Mythen zum Thema Fitness: Was ist dran?

Sit-up gegen den Bierbauch? Training auf nüchternen Magen? Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention nimmt gängige Mythen unter die Lupe.

Nüchtern zum Joggen?

Joggen - Fitness - TrainingspulsViele Sportler versprechen sich durch ein morgendliches Ausdauertraining in nüchternem Zustand eine größere Gewichtsabnahme im Vergleich zu einem Training nach einer Kohlenhydrat-haltigen Mahlzeit. Diese Annahme basiert auf der Meinung, dass bei nüchternem Training der relative Anteil der Fettverbrennung an den insgesamt verbrannten Kalorien höher sei. Studien sprechen zwar dafür, doch heißt das nicht, dass ein solches Training auch zu einer höheren Gewichtsreduktion führt. Denn bei einem Nüchtern-Training ist nur eine deutlich reduzierte Intensität und damit ein geringerer Gesamt-Energieverbrauch möglich. Zusätzlich birgt es die Gefahr einer Unter-zuckerung. Somit ist es viel wichtiger, seine Herzkreislauf-Leistungsfähigkeit zu verbessern, als auf eine „optimale“ Fettverbrennung zu achten.

Auf den richtigen Trainingspuls kommt es an?

Viele Gesundheitssportler gehen davon aus, dass es nur einen ganz bestimmten Pulsbereich gibt, bei dem die Pfunde purzeln. Dabei ist die Frage nach dem relativen Anteil der Fettverbrennung am Gesamtenergie-umsatz für das Abnehmen weniger wichtig als die Menge der insgesamt verbrauchten Kalorien – nicht zuletzt, weil die Intensität, bei der der höchste Fettstoffwechsel auftritt, sehr hohe Schwankungen von Tag zu Tag aufweist. Somit ist ein möglichst regelmäßiges Training in einem breiten Intensitätsspektrum effektiv.

Sit-up gegen den Bierbauch?

Hartnäckig hält sich die These, man könne durch gezielte Übungen Problemzonen „schöner trainieren“. Dies ist nicht möglich. Zwar lässt sich in aktiven Muskeln ein erhöhter Fettabbau nachweisen. Aber alles deutet darauf hin, dass sich die damit leerer gewordenen Fettdepots wieder auffüllen. Außerdem ist für eine sichtbare Fettreduktion die relativ lang anhaltende Arbeit von möglichst vielen, großen Muskelgruppen erforderlich. Optimal ist zum Beispiel Joggen, Walken oder Radfahren.

Joggen ruiniert die Knie?

Das Kniegelenk ist ein dynamisches „Organ“, das auf Reize mit Anpassung reagiert. Es liegen wissenschaftliche Hinweise vor, dass Joggen das Kniegelenk stärkt und vitaler macht. In einer der größten Studien zum Zusammenhang von Joggen und Kniearthrosen fanden die Forscher gerade bei denen, die am meisten laufen, das niedrigste Arthroserisiko.

Autorin: Cornelia Weber
Patienten Journal Reise & Gesundheit August 2015

Quelle: Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) am 6. und 7. September 2014 in Frankfurt am Main

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