Was sind die Nachteile der natürlichen Verhütung (Temperatur-Methode, Billings-Methode, symptothermale Methode)?

Der größte Nachteil der natürlichen Empfängnisverhütung ist sicherlich der nicht durchgehende Schutz. Das bedeutet, dass man damit in den empfängnisbereiten Tagen rund um den Eisprung entweder auf andere Hilfsmittel wie Kondome zurückgreifen oder auf Geschlechtsverkehr verzichten muss. Und leider ist das genau die Phase, in der die sexuelle Lust vieler Frauen am höchsten ist.

Keine Hormone, dafür tägliche Disziplin

Aber kurz noch einmal zur Erklärung: Bei der Temperaturmethode misst man morgens seine Temperatur und kann daran die fruchtbaren Tage ablesen. Bei der Billings-Methode begutachtet man zum selben Zweck den Gebärmutterschleim. Und bei der symptothermalen Methode kombiniert man die beiden Vorgehensweisen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man muss keine Hormone einnehmen, braucht weder die Zustimmung der Eltern noch ein ärztliches Rezept und bekommt ein sehr gutes Gefühl für den eigenen Monatszyklus.

Ob man die zusätzlich erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen in den fruchtbaren Tagen als Nachteil empfindet, hängt sicherlich auch wesentlich von der eigenen Einstellung ab. Sämtliche natürlichen Verhütungsmethoden verlangen eine gewisse Selbstdisziplin (morgendliches Messen, Aufpassen beim Sex an den "heißen Tagen"). Wer die mitbringt bzw. dazu bereit ist, tut sich damit naturgemäß leichter.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn