Ist das Verhütungspflaster für mich geeignet?

Das Verhütungspflaster (z.B. Evra) eignet sich vor allem für junge, aktive und gesunde Frauen, die die Sicherheit einer hormonellen Verhütung wünschen, aber nicht täglich eine Tablette schlucken wollen. Die Sicherheit ist mit einem Pearl-Index von unter 1 sehr hoch und vergleichbar mit der regulären Pille.

Wie bei jedem Verhütungsmittel hängt auch hier die Sicherheit maßgeblich von der richtigen Benutzung ab – da aber nur viermal im Monat ans Wechseln bzw. Entfernen des Pflasters gedacht werden muss, passieren Anwendungsfehler beim Verhütungspflaster meist deutlich seltener.

Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit – besonders hier

Wenn Sie rauchen und über 35 Jahre alt sind, dürfen Sie das Pflaster (ebenso wie andere hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogenanteil) nicht anwenden. In diesem Fall wäre das Risiko für Thrombosen und andere Herzkreislauf-Erkrankungen zu groß. Auch jüngere Raucherinnen sollten ihren Konsum zumindest stark kontrollieren. Grob kann man sagen, dass das Risiko mit zunehmendem Alter plus zunehmender Zigarettenzahl ansteigt.

Körpergewicht von über 90 kg kann die Verhütungssicherheit reduzieren

Daten aus diversen Untersuchungen haben gezeigt, dass unabhängig von der Körperlänge ein Gewicht von über 90 kg die kontrazeptive Wirkung des Hormonpflasters offenbar spürbar senkt. Sicherheitshalber sollten Frauen, deren Waage diesen Wert überschreitet, zu anderen Verhütungsmitteln greifen.

Auch bestimmte Medikamente wie Johanniskraut-Präparate, Anti-Epileptika sowie einige Antibiotika können die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigen.

Kein Hormonpflaster bei einigen Krankheiten sowie längerer Bettruhe

Bevor Sie mit dem Hormonpflaster starten, sollte sichergestellt sein, dass Sie nicht bereits schwanger sind. Außerdem wird der Arzt bei einigen Erkrankungen (und manchmal auch bereits bei starken familiären Risiken oder Häufungen) keine hormonellen Verhütungsmittel verschreiben. Diese sind insbesondere:

  • Schlaganfall oder Herzinfarkt – inkl. möglicher Risikofaktoren und Vorboten wie starker
  • Bluthochdruck oder Brustenge (Angina pectoris)
  • Blutgerinnsel, d.h. Thrombosen oder Embolien jeglicher Art
  • Brustkrebs sowie andere bösartige Tumore der Geschlechtsorgane
  • Lebertumoren jeder Art sowie Leberentzündung (Hepatitis) und Gelbsucht
  • Schwerer Diabetes mellitus mit beginnenden Organschäden
  • Migräneartige Kopfschmerzen mit neurologischen Symptomen

Auch wer eine längere Liegezeit – z.B. infolge einer größeren Operation oder eines Unfalls – einhalten muss, darf in der Zeit keine hormonellen Mittel einnehmen. Sprechen Sie hier bitte immer mit Ihrem Arzt. Für stillende Frauen ist das Pflaster ebenfalls nicht geeignet, da insbesondere der Östrogenanteil nicht in den kindlichen Organismus gelangen sollte. Und auch wenn eine Frau die Flasche gibt, sollte sie nach einer Entbindung trotzdem mindestens 4 Wochen warten, bevor sie mit Evra startet. In dem Falle zur eigenen Sicherheit, damit es nicht zu Blutungs- oder Gerinnungsstörungen kommt.

Autor: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin