Ist Denosumab (Prolia) speziell für Frauen in den Wechseljahren geeignet?

Ja, zumindest, was den Zulassungsstatus angeht. Zwar erhalten auch Männer Denosumab, wenn es infolge einer Hormontherapie zur Behandlung von Prostatakrebs zu Osteoporose kommt. Haupteinsatzbereich des Wirkstoffs ist jedoch die Behandlung von Osteoporose bei Frauen nach der Menopause (Stopp der Regelblutung), die ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche aufweisen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für die Wechseljahre

weiterlesen...

Das Medikament ist seit Mai 2010 in Europa speziell für diese beiden Einsatzbereiche zugelassen. Im Handel erhältlich ist das Arzneimittel unter dem Namen Prolia®.

Besser als Plazebo

In den Zulassungsstudien wurden 7.868 Frauen mit postmenopausaler Osteoporose untersucht. Die Teilnehmerinnen erhielten alle eine Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D. Ein Teil der Frauen erhielt zusätzlich 60 mg Denosumab als subkutan applizierte Injektion alle sechs Monate, die anderen ein wirkstoffloses Scheinmedikament (Plazebo).

Im Verlauf der drei Behandlungsjahre bekamen unter den tausenden Frauen mit Denosumab 2,3% eine Wirbelfraktur. In der Vergleichsgruppe, die Plazebo erhalten hatte, kam es jedoch deutlich häufiger – nämlich bei 7,2% der Frauen – zu einem Bruch in einem Wirbelkörper. Statistisch gab es in der Denosumab-Gruppe im Vergleich zur Plazebo-Gruppe also 68% weniger vertebrale Frakturen.

Außerdem kam es zu 40% weniger Hüftfrakturen (1,2% versus 0,7%). Jährliche Zwischenanalysen ergaben, dass der Vorteil der Denosumab-Behandlung vom ersten bis zum dritten Jahr erhalten blieb.

Studie: Denosumab versus Alendronat

In einer weiteren Studie mit 1.189 Frauen nach der Menopause und mit Osteoporose wurde die Sechsmonatsspritze ein Jahr lang im Vergleich mit einer wöchendlich einzunehmenden Tablette mit dem Bisphosphonat Alendronat 70 mg getestet.

Das Resultat: Man fand einen statistisch signifikant stärkeren Zuwachs an Knochendichte unter Denosumab. Diese Überlegenheit zeigte sich an allen fünf Stellen des Skeletts, an der man die Dichte untersucht hatte – nämlich an der Hüfte, dem Oberschenkelhals, am Rollhügel des Obeschenkels (Trochanter), der Lendenwirbelsäule und am Unterarmknochen. (Anm. der Redaktion: das sind natürlich sehr weiche Kriterien, ein Unterschied in tatsächlichen Beschwerden konnte hier offenbar nicht nachgewiesen werden.)

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Osteoporose finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Osteoporose

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (1)
Denosumab auch für Männer zugelassen
1 Montag, den 23. Juli 2018 um 16:49 Uhr
Dr. M
Denosumab ist seit einiger Zeit (2016?) auch zur Behandlung von Osteoporose bei Männern zugelassen. Bereits zuvor gab es eine Zulassung zur Osteoporose-Vorbeugung im Rahmen einer Antihormontherapie bei Prostatakrebs. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Männer und Frauen sich bzgl. des Medikaments unterschiedlich verhalten.
Dass die Zulassung zunächst verstärkt die Frauen betraf, ist der Häufigkeit der Osteoporose bei Frauen (etwa 5:1) geschuldet. Außerdem der Situation, dass die Zulassungsbehörden bei Osteoporose geschlechtsgetrennte Studien fordern (was bei Diabetes- oder Blutdruckmedikamenten nie der Fall ist).
Anzeigen