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Abszess: Symptome und Behandlung

Was ist ein Abszess? Darf man ihn ausdrücken oder muss er operiert werden? In diesem Beitrag beantworten wir alle wichtigen Fragen dazu.

Ursachen

Wie kommt es zu einem Abszess?

Meistens entsteht ein Abszess durch das Eindringen bakterieller Erreger (v.a. Staphylokokken, Streptokokken) in tiefere Haut- bzw. Gewebeschichten. Dies kann beispiellsweise entlang der Schweißdrüsengänge (z.B. in der Achselhöhle) oder über die Talgdrüsen der Haare erfolgen.

Außer an der Haut können Abszesse aber auch an inneren Organen, an Nägeln oder am Zahnfleisch entstehen, entweder ohne erkennbare Ursache oder aber infolge einer äußeren Einwirkung, z.B. durch Operation, Injektion oder Fremdkörper. Auch eine bestehende Abwehrschwäche begünstigt die Abszessbildung.

Wenn es zu einem chronischen Auftreten von Abszessen kommt, ist häufig die Bakterienart Staphylococcus aureus beteiligt. Wenn dagegen keine Infektionserreger im Spiel sind, spricht man von einem sterilen Abszess.

Woran ist bei chronischer Abszessneigung zu denken?

Treten immer wieder Abszesse bei Ihrem Kind auf, kann dies ein Hinweis auf eine Abwehrschwäche sein, die es zu ergründen gilt. Auch das Vorliegen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sollte geprüft werden.

Symptome

Was sind Anzeichen für einen Abszess?

Im Abszessbereich ist die Haut geschwollen, gerötet, erwärmt, gespannt und druckempfindlich. Es entsteht ein etwa erbsengroßer Hautknoten.

Bei einem schweren Abszess kann auch Fieber auftreten und Ihr Kind fühlt sich krank.

Von kleinen Pickeln zu unterscheiden sind Atherome, auch Grützbeutel genannt. Sie müssen von einem Arzt behandelt werden. Mehr zum Thema Grützbeutel lesen Sie hier.

Woran erkenne ich einen Abszess bei meinem Kind?

Einen Abszess erkennen Sie daran, dass die entzündete Stelle gerötet, heiß und geschwollen sowie druckempfindlich ist. Es entsteht ein schmerzhafter, erbsengroßer Hautknoten.

Bei schwerem Verlauf kann Fieber auftreten und Ihr Kind fühlt sich krank.

Behandlung

Wie wird ein Abszess behandelt?

Die Abszessbildung an sich kann als Ausdruck selbstheilender Kräfte betrachtet werden. Ist der Abszess erst einmal aufgeplatzt, heilen die entzündeten Stellen meist innerhalb kurzer Zeit ab. Allerdings können kleine Narben zurückbleiben. Oft kann dieser Verlauf abgewartet werden.

Wichtig ist eine gründliche Hygiene und sorgfältiges Waschen vor allem der Hände, aber auch von Bettzeug und Handtüchern, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden. Unterstützt werden kann die Abszessreifung durch die Anwendung von heißen Feuchtumschlägen, eventuell mit pflanzlichen Zusätzen wie Kamille, Arnika oder Heublumen sowie Zugsalbe, mit der wir allerdings einen umsichtigen Umgang empfehlen (nicht zuviel!). Auch eine dreimal täglich zehnminütige Bestrahlung mit Rotlicht fördert die Heilung.

Erfolgt keine Selbstheilung innerhalb einer Woche, wird der entzündliche Prozess noch größer oder tritt er an einer ungünstigen Stelle und/oder zusammen mit weiteren Krankheitssymptomen auf, sollten Sie mit Ihrem Kind rasch den Arzt aufsuchen. Die ärztliche Behandlung umfasst je nach individueller Situation die Abszess-Spaltung, die Gabe von Antibiotika oder in seltenen Fällen auch ein umfangreicheres operatives Vorgehen.

Soll man einen Abszess ausdrücken?

Nein, auf keinen Fall! Vermeiden Sie ein Herumdrücken am Abszess, denn die Bakterien werden dabei unter Umständen noch weiter in die Tiefe gedrückt.

Eine andere Ausbreitungsgefahr besteht darin, dass Sie die Keime auf andere Körperstellen übertragen.

Muss ein Abszess sofort operiert werden?

Das kommt darauf an. Normalerweise kann man erstmal abwarten und die Entwicklung beobachten. Entscheidend ist, dass der Abszess aufgeht, der Eiter abfließen und anschließend die Heilung eintreten kann. Das geschieht oftmals von selbst.

Wenn nicht, sollten Sie spätestens nach einer Woche oder sofort, falls sich der Entzündungsprozess noch vergrößert, mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Dieser wird einen oberflächlich gelegenen und "gereiften" Abszess durch Einstich (Inzision) spalten, den Eiter entleeren, die Abszesshöhle spülen, desinfizieren und einen sogenannten Drain einlegen. Um eine Erregerstreuung zu vermeiden, wird Ihr Kind eventuell Antibiotika einnehmen müssen.

Nur in seltenen Fällen, u.a. abhängig von der Lage des Abszesses, muss eine „richtige“ Operation mit Narkose durchgeführt werden.

Eine Ausnahme zum oben Gesagten: Der selten vorkommende Mandel-Abszess gehört rasch in ärztliche Behandlung.

Quellen:

  • Sterry W, Paus R. Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie. Thieme Verlag (2000).
  • Moll I. Dermatologie. Thieme Verlag (2005).

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