Wie funktioniert die Billings-Methode?

Bei der Billings-Methode wird Menge und Konsistenz der Zervixflüssigkeit im Laufe des Zyklus beobachtet, anhand dessen dann die fruchtbare Zeit ermittelt wird. Dieses funktioniert auf der Basis, dass die Drüsen am Gebärmutterhals rund um den Eisprung hormonbedingt mehr Sekret absondern, was von der Frau meist als klarer und verstärkter Flour wahrgenommen wird (etwa wie rohes Eiweiß).

Am Zyklusanfang sowie gegen Ende sind der Muttermund sowie der Scheideneingang dagegen meist spürbar trockener und der Zervixschleim ist eher milchig, flockig und zäh.

Spermizid und Sperma können die Auswertung verfälschen

Wer sich für diese Methode entscheidet, lernt seinen Körper meist sehr gut kennen. Es ist wichtig, dass die Zervixflüssigkeit täglich überprüft wird – zumindest zu Beginn und immer rund um die Zyklusmitte. Hierzu reicht es, wenn Sie mit dem Finger die Feuchtigkeit am Scheideneingang einschätzen. Ist es feucht, sehr feucht oder eher trocken? 4 Tage nach Feststellung des Flüssigkeitsmaximums sollten Sie entsprechend abstinent bleiben oder aber zu anderen Verhütungsmethoden greifen. Aber Achtung: Wenn Sie z.B. spermizide Gels verwenden, lässt sich der Zervixschleim 1 - 2 Tage danach nicht sicher einschätzen. Auch Samenflüssigkeit kann die Beurteilung nicht nur erschweren, sondern sogar verfälschen. Wer diese Methode sicher anwenden will, sollte insbesondere in der „noch sicheren Zeit“ der frühen ersten Zyklushälfte maximal nur jeden zweiten Tag ungeschützten Verkehr haben. Wer generell unter vermehrtem Ausfluss leidet oder eine gynäkologische Erkrankung oder Besonderheit hat, sollte zunächst seine Ärztin konsultieren. Falls Sie innerhalb Ihres Zyklus mal Schmierblutungen haben, sollten Sie diese Tage vorsichtshalber als „unsicher“ betrachten.

Nur für Paare, für die eine Schwangerschaft notfalls auch willkommen wäre

Ungeschützter Sex sollte bei dieser Methode nur stattfinden, wenn Sie am Morgen des jeweiligen Tages einen „eher trockenen“ Befund hatten. Hier macht die Erfahrung den Meister – mit der Zeit werden Sie immer sicherer im Beurteilen. Trotzdem ist diese Praktik doch verschiedenen, u.a. oben beschriebenen Unsicherheitsfaktoren unterworfen, sodass sie mit einem Pearl-Index von 20 - 25 explizit nicht als sichere Verhütungsmethode gilt. Sie ist z.B. gut geeignet für Paare, die mit wenig Aufwand den Abstand zwischen zwei Kindern noch ein wenig vergrößern möchten, die aber tendenziell nichts gegen eine Schwangerschaft hätten. Generell kann diese Methode auch Paaren helfen, die sich ein Kind wünschen und gerne die Körperzeichen für die fruchtbarste Zeit kennen und nutzen möchten. Wer aber „natürlich“ und sicher verhüten möchte, dem sei die kombinierte sympto-thermale Methode mit einem ausgesprochen hohen Verlässlichkeitsfaktor empfohlen. „Nachteil“ aller fruchtbarkeitsbestimmenden Methoden ist, dass sie eine gewisse Disziplin voraussetzen – sowohl beim regelmäßigen Prüfen z.B. der Scheidenfeuchtigkeit, aber auch beim Einhalten der Abstinenz bzw. der Nutzung alternativer Methoden während der fruchtbaren Tage. Dabei ist auch die Kooperation des Partners entscheidend und notwendig.

Autor: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin