Für wen ist ein Diaphragma nicht die richtige Wahl?

Die meisten Frauen könnten problemlos mit einem Diaphragma verhüten. Gerade die ausschließliche Verwendung bei Bedarf kann in gesundheitlicher und emotionaler Hinsicht oft ein Vorteil sein. Wer aber immer ganz spontan sein und gleichzeitig möglichst wenig an Verhütung denken möchte, fährt mit dieser Methode wahrscheinlich nicht so gut.

Nur in wenigen Fällen ist eine Nutzung überhaupt nicht möglich

Bei einigen anatomischen Besonderheiten wie einer sogenannten Vagina duplex oder septa oder bestimmten Gebärmuttersenkungen, wo der Gummiring nicht richtig platziert werden kann, ist das Verhüten mit Diaphragma nicht möglich. Auch bei immer wiederkehrenden Scheiden- oder Harnwegsinfektionen wäre von einer Verwendung dieser Methode ggf. abzuraten. (Da das labile Milieu durch mechanische und chemische (Spermizid!) Effekte eventuell noch weiter gereizt wird). Im Fall einer Latexunverträglichkeit – auch von Seiten des Partners – kann man auch auf ein Diaphragma aus Silikon zurückgreifen (z.B. Milex Wide Seal Diaphragma®). Hierbei muss allerdings gesagt werden, dass eine echte Latexallergie recht selten ist und eventuelle Missempfindungen wie Jucken meist eher von einer Infektion oder Unverträglichkeit des Spermien tötenden Gels verursacht werden.

Es gibt noch zuverlässigere Methoden

Zu guter Letzt: Die Sicherheit des Diaphragmas (z.B. Ortho Diaphragma®) ist bei richtiger Anpassung und Verwendung hoch, allerdings gibt es z.B. mit der regulären Pille, der Hormonspirale, der Dreimonatsspritze  oder auch einer Sterilisation einige Mittel, die statistisch gesehen noch zuverlässiger verhüten. Wer also unter gar keinen Umständen schwanger werden möchte, wird wahrscheinlich mit einer Methode mit noch höherem Pearl-Index besser beraten sein.

Viele Frauenärzte sind mit dieser Methode leider nicht so vertraut

Verhüten mit Diaphragma bedarf vorab einer sorgfältigen Anpassung. Anders als in vielen anderen Ländern (z.B. USA, England etc.) sind hierzulande viele Frauenärzte nicht besonders vertraut mit dieser Methode und raten dann vielleicht aus vermeintlichen Sicherheitsgründen zu anderen Verhütungsmitteln. Hier sollte man sich nicht vorschnell umstimmen lassen. Wer die Vorteile des Diaphragmas für sich entdeckt hat, sollte ruhig hartnäckig bleiben (und ggf. kurz in verschiedenen Arztpraxen oder bei Pro familia anrufen und fragen, ob dort eine Anpassung möglich ist).

Autor: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin