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H2-Atemtest: alle Fragen, alle Antworten

 

Was ist ein H2-Atemtest? Welche Erkrankungen lassen sich damit nachweisen? Und wie läuft das ab? Alles Wissenswerte dazu in diesem Beitrag.

Prinzip des Tests

Wozu dient der H2-Atemtest?

Ein H2-Atemtest ist ein einfacher Test, mit dem eine Unverträglichkeit gegen verschiedene Kohlenhydrate festgestellt werden kann. Dazu zählen Laktose (Milchzucker), Fruktose (Fruchtzucker) oder seltener auch Sorbit (z.B. in Süßstoff).

Darüber hinaus kann mit einem H2-Atemtest (mit Laktulose oder Laktitol) die Zeit bestimmt werden, die die Nahrung vom Mund bis zum Erreichen des Dickdarms benötigt, die sogenannte orozökale Transitzeit.

Der H2-Atemtest mit Glukose (Traubenzucker) wird für die Diagnostik einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Darms verwendet.

Was wird bei dem H2-Atemtest gemessen?

Das H2, also Wasserstoff, entsteht im Darm, wenn Bakterien Kohlenhydratmoleküle abbauen. Ein Teil des H2-Gases wird sofort nach der Entstehung durch die Darmwand und das Blut in die Lunge transportiert und dort mit der Ausatmung freigesetzt. Von der Entstehung des H2-Gases im Darm bis zu seiner Messbarkeit in der Atemluft vergehen etwa 6-8 Minuten.

Nachweis einer Laktoseunverträglichkeit

Warum sollte bei Verdauungsproblemen ein H2-Atemtest durchgeführt werden?

Bei häufig wiederkehrenden Verdauungsproblemen, wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall, muss an eine Unverträglichkeit von Nahrungsbestandteilen gedacht werden. Im ersten Schritt hilft ein Ernährungstagebuch, die Lebensmittel einzugrenzen, die die Probleme verursachen. Sind es möglicherweise Laktose-haltige Lebensmittel, wie Milch, Joghurt, Quark, Molkeprodukte oder Frischkäse, kann ein H2-Atemtest mit einer Laktose-Gabe Klärung bringen.

Wie kann mit dem H2-Atemtest eine Laktoseintoleranz nachgewiesen werden?

Liegt eine Laktose-Unverträglichkeit vor, fehlen im Dünndarm Enzyme, die die Laktose spalten. Wird dann ein mit Laktose angereichertes Getränk gegeben, gelangt die Laktose unverändert in den Dickdarm und wird erst dort von den Dickdarmbakterien zersetzt, also von Bakterien unter Freisetzung von Wasserstoff vergoren. Genau das ist auch der Grund für die Magen-Darm-Beschwerden bei einer Milchzuckerunverträglichkeit. Daher ist im H2-Atemtest dann ein Anstieg der Wasserstoffkonzentration in der Atemluft zu messen.

Liegt der Messwert über 20 ppm (parts per million = 0,0001%), ist das Ergebnis positiv und die Aussage (wie befürchtet) negativ: Vermutlich liegt tatsächlich eine Laktoseintoleranz vor. Zusammen mit einem Blutzuckeranstieg von weniger als 20 mg/dl gilt die Diagnose als gesichert.

Nachweis einer Fruktoseunverträglichkeit

Wie kann mit dem H2-Atemtest eine Fruktoseintoleranz nachgewiesen werden?

Verdauungsprobleme nach dem Verzehr von Lebensmitteln wie Äpfeln, Birnen, Trauben oder Honig können mit deren hohem Fruktose-Gehalt zusammenhängen. Eine mögliche Fruktoseintoleranz lässt sich mit Hilfe des Fruktose-H2-Atemtest nachweisen.

Hier kann die Fruktose aufgrund eines gestörten Transportsystems nicht durch die Darmwand wandern. Auch sie wird erst im Dickdarm abgebaut, man misst einen Anstieg des H2 in der Atemluft.

Weitere Einsatzgebiete

Kann der H2-Atemtest auch etwas über die Geschwindigkeit der Verdauung aussagen?

Ja, und zwar über eine zu langsame oder zu schnelle Darmpassage.

Ein Grund für eine chronische Verstopfung kann eine verlängerte Darmpassage (orozökale Transitzeit) sein, da der verlangsamte Transport des Nahrungsbreis zu einer stärkeren Eindickung und damit zu einem festeren Stuhl führt. Aber auch das Gegenteil kommt vor: Eine schnelle Transitzeit findet sich gehäuft bei einem Reizdarmsyndrom.

Mit dem H2-Atemtest mit Laktulose kann diese Zeit bestimmt werden. Normal sind dabei Passagezeiten von 60 bis 120 Minuten. Die Zeit, die der Nahrungsbrei dann noch durch den Dickdarm wandert, wird damit nicht erfasst.

Testsubstanz Laktulose

Die Bestimmung der Transitzeit der Nahrung erfolgt mit dem Zuckerstoff Laktulose als Testsubstanz. Für Laktulose hat der Mensch kein Enzym, das es spaltet. Daher gelangt es unverdaut in den Dickdarm und wird erst dort von den Darmbakterien unter Freisetzung von H2 gespalten.

Die Zeit vom Beginn des Tests mit der Einnahme des Laktulose-haltigen Getränks bis zum Anstieg der H2-Messwerte in der Atemluft ist die orozökale Transitzeit.

Wie funktioniert der H2-Atemtest zum Nachweis einer bakteriellen Fehlbesiedelung?

Bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung, auch SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) genannt, finden sich viele Bakterien im normalerweise keimarmen Dünndarm. Dies kann eine Vielzahl von Beschwerden hervorrufen, beispielsweise Stuhlunregelmäßigkeiten, Bauchkrämpfe oder Blähungen. Mit dem Laktulose-H2-Atemtest kann solch eine Fehlbesiedlung festgestellt werden.

Testsubstanz Glukose

Hier kommt beim H2-Atemtest die Glukose zum Einsatz. Glukose ist ein Zuckermolekül, das immer bereits im Dünndarm durch die Darmwand aufgenommen wird und daher praktisch nie in den Dickdarm gelangt. Bei einem gesunden Menschen ist daher nach einem Glukose-haltigen Getränk kein Anstieg der H2-Konzentration in der Atemluft zu messen. Befinden sich jedoch viele Keime im Dünndarm, wie es bei einer Fehlbesiedlung der Fall ist, spalten diese Keime die Glukose unter Produktion von H2-Gas. Dieses ist dann im Test nachweisbar.

Ablauf des Tests

Was muss für die Vorbereitung auf den H2-Atemtest beachtet werden?

Dazu sind folgende Hinweise wichtig:

  • Vier Wochen vor dem Test sollte kein Antibiotikum eingenommen worden sein.
  • Auch eine kurz zurückliegende Darmspiegelung würde das Ergebnis verfälschen.
  • Manche Medikamente, insbesondere solche, die die Produktion der Magensäure beeinflussen, beeinträchtigen das Testergebnis ebenfalls. Falls Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sprechen Sie dies an Ihrem Vorbereitungstermin an.
  • Essen Sie am Vortag des Tests nichts Süßes.
  • Auch blähende Nahrungsmittel, wie Hülsenfrüchte oder rohes Gemüse und Salat am Vortag, können das Ergebnis verfälschen.
  • Milchprodukte sind ebenfalls ungünstig.
  • Kommen Sie nüchtern zum Test. Etwa 14 Stunden vor dem Test sollten Sie nichts mehr gegessen haben und nur Wasser ohne Kohlensäure getrunken haben.
  • Bitte rauchen Sie in den sechs Stunden vor dem Test nicht.
  • Nehmen Sie auch kein Kaugummi.
  • Auf Zahnpasta und andere Produkte für die Zahnhygiene, wie Mundspülung oder Haftcreme, sollten Sie am Testtag ebenfalls verzichten.

Ablauf und unerwünschte Nebenwirkungen des H2-Atemtests

Wie wird der H2-Atemtest durchgeführt?

Für den Test trinkt man 200 bis 400 ml Wasser oder Tee, in dem eine definierte Menge des Kohlenhydrats, das getestet werden soll, gelöst ist.

  • Bei der Fragestellung nach einer Laktose-Unverträglichkeit werden 25 oder 50 g Laktose verwendet.
  • Zur Klärung einer Fruktose-Unverträglichkeit verabreicht man 25 oder 50 g Fruktose.
  • 10 g Laktulose wird für die Messung der orozökalen Transitzeit gegeben.
  • 50 g Glukose ist das Test-Kohlenhydrat für den H2-Atemtest zur Fehlbesiedlung des Dünndarms.

Über insgesamt bis zu drei Stunden wird in 15- bis 20-minütigen Abständen dann der H2-Wert in der Atemluft gemessen. Ein Begleitfragebogen erhebt das Beschwerdebild während dieser Zeit.

Gut zu wissen:

  • Zwischen den Messungen darf man spazieren gehen oder etwas lesen.
  • Der Test beeinträchtigt nicht die Fahrtüchtigkeit.
  • Eine gleichzeitige Testung mit mehreren Kohlenhydraten geht leider nicht.
Gibt es unerwünschte Wirkungen durch den H2-Atemtest?

Bei einer Unverträglichkeit ist zu erwarten, dass die bekannten Beschwerden auch während und nach dem Test auftreten (z.B. Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall). Diese Beschwerden bestätigen dann zusätzlich die Unverträglichkeit.

Kann das Testergebnis fehlerhaft sein?

In seltenen Fällen kann beim Glukose-H2-Atemtest trotz vorhandener Fehlbesiedlung des Dünndarms kein Wasserstoff-Anstieg in der Atemluft gemessen werden. Dies kann an der Zusammensetzung der Darmkeime liegen, die möglicherweise nur sehr wenig Wasserstoff produzieren. Der produzierte Wasserstoff kann aber auch von anderen Darmkeimen abgefangen und verwertet werden. Betroffene Menschen werden als Non-Producer (Nicht-Produzierer) bezeichnet.

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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