Ist der Östrogenmangel in den Wechseljahren normal?

Ja. Allerdings ist die Bezeichnung falsch. Denn es handelt sich nicht um einen Mangel. Der absinkende Östrogenspiegel ist vielmehr völlig normal und aus Sicht des Körpers auch richtig so. Denn ab einem bestimmten Alter isat es biologisch unsinnig, noch Kinder zu bekommen. Und dafür dient das Östrogen ja maßgeblich.

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Wo das Östrogen herkommt

Die Hauptquelle für die Bildung des körpereigenen Östrogens liegt in den weiblichen Eierstöcken. Genauer in den Eibläschen (Follikeln), die sich dort bereits in der Kindheit in voller Anzahl versammelt befinden. Mit dem Eintritt in die fortpflanzungsfähige Lebensphase reifen sie nach und nach zu reifen Eizellen heran, die über die Eileiter in die Gebärmutter zur potenziellen Befruchtung entlassen werden.

Mit der Abnahme der Eibläschen nimmt logischerweise ab einem gewissen Zeitpunkt – bereits einige Jahre vor der letzten Regelblutung – auch die Östrogen-Produktion ab. Das ist ein natürlicher Vorgang und auch biologisch sinnvoll – zumindest das darf man/frau das trotz noch bestehender wissenschaftlicher Fragezeichen guten Gewissens annehmen.

Relative Mangelerscheinungen durch vorübergehende Ungleichgewichte möglich

Insofern ist fraglich, ob überhaupt von einem Mangel gesprochen werden sollte, auch wenn Umfragen zufolge zwei von drei Frauen bei uns – im Gegensatz etwa zu asiatischen Verhältnissen – die Wechseljahre anscheinend mit mehr oder weniger starken Beschwerden erleben. Eine gesunde Verfassung vorausgesetzt, ist jedenfalls weniger die erniedrigte Östrogenmenge das Problem als vielmehr das vorübergehende Ungleichgewicht zwischen den schwankenden Hormonspiegeln.

Bis zum Ende der Wechseljahren pendelt sich das auf einem zwar tieferen, aber wieder ausgeglichenen Niveau ein.

Vieles hängt von einem selbst ab

Ob und wie stark ein solcher relativer Mangel am Ende in Erscheinung tritt, hängt unter anderem von Ihrem Verhalten ab. Eine gesunde Ernährung und ein ebensolcher Lebensstil sind die Grundlage. Weitere gezielte Maßnahmen in Eigenregie können dabei helfen. Auch eine naturheilkundliche Unterstützung durch pflanzliche Mittel kommt in Frage. Und als individuelle Option schließlich auch eine Hormontherapie.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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