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Levetiracetam (Keppra): Wirkung und Nebenwirkungen

Was für ein Medikament ist Levetiracetam (Keppra®)? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Und wann sollte man besser auf das Medikament verzichten? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Wirkung

Was für ein Epilepsie-Medikament ist Levetiracetam (Keppra®)?

Wie bei einigen anderen Epilepsie-Medikamenten auch ist bei Levetiracetam (Keppra®) nicht so ganz klar, auf welche Weise es eigentlich wirkt. Vermutet wird, dass Levetiracetam die Ausschüttung des Botenstoffs GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) im Gehirn ankurbelt und auf diese Weise die Übererregbarkeit der Nervenzellen vermindert. Wie es auch sei, das Mittel kann nachweislich die Neigung zu Krampfanfällen unterdrücken.

Chemisch handelt es sich übrigens um einen Abkömmling von Piracetam. Das ist ein Mittel gegen Demenz. Da Levetiracetam nicht oder kaum in der Leber verstoffwechselt wird, kann es auch gut mit anderen Antiepileptika kombiniert werden, ohne dass sich deren Wirkung gegenseitig behindert.

Levetiracetam (Keppra®) ist zugelassen

  • zur alleinigen Behandlung bzw. Vorbeugung fokaler epileptischer Anfälle (das aber nur ab einem Alter von 16 Jahren)
  • bei Kindern nur als zusätzliches Mittel, also nicht solitär
  • zur Behandlung der juvenilen myoklonischen Epilepsie (Janz-Syndrom) ab einem Alter von 12 Jahren
  • als zusätzliches Mittel bei idiopathischer generalisierter Epilepsie (generalisierte tonisch-klonische Anfälle)

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können unter Levetiracetam (Keppra®) auftreten?

Wie bei jedem anderen Mittel gegen Epilepsie können auch unter der Behandlung mit Levetiracetam (Keppra®) Nebenwirkungen auftreten. Relativ betrachtet ist die Verträglichkeit aber sehr gut. Alles, was Sie im folgenden lesen, kann auftreten, muss aber nicht.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind (bei mehr als 10% der Behandelten):

  • starke Müdigkeit
  • Schwindel und Benommenheit

Häufige Nebenwirkungen sind (bei 1-10% der Behandelten):

  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme (Magendruck, Übelkeit, Erbrechen)
  • Schlafstörungen
  • Nervosität, Unruhe
  • Zittern
  • Sehen von Doppelbildern
  • depressive Verstimmung
  • aggressive Stimmung
  • Gewichtsverlust, aber auch Gewichtszunahme
  • Bewegungsstörungen
  • Hautekzeme, Juckreiz
  • Blutbild: Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten)

Beim plötzlichen Absetzen des Medikaments besteht eine erhöhte Gefahr für epileptische Anfälle. Deshalb sollte die Dosierung ggf. langsam ("ausschleichend") heruntergefahren werden.

Während der Schwangerschaft sollte das Medikament möglichst nicht (nur wenn der Arzt das ausdrücklich empfiehlt) und während der Stillzeit gar nicht eingenommen werden.

Quellen:

  • Fachinformation: Keppra® 500 mg Filmtabletten (2020). UCB Pharma GmbH. www.gelbe-liste.de.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Kommentare: Archiv

Keppra
Mittwoch, den 16. September 2015 um 13:40 Uhr, Isabell von Heymann
Ich habe sehr bald mit Magendruck auf Keppra reagiert - neben allen möglichen anderen Nebenwirkungen (Müdigkeit, Aggressivität, Depressivität). Ich nehme es nun zweieinhalb Jahre. Eine verschleppte und höchst schmerzhafte Gastritis veranlasst mich nun dazu, das Mittel definitiv auszuschleichen und zu ersetzen.
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