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Unsere Empfehlungen für Betroffene

„Sie können alles essen, was Sie vertragen“. So lautet eine typische Ernährungsempfehlung für Krebspatienten unter Chemotherapie. Das ist prinzipiell nicht falsch. Im Einzelfall aber nicht unbedingt ausreichend, um mit den Problemen der Nahrungsaufnahme unter erschwerten Bedingungen fertig zu werden.

Jeder Krebs ist anders und jeder Mensch mit seinen individuellen Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten erst recht. Die gilt es herauszufinden. Zwar ist bisher keine Ernährungsform bekannt, die gezielt einem Krebs entgegenwirken oder die Vermehrung der Blutzellen kurzfristig steigern könnte. Wohl aber ist bekannt, dass ein guter Ernährungszustand die Tumorbehandlung günstig beeinflussen kann.

Das richtige Wissen hilft Ihnen dabei, in dieser erschwerten Ernährungssituation besser zurechtzukommen und die ein oder andere negative Erfahrung vermeiden zu können. Informieren Sie sich, fragen Sie Ihren Arzt und nutzen Sie bei Bedarf das Angebot einer qualifizierten Ernährungsberatung. Die nachfolgenden Tipps dienen als kleiner Anstoß dazu.

Meine 10 wichtigsten Tipps

  • 1. Nehmen Sie solange wie möglich normale Kost zu sich. Die Chemotherapie ist eine schwere Belastung für Ihren Körper. Besonderheiten in der Ernährung, wie etwa die als „Astronautenkost“ bekannte Trinknahrung, spezielle Lebensmittel, Vitamine oder Diäten sind trotzdem nicht automatisch notwendig. Empfehlenswert ist eine leichte und keimarme Vollkost. Noch wichtiger als sonst ist der Verzicht auf Nikotin und ein möglichst geringer Alkoholkonsum.
  • 2. Nicht günstig ist die sonst so empfohlene ballaststoffreiche Ernährung. Kohl, Bohnen und andere Hülsenfrüchte, frisches Obst und Gemüse, Salate, Nüsse, Kleie und andere Vollkornerzeugnisse gelten ebenso wie rotes Fleisch als nicht so günstig, da sie den Verdauungstrakt stärker beanspruchen. Bananen sind dagegen im Allgemeinen gut bekömmlich und haben einen hohen Nährwert.
  • 3. Essen Sie, was Ihnen schmeckt. Das ist während einer Chemotherapie häufig leichter gesagt als getan. Übelkeit und Erbrechen sind dank geeigneter Begleitmedikation heute seltener geworden. Appetitlosigkeit und Geschmacksstörungen erschweren aber weiterhin vielen Menschen unter Chemotherapie die Nahrungsaufnahme. In dieser Ausnahmesituation gelten dann mitunter auch etwas andere Ernährungsregeln. Es kommt erstmal nur darauf an, dass Sie überhaupt ausreichend Nährstoffe und Energie zu sich nehmen. Auch wenn Ihr Speiseplan dabei vorübergehend nicht allzu „gesund“ erscheinen mag. Achten Sie auf Ihr Normalgewicht. Ein länger bestehendes Untergewicht kann ein Hinweis auf eine Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen sein.
  • 4. Hören Sie auf Ihren Körper und haben Sie Geduld. Lassen Sie sich beim Thema Essen nicht unter Druck setzen. Nach einiger Zeit reguliert sich das mit dem Appetit, der Verdauung und den Verträglichkeiten normalerweise wieder. Probieren Sie auch Speisen, die anfangs Beschwerden verursachen, immer wieder in kleinen Mengen aus. Später sind sie möglicherweise wieder bekömmlich. Das erleichtert die Rückkehr zu – oder auch den Neubeginn mit – einer ausgewogenen und gesunden Vollwerternährung, die nach der Chemotherapie besonders wichtig ist. Unterstützend können Sie ein Ernährungstagebuch führen und damit gut und nicht so gut verträgliche Speisen bewusst identifizieren.
  • 5. Es gibt einige Tricks, um den Appetit anzuregen. Etwa ein kleiner Aperitif vor dem Essen (mit ärztlicher Erlaubnis), ferner Bitterstoffe (z.B. in Tonic Water oder Bitter Lemon), Ingwer-Tee oder eine Fleischbouillon, bei Bedarf gemischt mit enteraler Trinknahrung. Um nicht erst aufwändig kochen zu müssen, wenn sich die Essenslust einstellt, sollten Sie über einen Vorrat an verschiedenen Snacks, Tiefkühlkost oder Fertiggerichten verfügen. Leichte Bewegung ist ebenfalls ein Appetitstimulans und wirkt einer Verstopfung entgegen. Sollte Sie der Geruch der Speisen stören, empfiehlt sich der Verzehr kalter Gerichte.
  • 6. Wenn die Chemotherapie bei Ihnen eine Übelkeit verursacht, sollten Sie davor auf Ihre Lieblingsspeisen besser verzichten. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie eine dauerhafte Abneigung dagegen entwickeln. Häufig lässt sich das Problem umgehen, wenn schon vorbeugend Medikamente gegen Unwohlsein und Erbrechen in ausreichender Dosierung eingenommen werden. Außerdem kommt möglicherweise auch eine Anpassung der Chemotherapie selbst in Frage, wenn Sie diese schlecht vertragen.
  • 7. Trinken Sie ausreichend. Anders als sonst geht es dabei nicht nur um die Flüssigkeitsaufnahme, sondern auch um die Zufuhr von Nähr- und Mineralstoffen. Dafür eignet sich z.B. Gemüse- oder Fleischbrühe. Besonders wichtig ist das, wenn Sie aufgrund von Erbrechen oder Durchfall viel Flüssigkeit und Salze verlieren.
  • 8. Meiden Sie Lebensmittel, die die Schleimhäute in Mund und Verdauungstrakt zusätzlich reizen. Diese sind durch die Chemotherapie ohnehin schon angegriffen. Also lieber keine Zitrusfrüchte, starke und scharfe Gewürze, stark Gesalzenes sowie heiße Speisen und Getränke. Stark säurehaltig und damit ebenfalls nicht zu empfehlen sind Ananas, Orangen, Mandarinen, Zitronen, Grapefruits, Johannisbeeren, Himbeeren, Sauerkirschen, Rhabarber, Tomaten, Fruchtsäfte und Früchtetees. Viele kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große. Harte oder bröselige Speisen sind zu meiden. Günstiger ist weiche oder flüssige Kost. Durch Trinken beim Essen in kleinen Schlucken kann die Nahrung zusätzlich angefeuchtet werden. Auch ein Ausweichen ins Sortiment der Babykost kommt in Frage. Neben mild gewürzten Zubereitungen gibt es beispielsweise säurearme Apfelsäfte, die besser verträglich sein können. Letztlich ist es eine Frage des Ausprobierens.
  • 9. Achten Sie auf Ihre Zähne. Eine sorgfältige Körperpflege ist während einer Chemotherapie noch wichtiger als in gesunden Zeiten. Regelmäßiges Zähneputzen mit einer sauberen weichen Zahnbürste hilft Infektionen im Mund und Rachenbereich zu verhindern.
  • 10. Für spezielle Ernährungsmaßnahmen wie die ketogene Diät oder das Fasten gibt es inzwischen wissenschaftliche Wirksamkeitshinweise. Ein zweitägiges Fasten vor einer Chemotherapie scheint deren Nebenwirkungen zu reduzieren. Ob das Fasten selbst auch eine krebshemmende Wirkung hat, ist derzeit noch umstritten. Die ketogene Diät wiederum sorgt mit viel Fett und wenig Kohlenhydraten für eine Stoffwechselumstellung, die offenbar die Energiezufuhr für die Krebszellen und damit das Wachstum besonders aggressiver, „zuckerhungriger“ Tumore drosseln kann. Außerdem hilft sie bei starker Auszehrung die nötige Kraft für eine Chemotherapie zu erlangen. Besprechen Sie die Möglichkeiten solcher Ernährungsansätze bei Bedarf mit Ihrem behandelnden Arzt.

Noch ein Extra-Tipp: Wenn Sie mit Ihrer Vitalstoff-Zufuhr auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen wir einen speziellen Gesundheitssaft. Ein Löffel pro Tag deckt alle wichtigen Vitalstoffe und sekundären Pflanzenstoffe ab, eine Flasche hält damit 50 Tage vor. Die Wirksamkeit wurde durch Studien belegt.

 

Haben Sie eine Frage? Dann stellen Sie sie gern und wir versuchen zu antworten. Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten)

Kommentare  
Lorenz
Darf man bei einer Chemotherapie schwere Arbeiten verrichten?
Arbeit bei Chemotherapie
Hallo Erich,
das ist pauschal und aus der Ferne unmöglich seriös zu beantworten. Es kommt auf die Art und Phase der Chemotherapie an, auf Ihren Gesundheitszustand und noch auf vieles mehr.
Das müssen Sie bitte mit den behandelnden Ärzten besprechen.
Viele Grüße vom Navigator-Team
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Autoren unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

Dr. Hubertus Glaser
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
  • freiberuflich als Entwickler, Berater und Publizist

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

Haupt-Autor
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