Wie genau funktioniert die Pille danach?

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die sogenannte Notfall-Kontrazeption (also die Möglichkeit eine ungewollte Schwangerschaft auch nach erfolgtem Geschlechtsverkehr noch zu verhüten) stetig weiterentwickelt. Heute ist meist nur noch die Einnahme einer, meist gut verträglichen Tablette nötig.

Diese sollte allerdings so bald wie möglich eingenommen werden – am besten innerhalb von 24 Stunden nach ungeschütztem Verkehr. Jede Stunde und jeder Tag früher erhöhen die Chancen, dass es erst gar nicht zu einer Befruchtung und Einnistung kommt.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Pille danach an verschiedenen Schaltstellen des Körpers wirkt, wobei dieses auch vom Zyklusstand und dem Zeitpunkt der Einnahme abhängig ist. Vor allem verhütet die Pille danach bei rechtzeitiger Einnahme den Eisprung (Ovulation) beziehungsweise verschiebt ihn so, dass eine Befruchtung der Eizelle aufgrund der begrenzten Lebensdauer der Spermien nicht möglich wird.

Pille danach ist keinesfalls mit der Abtreibungspille zu vergleichen

Darüber hinaus bewirkt das Progesteron in der Postkoitalpille, dass der Zervixschleim für die Samenzellen undurchlässig wird und auch die Weiterleitung der Eizelle im Eileiter erschwert wird. All diese Faktoren haben zur Folge, dass eine nicht gewünschte Befruchtung erst gar nicht stattfindet.

Bei Einnahme in einem späteren Zyklus-Stadium, wenn der Eisprung also doch schon stattgefunden hat, kann die Pille danach durch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut eine dortige Einnistung und damit eine Schwangerschaft verhindern.

Insofern handelt es sich bei der Pille danach auch explizit nicht um die sogenannte Abtreibungspille, da es im Erfolgsfall eben erst gar nicht zu einer Schwangerschaft (also zur Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut) kommt.

Autor: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin