Temperaturmethode

Die Temperaturmethode ist eine Methode der natürlichen Empfängnisverhütung, bei der man durch Messung der zyklischen Schwankungen der Basaltemperatur die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau abzuschätzen versucht. Sie ist heute weitestgehend durch die sicherere symptothermale Methode ersetzt. Der Pearl-Index der Temperaturmethode beträgt 0,8 bis 3 .

Im Falle eines Kinderwunsches kann die Temperaturmethode angewendet werden, um die fruchtbaren Tage zu prognostizieren und so durch gezielten Geschlechtsverkehr die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung zu erhöhen. Jedoch ist auch hierfür die symptothermale Methode überlegen.

Grundlagen

Die Basaltemperatur ist einer vom Menstruationszyklus abhängigen periodischen Schwankung unterworfen und steigt kurz nach dem Eisprung um einige Zehntel Grad an (siehe Grafik). Die Temperaturmethode beruht darauf, durch Feststellen einer mindestens dreitägigen Temperaturerhöhung den Eisprung rückwirkend zu erkennen und somit auf die nun folgenden unfruchtbaren Tage zu schließen.

Infektionen, Fieber, Alkoholkonsum, Stress, Jetlag, Schlafmangel, Schichtarbeit und ähnliche Auslöser können ebenfalls zu Schwankungen der Basaltemperatur führen, so dass die alleinige Temperaturmessung den Eisprung nicht besonders zuverlässig bestimmen kann.

Die eigentliche Verhütung erfolgt durch Enthaltsamkeit während der potentiell fruchtbaren Phase.

Eine Weiterentwicklung der Temperaturmethode ist die symptothermale Methode, die zusätzlich gemäß der Billings-Methode charakteristische zyklische Veränderungen des Zervixschleims berücksichtigt und die Methodensicherheit signifikant steigert.

Vorgehensweise

Schematische Darstellung Temperaturmethode

Der

Beginn der unfruchtbaren Phase

wird durch mindestens drei aufeinanderfolgende Tage erhöhter Basaltemperatur bestimmt, wobei der letzte Messpunkt mindestens 0.2 °C über dem höchsten Punkt der vorausgehenden sechs Tage tieferer Temperatur liegen muss. Der in der Grafik eingezeichnete wahrscheinliche Tag des Eisprungs kann nur rückwirkend nach Erkennung der Temperaturerhöhung zugeordnet werden und schwankt von Zyklus zu Zyklus.

Das

Ende der unfruchtbaren Phase

liegt spätestens acht Tage vor dem ersten Tag erhöhter Temperatur in den vergangenen zwölf Zyklen (Grafik: Tag 14 - 8 = Tag 6 im nächsten Zyklus). Bei strenger und somit sicherer Auslegung der Temperaturmethode wird die gesamte erste Zyklushälfte als unsicher betrachtet, um auch ungewöhnlich frühe Ovulationen zu berücksichtigen.


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