Soja, Rotklee und Verwandte: Gesundmacher, die doch nicht so gesund machen?

Sogenannte Isoflavone wie Soja oder Rotklee sollen gegen Wechseljahresbeschwerden helfen. Sie ahmen die Wirkung des Östrogens nach, weshalb man auch von pflanzlichen Hormonen spricht. Doch nun warnen einige Experten vor einer zu langen Anwendung, vor allem aber vor ungeprüften Präparaten aus dem Internet.

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Hormon-ähnliche Substanzen aus Soja und Rotklee

Den Isoflavonen werden eine ganze Reihe an gesundheitsfördernden Effekten zugeschrieben. Unter anderem sollen sie antientzündlich wirken, die Cholesterinwerte senken und wegen ihrer ähnlichen chemischen Struktur eben auch das körpereigene Östrogen ersetzen können. Demnach scheinen sie wie geschaffen für eine Anwendung in den Wechseljahren, um lästige Symptome wie Hitzewallungen zu lindern.

Doch nun warnt die Gesellschaft Deutscher Chemiker vor dem unkritischen Gebrauch: Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem hohen Gehalt an Isoflavonen sei über einen längeren Zeitraum hinweg riskant, weil deren Langzeitwirkung und die Risiken unklar seien.

Wirkungen und Nebenwirkungen: Noch viele Fragen offen

So ist beispielsweise unbekannt, ob Isoflavone in natürlichen Sojaprodukten wirklich vergleichbar sind mit „künstlichen" Präparaten, für die sie speziell angereichert wurden. Auch ist ungeklärt, ob Isoflavone auf längere Sicht und in höherer Dosierung möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen, wie das für einige Hormonpräparate bekannt ist.

Große Vorsicht sei vor allem bei Produkten aus dem Internet geboten. Denn da es sich formal um Nahrungsergänzungsmittel und nicht um Medikamente handelt, sind bei derartigen Produkten die amtlichen Kontrollen längst nicht so streng wie bei Arzneimitteln.


Autoren: WANC/, 09.09.08
Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)

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