Was spricht für und was gegen das Verhütungspflaster?

Das Verhütungspflaster (z.B. Evra) wird ähnlich wie ein reguläres Heftpflaster auf die Haut geklebt und entlässt kontinuierlich die in ihm enthaltenen Wirkstoffe Östrogen und Gestagen (genauer: Ethinylestradiol und Norelgestromin). Diese Hormonzusammensetzung findet sich auch in der in Tablettenform eingenommenen kombinierten Antibabypille, das heißt, dass das Verhütungspflaster ebenso wie die Pille primär den Eisprung verhindert und somit eine Schwangerschaft (nahezu) unmöglich macht.

Einige Vorteile im Vergleich zur Pille…

Anders als die reguläre Pille wird das Pflaster eben nicht über den Speisetrakt eingenommen und verstoffwechselt, sodass typische Magen-Darm-Beschwerden meist ausbleiben. Auch die Notwendigkeit einer täglichen Einnahme entfällt, da man das Pflaster nur einmal wöchentlich wechseln muss. Anwendungsfehler sind somit seltener. Veränderte Zeitzonen bei Reisen oder kurzfristig vergessene Einzelgaben spielen so keine Rolle mehr, wovon gerade beruflich und privat sehr aktive Frauen profitieren. Mehrere internationale Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen, die Erfahrung mit beiden hormonellen Verhütungsmethoden hatten, das Pflaster in den meisten Fällen favorisierten und der Pille vorzogen.

…aber auch einige Nachteile

Obwohl das Verhütungspflaster selbst für Schwimmbad und Sauna geeignet ist und auch im normalen Leben (schlafen, duschen, anziehen) sehr gut auf der Haut hält, besteht natürlich trotzdem die Gefahr, dass es sich bei starker Reibung oder durchnässter Klebefläche im Ausnahmefall doch mal von der Haut löst. Das ist vor allem ungünstig, wenn es einem nicht sofort auffällt und es zwischenzeitlich zum (dann ggf. ungeschützten) Verkehr gekommen ist.

Daneben kann es auch vorkommen, dass die Haut das Pflaster bzw. den Klebestoff nicht optimal verträgt. Auch wenn die meisten Nutzerinnen diesbezüglich keinerlei Probleme haben, kann es bei anderen zu leichten Hautirritationen wie Rötung kommen. Zusammen mit der Frauenärztin/ Frauenarzt sollte im individuellen Fall entschieden werden, ob ein Weiterführen dieser Verhütungsart sinnvoll ist oder ob aufgrund dessen lieber gewechselt werden sollte.

Zu guter Letzt: Im direkten Vergleich zur kombinierten Pille enthält zum Beispiel das Verhütungspflaster Evra einen um rund 60% größeren Anteil Östrogen, wodurch das Thromboserisiko theoretisch erhöht sein könnte. Da weltweite Studien hier allerdings keine eindeutige Datenlage zeigen, kann das individuelle Risiko nur mithilfe des aktuellen Gesundheitsstatus und der Vorgeschichte beim Arzt/ bei der Ärztin ermittelt werden.

Autor: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin