Wechseljahresbeschwerden: Auch Soja und Rotklee nicht unbedenklich

Die als Ersatz für Hormon-Präparate hochgejubelten Soja- und Rotklee-Produkte sind möglicherweise doch nicht der Allheilsbringer. Das Bundesinstitut für Risikobewertung jedenfalls bescheinigt auch diesen Substanzen ein gewisses Risikopotential, unter anderem für Brustkrebs. Zudem sei ihre Wirkung nicht einwandfrei nachgewiesen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für die Wechseljahre

weiterlesen...

"Marktnische" für Soja und Rotklee

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden verschiedene Risiken birgt und deshalb nur zurückhaltend eingesetzt werden sollte. Vor allem ein leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Schlaganfall hat zu dieser Neubewertung geführt.

Flugs wurden Präparate einer anderen Substanzgruppe beworben, denn nicht nur den Herstellern von Hormon-Präparaten geht es vornehmlich ums Geschäft. Nun galten plötzlich sogenannte Isoflavone als Allheilsbringer. Das sind Östrogen-ähnliche Pflanzenstoffe, die vor allem in Soja und Rotklee enthalten sind. Sie ahmen die Wirkung des Östrogens nach und können auf diese Weise die typischen Wechseljahresbeschwerden genauso effektiv lindern wie Hormon-Präparate. Das sagen jedenfalls die Befürworter der Isoflavone und natürlich die Hersteller der entsprechenden Präparate.

Die Tatsache, dass asiatische Frauen mit sojareicher Ernährung deutlich weniger mit Wechseljahresbeschwerden zu kämpfen haben als die Frauen hierzulande, spricht auch in der Tat für diese Annahme. Außerdem gibt es auch einige Studien, die eine gute Wirkung der Isoflavone zeigen.

Krebsgefahr auch durch Isoflavone?

Allerdings sind diese Studienergebnisse nicht eindeutig genug für eine endgültige Bewertung. Das sagt nun wiederum das Bundesinstitut für Risikobewertung. Zudem gäbe es auch unter diesen Präparaten mitunter Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung oder allergische Reaktionen. Noch wichtiger aber: In Laboruntersuchungen zeigte sich, dass auch die pflanzlichen Isoflavone möglicherweise eine fördernde Wirkung auf Brustkrebszellen haben. Also genau das, warum man die klassischen Hormon-Präparate nicht allzu lange einnehmen sollte. Da die Soja- und Rotklee-Extrakte so ähnlich wirken wie Östrogen, das ja auch einen krebsstimulierenden Effekt haben kann, ist das auch durchaus denkbar.

Aber nichts Genaues weiß man derzeit. So gilt denn für die Soja- und Rotklee-Präparate bis auf weiteres im Prinzip das Gleiche wie für die Hormontherapie: Nur wenn nötig, und wenn ja, dann nur für begrenzte Zeit.

Autor: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 13.08.07
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Anzeigen