Wann kommt zur Notfallverhütung die Spirale danach in Frage?

Im Falle einer gewünschten notfallmäßigen Empfängnisverhütung nach stattgefundenem Geschlechtsverkehr wird in den meisten Fällen die Pille danach genommen. Mit der sogenannten Kupferspirale steht hier allerdings auch eine alternative Methode zur Verfügung.

Durch Verhinderung der Durchlässigkeit für Samenzellen sowie Veränderungen in der Gebärmutterschleimhaut verhindert die Kupferspirale eine Befruchtung der Eizelle bzw. die Einnistung der befruchteten Eizelle. Wenn sie bis zu 5 Tagen nach ungeschütztem Verkehr eingesetzt wird, kann diese Maßnahme eine Schwangerschaft in 95 - 99% verhüten.

Wie auch bei der Pille danach handelt es sich hier keinesfalls um die Abtreibung eines Embryos, es wird lediglich einer potentiellen Einnistung vorgebeugt. (Inwieweit auch das mit den eigenen ethischen Vorstellungen vereinbar ist, muss letztlich jeder einzelne, der Verhütungsmethoden anwendet, für sich entscheiden).

Die Kupferspirale ist eigentlich eine reguläre, recht häufig genutzte Verhütungsmethode, die in dem Fall noch zusätzlich zum Notfall-Einsatz dient. Die Spirale muss privat bezahlt werden, wobei die Kosten etwa 150 - 230 Euro betragen. Das Einsetzen und spätere Entfernen kann nur vom Arzt/ von der Ärztin vorgenommen werden.

Notfallverhütung und Langzeitmethode in einem

Die Entscheidung für die Spirale danach macht also nur Sinn, wenn Sie sich zu dem Zeitpunkt eh für eine längerfristige Verhütungsmaßnahme interessieren und sich dann für die Kupferspirale entscheiden. Die Spirale kann anschließend mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben. (Mehr dazu in der Rubrik IUP/ Spirale).

Übrigens kommt zur nachträglichen Verhütung mit der Spirale auch nur die Kupfervariante in Frage. Die anderen Arten von Hormonspiralen brauchen zu lange um zu wirken und eignen sich daher ausschließlich zur regulären Verhütung, nicht aber für diesen speziellen Notfall.

Vor Einsetzen einer Kupferspirale sollte das Vorliegen einer Sexualkrankheit oder einer anderen Infektion im Genitalbereich ausgeschlossen sein.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin