Was für eine Pille ist Cerazette?

Cerazette® ist eine sogenannte Minipille. So werden alle Verhütungspillen genannt, die kein Östrogen enthalten, sondern nur ein Gestagen. Im Falle von Cerazette® ist das der Wirkstoff Desogestrel. Er ist wie alle anderen Gestagene auch ein enger Verwandter des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron.

Im Gegensatz zur klassischen Anti-Baby-Pille mit Östrogen-Anteil wirken die Gestagen-Pillen primär auf den Schleim im Muttermund der Gebärmutter. Der wird durch die Minipille zähflüssiger und damit fast undurchlässig für männliche Spermien. Die klassische Pille unterbindet hingegen die Heranreifung der Eizelle, setzt also viel früher an. Moderne Vertreter der Minipille, und dazu gehört auch Cerazette®, haben nun aber mittlerweile eine Doppelwirkung: Sie verdicken den Muttermundschleim und sie unterdrücken zusätzlich den Eisprung – zumindest in vielen Fällen. Damit liegen sie nach aktueller Datenlage in Sachen Sicherheit fast auf dem Niveau der klassischen Anti-Baby-Pille mit Östrogen.

Andere Nebenwirkungen als unter klassischer Anti-Baby-Pille

Normalerweise ist auch bei der Minipille eine regelmäßige und zeitgenaue Einnahme notwendig, um die Sicherheit nicht zu gefährden. Nach Herstellerangaben ist das im Falle von Cerazette® weniger schlimm. Demnach ist eine verspätete Einnahme um 12 Stunden kein Problem.

Wegen der geringeren Thrombosegefahr von Gestagen-Pillen werden Minipillen wie Cerazette® vor allem für Frauen über 35 Jahre, für Raucherinnen oder für Frauen mit Durchblutungsstörungen (Krampfadern, Bluthochdruck etc.) empfohlen. Im Gegensatz zur Anti-Baby-Pille mit Östrogen führt die Minipille häufiger zu Zwischenblutungen und zum Ausbleiben der Regelblutung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn