Melperon gehört zu den sogenannten Neuroleptika und wirkt einerseits stark beruhigend, andererseits auch stimmungsaufhellend. Damit können ausgeprägte Erregungszustände oder Verwirrtheit eingedämmt werden. Da es sich um ein starkes Psychopharmakon handelt, das auch eine ganze Reihe an Nebenwirkungen verursachen kann, sollte die Anwendung immer so kurz wie möglich sein. Und die Dosierung so gering wie möglich.
Als Faustregel gilt: Bei leichteren Angst- oder Unruhezuständen genügt in der Regel eine Dosierung von 20-70 mg Melperon pro Tag. Bei stärkeren Erregungszuständen sind oft auch 200 mg täglich notwendig. Ausgeprägte Wahnvorstellungen oder aber eine nicht mehr kontrollierbare Aggressivität erfordern oft zumindest kurzzeitig eine Dosiserhöhung auf 400 mg pro Tag.
Einnahme nach dem Essen
Grundsätzlich gilt, dass die gewählte Dosierung über den Tag verteilt werden sollte, also nicht alles in einem Schwung. Besteht eine starke nächtliche Unruhe, sollte der Löwen-Anteil der Tabletten nach dem Abendessen eingenommen werden.
Apropos Abendessen: Melperon sollte generell nach dem Essen verabreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt sollte weder Milch noch Kaffee noch Tee getrunken werden, weil das die Wirkung negativ beeinflussen kann. Auf Alkohol sollte generell verzichtet werden.
Was auch noch wichtig zu wissen ist: Bis Melperon seine Wirkung entfaltet, vergehen oft zwei bis drei Wochen. Man kann den Behandlungserfolg also nicht drei Tage nach der ersten Einnahme beurteilen. Setzt die Wirkung ein, kann die Dosis oft leicht gesenkt werden.




wir wissen nichts über Sie und Ihre Schlafstörungen, insofern ist das nur bedingt zu beantworten.
Aber grundsätzlich ist das richtig. Melperon wird in niedriger Dosierung häufig als Schlafmittel eingesetzt, besonders bei älteren Menschen. 50 mg abends sind eine übliche Startdosis.
Wichtig ist, dass es müde machen kann und am nächsten Morgen noch etwas nachwirken kann, vor allem zu Beginn oder bei Dosissteigerung. Wenn starke Benommenheit, Schwindel oder Stürze auftreten, sollte man das dem Arzt zurückmelden.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn