist eine aromatische Pflanze, die seit langem für ihre medizinischen Eigenschaften bekannt ist. Salbei-Extrakte enthalten verschiedene bioaktive Verbindungen, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Dazu gehören Flavonoide, Terpene und Phenolsäuren, die dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. In verschiedenen Erhebungen wurden positive Effekte auf Entzündungsprozesse und übrigens auch Tumorzellen festgestellt.

Bericht aus der PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG

Studien legen vielfältige Wirkungen von Salbei nahe
[..] Demnach enthalten Salbeiblätter ätherisches Öl und Gerbstoffe, die bakterienhemmend und antiviral wirken sollen. In vitro zeigen Auszüge aus Salbeiblättern entzündungshemmende Eigenschaften [..] sowie eine krampflösende Wirkung im Magen-Darm-Trakt.

Omega-3-Fettsäuren

Die Omega-3-Fettsäuren zeichnen sich insbesondere durch ihre entzündungshemmende Wirkung aus. Deshalb sind sie in den letzten Jahren verstärkt als ergänzende Maßnahme bei Autoimmunerkrankungen untersucht worden (Simopoulos 2002).

Kurkuma

Kurkuma-Pulver wird im südasiatischen Raum schon seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet – beispielsweise im Rahmen des in Indien begründeten Ayurveda. Die dortige traditionelle Medizin schätzt den gelben Farbstoff der auch Safranwurz genannten Pflanzenart vor allem für seine entzündungshemmende Wirkung.

Und auch „im Westen“ wird das sogenannte Curcumin zunehmend und erfolgreich bei chronischen Entzündungsprozesse verschiedenster Art angewendet.

Aroniabeeren

Die frischen Aroniabeeren sind rot, dunkel-violett oder gar schwarz (das hängt auch von der jeweiligen Sorte ab) etwa so groß wie Heidelbeeren und schmecken säuerlich-herb. Weil die Früchte wie kleine Äpfel aussehen, werden sie auch als Apfelbeeren bezeichnet. Die Pflanzen sind sehr robust und überstehen selbst niedrige Temperaturen ohne Probleme. Sie kommen eigentlich aus Nordamerika, wo sie vor allem von Indianern schon früh geschätzt und genutzt wurden. .

Man sieht es den Früchten nicht an, aber es stecken an die 50 Einzelsubstanzen in jeder Aroniabeere. Dazu zählen sekundäre Pflanzenstoffe sowie wichtige Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Dieser Cocktail macht die kleinen Beeren so gesund und wertvoll.

Aroniabeeren sind Meister im Abfangen von Sauerstoffradikalen, die dem Körper in größerer Menge Schaden zufügen können. Sie entstehen bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen, werden aber auch durch schädliche Umwelteinflüsse von außen aufgenommen.

Und das zahlt sich ganz konkret aus. Denn mit ihrer Abfangtechnik wirken die pflanzlichen Substanzen auch bei Autoimmunerkrankungen antientzündlich.

Studien / Quellen:

Katzenkralle

  • Akesson C et al.: An extract of Uncaria tomentosa inhibiting cell division and NF-kappa B activity without inducing cell death. Int Immunopharmacol. 2003 Dec;3(13-14):1889-900.
  • de Paula LC et al.: Uncaria tomentosa (cat's claw) improves quality of life in patients with advanced solid tumors. J Altern Complement Med. 2015 Jan;21(1):22-30.
  • Dreifuss AA et al.: Antitumoral and antioxidant effects of a hydroalcoholic extract of cat's claw (Uncaria tomentosa) (Willd. Ex Roem. & Schult) in an in vivo carcinosarcoma model. J Ethnopharmacol. 2010 Jul 6;130(1):127-33.
  • García Prado E et al.: Antiproliferative effects of mitraphylline, a pentacyclic oxindole alkaloid of Uncaria tomentosa on human glioma and neuroblastoma cell lines. Phytomedicine. 2007 Apr;14(4):280-4.
  • Rinner B et al.: Antiproliferative and pro-apoptotic effects of Uncaria tomentosa in human medullary thyroid carcinoma cells. Anticancer Res. 2009 Nov;29(11):4519-28.
  • Rizzi R et al.: Mutagenic and antimutagenic activities of Uncaria tomentosa and its extracts. J Ethnopharmacol. 1993 Jan;38(1):63-77.
  • Santos Araújo Mdo C et al.: Uncaria tomentosa-Adjuvant Treatment for Breast Cancer: Clinical Trial. Evid Based Complement Alternat Med. 2012;2012:676984.

Weihrauch

  • Gupta I, Parihar A, Malhotra P, Singh GB, Lüdtke R, Safayhi H, Ammon HP: Effects of Boswellia serrata gum resin in patients with ulcerative colitis. 1997
  • Gerhardt H, Seifert F, Buvari P, Vogelsang H, Repges R: Therapy of active Crohn disease with Boswellia serrata extract H15. 2001.
  • Holtmeier W, Zeuzem S, Preiss J, Kruis W, Böhm S, Maaser C, Raedler A, Schmidt C, Schnitker J, Schwarz J, Zeitz M, Caspary W: Randomized, placebo-controlled, double-blind trial of Boswellia serrata in maintaining of Crohn's disease: good safety profile but lack of efficacy. 2011

Aronia

  • Bermúdez-Soto MJ et al.: Up-regulation of tumor suppressor carcinoembryonic antigen-related cell adhesion molecule 1 in human colon cancer Caco-2 cells following repetitive exposure to dietary levels of a polyphenol-rich chokeberry juice. J Nutr Biochem. 2007 Apr;18(4):259-71.
  • Gasiorowski K et al.: Antimutagenic activity of anthocyanins isolated from Aronia melanocarpa fruits. Cancer Lett. 1997 Oct 28;119(1):37-46.
  • Kedzierska M et al.: Chemotherapy modulates the biological activity of breast cancer patients plasma: the protective properties of black chokeberry extract. Food Chem Toxicol. 2013 Mar;53:126-32.
  • Kedzierska M et al.: Effects of the commercial extract of aronia on oxidative stress in blood platelets isolated from breast cancer patients after the surgery and various phases of the chemotherapy. Fitoterapia. 2012 Mar;83(2):310-7.
  • Lala G et al.: Anthocyanin-rich extracts inhibit multiple biomarkers of colon cancer in rats. Nutr Cancer. 2006;54(1):84-93.
  • Sharif T et al.: Aronia melanocarpa juice induces a redox-sensitive p73-related caspase 3-dependent apoptosis in human leukemia cells. PLoS One. 2012;7(3):e32526.
  • Yaneva MP et al.: Evaluation of the immunomodulatory activity of Aronia in combination with apple pectin in patients with breast cancer undergoing postoperative radiation therapy. Folia Med (Plovdiv). 2002;44(1-2):22-5.

Salbei

  • Lala G et al.: Anthocyanin-rich extracts inhibit multiple biomarkers of colon cancer in rats. Nutr Cancer. 2006;54(1):84-93.
  • Sharif T et al.: Aronia melanocarpa juice induces a redox-sensitive p73-related caspase 3-dependent apoptosis in human leukemia cells. PLoS One. 2012;7(3):e32526.
  • Yaneva MP et al.: Evaluation of the immunomodulatory activity of Aronia in combination with apple pectin in patients with breast cancer undergoing postoperative radiation therapy. Folia Med (Plovdiv). 2002;44(1-2):22-5.

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Heilpflanzen in Kombination bei Rheuma

Ob als primärer Schutz oder als Begleitung einer Therapie: Es ist nie zu spät, seine Zellen vor entzündlichen Prozessen zu schützen. Heilpflanzen und Naturprodukte können hier einen Beitrag leisten.
NaroDin ist ein Beispiel für solch eine natürliche Kombination aus Weihrauch, Aronia, Katzenkralle und Salbei.

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

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