Natürliche Methoden der Empfängnisverhütung

Der Menstruationszyklus (auch Ovarialzyklus, also die Entwicklung eines Follikels des Eierstocks) ist ein ungefähr einen Monat dauernder Vorgang im Körper der Frau. Als Beginn eines Menstruationszyklus ist der erste Tag der Monatsblutung festgelegt worden, weil die Blutung das deutlichste und sichtbare Symptom innerhalb des Zyklus ist. Der Zyklus endet nach der Definition am Tag vor dem Einsetzen der Blutung.

Im Verlauf eines Zyklus wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen (Desquamation) und anschließend wieder aufgebaut (Proliferation und Sekretion). Währenddessen wird im Eierstock ein Ei zur Befruchtung bereitgestellt (Follikelreifung) und so lange am Leben erhalten, bis ein befruchtetes Ei bei Eintritt einer Schwangerschaft selbst für seinen Erhalt sorgen kann (Gelbkörperphase). Gesteuert werden diese Vorgänge von Hypothalamus, Hypophyse und Ovar über verschiedene Hormone: Östrogen und Progesteron lösen die Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut aus. Diese sind die Hauptbestandteile der meisten Empfängnisverhütungspillen, weil mit ihrer Hilfe dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht werden kann und so ein Eisprung unterbleibt.

Der Zyklus wird in zwei Phasen unterteilt:

  • Der Abschnitt zwischen dem Eintritt der Menstruation und dem Eisprung wird als Desquamations- und Proliferationsphase oder Follikelphase bezeichnet und ist in seiner Dauer variabel.
  • Die Phase zwischen Eisprung und dem Beginn der nächsten Menstruation wird als Sekretions- oder Lutealphase bezeichnet. Sie dauert, relativ konstant, zwischen 12 und 16 Tagen.

Als „normal“ angesehen werden Zyklen, die 23 bis 35 Tage dauern. 5 % der Zyklen gesunder Frauen dauern länger als 35 Tage.

Der erste Menstruationszyklus im Leben einer Frau beginnt vor der ersten Regelblutung (Menarche) mit der Vorbereitung des ersten Eisprunges, der letzte endet mit der letzten Regelblutung (Menopause). Zwischen dem ersten und dem letzten folgt ein Zyklus dem vorherigen, wenn diese Folge nicht durch eine Schwangerschaft oder bestimmte Krankheiten unterbrochen wird.

Bei den „natürlichen Methoden“ der Empfängnisregelung, auch „natürliche Familienplanung“ oder „natürliche Empfängnisregelung“ genannt, werden die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau bestimmt, um während der unfruchtbaren Tage Geschlechtsverkehr ohne weitere Maßnahmen ausüben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird Enthaltsamkeit (Abstinenz) geübt oder bei Mix-Methoden werden andere Verhütungsmethoden angewendet, deren Sicherheit dann separat zu betrachten ist.

Die natürlichen Methoden müssen sich am Menstruationszyklus der Frau orientieren, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann prinzipiell immer fruchtbar ist. Die einzige natürliche Methode, die ein Mann aktiv ausüben kann, ist der Coitus interruptus, der jedoch in Bezug auf die Verhütung einer Empfängnis als extrem unsicher gilt.

Die Hormonmessung, Temperaturmethode, Billings-Methode und die kombinierte symptothermale Methode können durch Verhütungscomputer in der Anwendung und Interpretation der Ergebnisse unterstützt werden. Es gibt auch Programme und Online-Angebote, die eine Erfassung und automatische Auswertung der Messwerte auf Computern ermöglichen.

Hormon-Messung Messung der am Zyklus beteiligten Hormone mittels Teststreifen im morgendlichen Urin der Frau zur Bestimmung des Eisprungs
Methode Beschreibung Pearl-Index
5–6
Temperatur-Methode Beobachtung der morgendlichen Basaltemperatur zwecks Bestimmung der Ovulation 0,8–3
Billings-Methode Beobachtung der Beschaffenheit des Zervikalschleims zur Bestimmung des Ovulationszeitpunktes 5–15
Symptothermale Methode Kombinierte Auswertung von Temperatur und Schleim nach den Regeln der Arbeitsgruppe NFP 0,26–2,2
Knaus-Ogino

Geburtenkontrollkette

Kalendermethode, die die typischerweise fruchtbaren Tage aus dem Zyklus abschätzt; wird in der Dritten Welt in Form der Geburtenkontrollkette verwendet 9–40
Coitus interruptus Der Samenerguss des Mannes findet außerhalb der Scheide statt. Eine Unsicherheit der Methode besteht darin, dass bereits vor dem Erguss Spermien austreten können, oder dass sich der Mann zu spät zurückzieht. 4–18
LAM (Stillinfertilität) Bei der Lactational Amenorrhea Method (LAM) während der Stillzeit (1 bis 6 Monate nach der Geburt) wirkt das Hormon Prolaktin als Ovulationshemmer 2

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