Azathioprin und 6-Mercaptopurin sind im Prinzip zwei Varianten des gleichen Wirkstoffs. Nimmt man das Arzneimittel Azathioprin ein, wird dieses im Körper in 6-Mercaptopurin umgewandelt. Letzteres entfaltet dann die eigentliche Wirkung, nämlich eine sehr ausgeprägte Unterdrückung des Immunsystems.
Azathioprin ist also die Vorstufe und 6-Mercaptopurin die im Körper aktive Substanz. Für die Umwandlung im Körper sorgt ein Enzym: die Thiopurinmethyltransferase. Den Namen dieses Enzyms können sich auch 99% aller Ärzte nicht merken, Sie können ihn also guten Gewissens gleich wieder vergessen.
Wichtiger zu wissen ist, dass zwischen Azathioprin und 6-Mercaptopurin kein wesentlicher qualitativer Unterschied besteht. Häufiger verschrieben wird die Vorstufe Azathioprin.
Azathioprin-Präparate sind:
- Azafalk®
- Azaimmun®
- Colinsan®
- Imurek®
- Zytrim®
- Immunoprin® (Österreich)
- Azarek® (Schweiz)
6-Mercaptopurin-Präparate sind:
- Purinethol®
- Xaluprine®




ein so deutlicher GGT-Anstieg unter Azathioprin spricht für eine relevante Leberbeteiligung, sodass ein erneuter Versuch meist nicht sinnvoll ist. Welche Alternative geeignet ist, hängt stark von der Grunderkrankung ab, wegen der Sie Azathioprin erhalten haben.
Als Ersatz kommen häufig Mycophenolat-Mofetil, Methotrexat oder – je nach Erkrankung – auch Biologika infrage. Mycophenolat wird oft gewählt, wenn Azathioprin nicht vertragen wird, da es meist leberschonender ist, wirkt aber ebenfalls nicht sofort, sondern innerhalb einiger Wochen. Methotrexat kann schneller wirken, ist jedoch ebenfalls lebertoxisch und bei vorbestehender Leberwerterhöhung oft ungünstig. Biologika (z.B. TNF-Blocker oder andere zielgerichtete Therapien) wirken teilweise rascher, sind aber indikationsabhängig.
Eine „schnellere“ Wirkung erreicht man überbrückend oft mit Kortison, während eine neue Basistherapie anläuft.
Entscheidend ist also Ihre genaue Diagnose. und grundsätzlich sollten Sie das unbedingt mit Ihrer Arztpraxis abstimmen.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn