Haupt-Autorin des Artikels
Dr. med. Chiara Grabmann
Ärztin / medizinische Fachautorin
Künstliche Hüftgelenke, also Prothesen, sind in der Regel belastungsstabil. Das heißt, sie können direkt im Anschluss an die Operation mit dem vollen Körpergewicht belastet werden.
Allerdings besteht bei künstlichen Hüftgelenken vor allem in der ersten Zeit die Gefahr, dass der Prothesenkopf aus dem Hüftgelenk herausrutscht, man spricht dann von einer sogenannten Luxation. Der Mechanismus ist dabei ähnlich wie bei einer ausgekugelten Schulter. Deshalb sollten bestimmte Bewegungen nach einer Hüftoperation vermieden werden:
- Tiefe Beugung im Hüftgelenk (tiefe Hocke): In der ersten Zeit nach der Operation sollten Betroffene nicht auf tiefen Möbeln sitzen, wie einem niedrigen Sofa oder Hocker. Für zu Hause können für die Anfangszeit auch sogenannte Sitzerhöhungen (spezielles Kissen) geholt werden.
- Beine nicht überschlagen: Auch eine starke Innenrotation sollte in den ersten Wochen vermieden werden, wie beispielsweise das Beineüberschlagen.
- Nicht auf der Seite schlafen: Je nach Prothesenform muss mitunter auch in den ersten Wochen auf das Schlafen auf der Seite verzichtet werden.
Das individuelle Luxationsrisiko hängt aber auch von dem Fitnesszustand des Betroffenen und dem gewählten Operationsverfahren ab. Nach der Operation wird Ihnen daher genau erklärt, welche Bewegungen Sie vermeiden sollten und was erlaubt ist.



seit 2022 habe ich eine künstliche Hüfte. Welche Übungen darf ich nicht machen? Habe leider Vernarbungen in Weichteilen des Knochens.
das ist aus der Ferne nur eingeschränkt zu beurteilen. Also das Folgende bitte eher als generellen Tipp verstehen, nicht als individuelle Beratung.
Mit einer Hüft-TEP sollten Sie Yoga grundsätzlich nur in moderater, kontrollierter Form ausüben. Meiden sollten Sie vor allem tiefe Hüftbeugungen über 90 Grad, starke Innenrotationen und ausgeprägte Adduktion, also Bewegungen, bei denen das Bein stark nach innen oder über die Körpermitte geführt wird. Typische problematische Positionen sind der tiefe Lotussitz, extreme Drehhaltungen im Sitzen, sehr tiefe Vorbeugen, „Happy Baby“, tiefe Hocke sowie kraftvolle Hüftöffner.
Durch die beschriebenen Weichteilvernarbungen ist zusätzlich Vorsicht geboten, da ruckartige oder stark dehnende Übungen Schmerzen provozieren und die Beweglichkeit eher verschlechtern können. Sinnvoll sind stattdessen sanfte, schmerzfreie Bewegungen mit Fokus auf Stabilität, langsame Mobilisation und Muskelkräftigung. Ideal wäre Yoga unter Anleitung mit Erfahrung bei Hüftprothesen oder Rücksprache mit Orthopäde bzw. Physiotherapie.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
Vor 10 Jahren Hüft-TEPs beidseitig bekommen. Keine Beschwerden. Betreibe Yoga. Darf ich ohne Bedenken ein Vibrationsboard benutzen? Besteht nach dieser Zeit die Gefahr der Lockerung der künstlichen Gelenke?
bei einer gut verankerten und stabilen Hüftprothese, die seit 10 Jahren beschwerdefrei funktioniert, ist das Risiko einer Lockerung durch moderate Belastungen, wie sie bei einem Vibrationsboard auftreten, in der Regel gering. Allerdings hängt dies von verschiedenen Faktoren ab, z.B. der Qualität des Knochens, der Art der Prothese und der Frequenz/Intensität der Vibrationen.
Niedrige Frequenzen (ca. 20–40 Hz) und eine moderate Intensität sind in der Regel unbedenklich und können sogar positive Effekte auf die Knochengesundheit haben. Hohe Intensitäten oder eine falsche Nutzung könnten jedoch potenziell eine übermäßige Belastung auf die Prothesenverankerung ausüben.
Sprechen Sie am besten mit Ihrem Orthopäden oder Physiotherapeuten, der Ihre individuelle Situation einschätzen kann.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn