Können Wärmepflaster statt Schmerzmitteln bei Rückenschmerzen helfen? Wie wird die Hitze erzeugt und welche unerwünschten Nebenwirkungen können auftreten? Antworten auf diese Fragen lesen Sie im folgenden Beitrag.
Wirkung
Wie funktionieren Wärmeumschläge aus der Apotheke?
Wärmeumschläge aus der Apotheke erhitzen sich, nachdem man sie aktiviert hat, selbstständig auf etwa 40 Grad Celsius. Die Erwärmungsautomatik beruht auf chemischen Prozessen im Innern der Umschläge.
Die Temperatur hält über mehrere Stunden an. Oft sind diese Wärmeanwendungen so effektiv, dass auf Schmerzmittel verzichtet werden kann.
Tipps zur Anwendung
Wohin dürfen Wärmepflaster nicht geklebt werden?
Auf Schleimhäute und auf offene Hautwunden dürfen Wärmepflaster nicht geklebt werden.
Der Grund: Wärmepflaster enthalten einen durchblutungsfördernden Wirkstoff (z.B. Capsaicin), der in die Haut eindringt und die Schmerzen in dem Bereich lindern kann. Direkt auf der Schleimhaut oder auf offenen Stellen können diese Wirkstoffe aber schwere Reizungen verursachen.
Quellen:
- Kann eine Therapie mit Wärmepflastern die Beschwerden bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen verbessern? Herausgeber: Stiftung Gesundheitswissen. www.stiftung-gesundheitswissen.de.




das ist eine Frage, die Sie an den Arzt oder die Ärztin vor Ort richten sollten. Wir dürfen aus rechtlichen Gründen keine konkreten Therapieempfehlungen geben, ohne Sie zu kennen.
Aber um Sie nicht im Regen stehen zu lassen, hier ein paar generelle Infos dazu:
Eine Behandlung mit hochdosiertem Capsaicin kann bei bestimmten neuropathischen Schmerzen tatsächlich helfen. Dabei wird meist ein spezielles Capsaicin-Pflaster (z.B. 8 %) eingesetzt, das einmalig für etwa 30–60 Minuten aufgebracht wird und die Schmerzfasern vorübergehend „desensibilisiert“. Die Nerven werden dabei nicht dauerhaft vernichtet, sondern ihre Schmerzsignal-Übertragung wird für Wochen bis Monate abgeschwächt.
Diese Behandlung wird in der Regel in spezialisierten Schmerzpraxen oder neurologischen Praxen durchgeführt, da das Pflaster verschreibungspflichtig ist und unter ärztlicher Aufsicht angewendet wird.
Bei gesicherter neuropathischer Schmerzdiagnose übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten normalerweise, wenn die Behandlung ärztlich verordnet wird. Man kann das Präparat also nicht einfach frei in der Apotheke zur Selbstbehandlung bekommen.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn