Wie erklärt die Selfish-Brain-Theorie Übergewicht?

Neue wissenschaftliche Ansätze aus dem Bereich der Neurobiologie liefern Erkenntnisse zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Besonders wichtig ist dabei die Selfish-Brain-Theorie, die unter der Leitung von Achim Peters an der Universität Lübeck erdacht wurde.

Peters geht von einer Störung im Energiehaushalt des Gehirns aus. Dabei gilt das Gehirn als "selbstsüchtig", daher auch der Name der Theorie. Die sogenannte Selbstsucht des Gehirns besteht darin, dass es trotz seines (verglichen mit dem übrigen Körper) relativ geringen Volumens rund 50% des täglichen Gesamt-Glukose-Bedarfs für sich beansprucht. Auch wenn eine ausgeprägt körperliche Belastung vorhanden ist oder eine Gewichtsreduktion erfolgt, bleibt dies so.

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Wie funktioniert der Energiehaushalt im Gehirn?

Der starke Bedarf an Energie im Gehirn wird hormongesteuert bewerkstelligt. Man spricht auch von Allokation: Dem Körper wird Glukose entnommen und in das Gehirn geführt. Die Selfish-Brain-Theorie besagt, dass diese Allokation bei manchen Menschen versagt. Bestimmte Gehirnareale, die den Kreislauf von Blutzucker und Fett regulieren, weisen dabei Schäden auf. Dies führt dazu, dass die erforderliche Energie nicht dem Körper abverlangt wird, sondern durch vermehrte Aufnahme von Nahrung zugeführt wird - und das, obwohl der Organismus eigentlich mit Energie gesättigt ist. So entsteht ein Energiestau in der Lieferkette – der Mensch nimmt zu.

Autor: Fedor Singer

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