Stärken weibliche Hormone wirklich die Knochen?

Ja. Für das Östrogen ist das ja schon länger bekannt. Aber auch das andere weibliche Geschlechtshormon, das Progesteron (Gestagen), scheint den Knochenstoffwechsel positiv zu beeinflussen. Die genauen Vorgänge sind aber noch nicht eindeutig wissenschaftlich bewiesen.

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Und eines muss man sich dabei auch klar machen: Die weiblichen Hormone stärken zwar den Knochen, sind aber sicher nicht das allein selig machende Wundermittel gegen Osteoporose. Auf so mancher Website wird zum Beispiel Progesteron als das einzige Hormon bezeichnet, das knochenaufbauend wirkt. Klingt toll, ist aber falsch.

Progesteron fördert den Knochenaufbau, Östrogen hemmt den Abbau

Tatsächlich zählen zu den wichtigsten Hormonen für den Knochenstoffwechsel und seine Auf- und Abbauprozesse das Parathormon sowie Calzitonin und Calcitriol. Ab der Pubertät spielen dann auch die Sexualhormone eine maßgebliche Rolle, allen voran das Östrogen. Auch das als Gelbkörperhormon bekannte Progesteron mischt in dem Geschehen mit. Offenbar fördert es den Knochenaufbau, während Östrogen die Abbaumechanismen hemmt. Auf den Osteoblasten, wie die knochenbildenden Zellen genannt werden, sitzen dafür Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren.

Natürliches Progesteron unterstützt also den schützenden Effekt von Östrogen vor einer Osteoporose. Im austarierten Zusammenspiel sind die beiden Hormone – wen wundert’s? – dabei am stärksten. In der Behandlung von Knochenschwund und der Vorbeugung dagegen kann das Progesteron deshalb ein wertvoller Bestandteil sein. Einseitigkeiten sind aber aller Erfahrung nach eher schädlich als hilfreich, sei es in der einen oder anderen Form.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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