Nervosität und Schlafstörungen in den Wechseljahren

Nervosität und Schlafstörungen sind ein häufiges Phänomen in den Wechseljahren, unter dem viele Frauen zu leiden haben. Hilfreich können pflanzliche Produkte wie Baldrian und Hopfen oder bestimmte Teesorten sein.

Im folgenden Beitrag finden Sie nähere Informationen dazu.

Bin ich wegen meiner Wechseljahre so nervös und reizbar?

Häufiges Phänomen in den Wechseljahren

Nervosität und Reizbarkeit sind das häufigste Wechseljahressymptom überhaupt. Noch vor den berüchtigten Schweißausbrüchen oder seelischen Verstimmungen. Das ist das Ergebnis einer zusammenfassenden Analyse mehrerer Studien zu diesem Thema.

Rund 90% aller Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden leiden, geben an, auffallend nervös und reizbar geworden zu sein. Allerdings täuscht das etwas, denn rund ein Drittel aller Frauen im betreffenden Alter bleibt völlig beschwerdefrei. Am Ende sind es also nur etwa 60%, die tatsächlich mit Nervosität zu kämpfen haben. Und das auch nicht zwingend über die gesamte Dauer der Wechseljahre. Oft tritt diese vermehrte Reizbarkeit nur phasenweise auf, möglicherweise immer dann, wenn es zu stärkeren Hormonschwankungen kommt.

Es kann auch andere Gründe haben

Im entsprechenden Alter ist es daher gut möglich, dass Nervosität mit den Wechseljahren zu tun hat. Aber natürlich kann sie auch völlig unabhängig von Hormonhaushalt und weiblicher Fertilität auftreten. Schließlich gibt es auch jede Menge 30jähriger Männer, die häufig reizbar und nervös sind. Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Die Ursachen sind ungefähr so vielfältig wie bei Kopfschmerzen oder Bauchweh.

Welche pflanzlichen Mittel helfen gegen Nervosität und Einschlafstörungen?

Baldrian, Hopfen und Melisse

Am bekanntesten und am besten erprobt ist sicherlich Baldrian. Allerdings sind die angebotenen Baldrian-Präparate von sehr unterschiedlicher Qualität und Wirksamkeit. Es lohnt sich deshalb, sich hier vom Frauenarzt oder Apotheker beraten zu lassen.

Beruhigende Wirkung haben auch Hopfen, Melisse und Passionsblume, die oft in Kombinationspräparaten mit Baldrian angeboten werden. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen am besten hilft.

All diese pflanzlichen Mittel haben im Gegensatz zu vielen synthetischen Beruhigungsmitteln (Benzodiazepine wie Valium & Co) den großen Vorteil, weder nennenswerte Nebenwirkungen zu haben noch eine Abhängigkeit zu erzeugen.

Welche Teesorten sind gut gegen Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Wie schon erwähnt sind u.a. Hopfenzapfen und Hopfenblüten als sanft wirkendes Beruhigungsmittel und als Mittel gegen Schlafstörungen bekannt. Sie können allerdings nicht nur in Tablettenform eingenommen werden, sondern haben sich auch als Tee bewährt. Hier gibt es auch wiederum Kombinationszubereitungen aus Hopfen und Baldrian.

Auch gut gegen Depressionen

Beiden Heilmitteln wird eine östrogenähnliche und allgemein harmonisierende Wirkung zugeschrieben, wodurch sie zusätzlich andere Wechseljahresbeschwerden wie depressive Verstimmungen lindern.

Tipps zur praktischen Anwendung von Tee gegen Wechseljahresbeschwerden:

Hopfentee

  • Zubereitung: 2 Teelöffel Hopfenblüten mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen
  • Trinken Sie täglich zwei Tassen ungesüßt.
  • Besonders effektiv als Schlaftrunk wirkt der Tee allerdings gesüßt, und zwar, wenn man eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eine Tasse Tee mit einem Teelöffel Honig genießt.

Melissentee

  • Melissen-Tee wirkt allgemein stärkend, beruhigend und krampflösend. Er lindert zudem Gereiztheit und Nervosität.
  • Zubereitung: 3 Teelöffel Melissenblätter mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, dann abseihen. Wer möchte, kann das Gebräu mit Honig süßen.
  • Trinken Sie von dem Tee 6-8 Wochen lang täglich drei Tassen, erst dann ist mit einer vollen Wirkung zu rechnen.

Welche Schüssler-Salze können Schlafstörungen in den Wechseljahren lindern?

Ob Schüssler-Salze tatsächlich wirken, ist ein wenig Glaubenssache. Wissenschaftlich bewiesen ist nichts. Probieren Sie es bei Interesse einfach aus.

Gegen Schlaflosigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen werden eine ganze Reihe verschiedener Schüssler-Salze eingesetzt.

Schüssler-Salze gegen Schlafstörungen

  • Nr. 2. Calcium Phosphoricum
  • Nr. 5. Kalium Phosphoricum bietet sich an, wenn neben Schlafstörungen auch eine melancholische Stimmung besteht.
  • Nr. 7. Magnesium Phosphoricum: Wird häufig als sogenannte „Heiße Sieben“ angewendet. Dazu löst man zehn Tabletten von Magnesium phosphoricum in heißem Wasser auf und trinkt es schluckweise. So soll es besonders schnell vom Körper aufgenommen werden und dadurch besonders gut wirken. Diese Mischung sollte man nicht mit einem Metalllöffel umrühren.
  • Nr. 14. Kalium bromatum: Viele Beschwerden, die nervös bedingt sind, werden gemäß der Schüssler-Lehre durch Kalium bromatum gelindert; neben Schlaflosigkeit beispielsweise auch Kopfschmerzen.
  • Nr. 25. Aurum chloratum natronatum: Der Einfluss auf Körperrhythmen wird daraus abgeleitet, dass das Salz auf die Zirbeldrüse einwirken soll. Dort wird das Hormon Melatonin gebildet, das den Wach- und Schlafrhythmus steuert.

1 bis 3 Salze 3-6 mal täglich

Nach Gutdünken können Sie entweder verschiedene der passenden Salze (maximal drei) zur gleichen Zeit oder nur ein einzelnes Salz auswählen.

Gemeinhin empfohlen wird (zumindest von den Befürwortern der Schüssler-Salze), drei- bis sechsmal täglich 1-3 Tabletten nacheinander langsam im Mund zergehen zu lassen.

Autoren: Anna Haugg & Dr. med. Jörg Zorn

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