Ist die Mittelmeer-Diät empfehlenswert?

Der Ansatz der Mittelmeerdiät, die auch Kreta-Diät genannt wird, beruht auf folgender Tatsache: Studien haben gezeigt, dass die Bewohner am Mittelmeer, hier vor allem die Bewohner der Insel Kreta, eine besonders hohe Lebenserwartung haben und seltener an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems leiden als z.B. Nordeuropäer. Ob dies mit der dort üblichen Ernährung zusammenhängt, ist noch nicht abschließend geklärt. Jedenfalls ist man auf die Idee gekommen, mit der Ernährung nach Mittelmeer-Art nicht nur einen Beitrag zur Gesundheit zu leisten, sondern auch abzunehmen.

Was wird bei der Mittelmeerdiät verzehrt?

Bei dieser Diät wählen Sie gesunde Nahrungsmittel aus, die für das Mittelmeer typisch sind. Vor allem:

  • Gemüse
  • Fisch
  • wenig fettarmes Fleisch
  • Knoblauch
  • Brot
  • Olivenöl
  • wenig Rotwein

Weil Sie so an Süßigkeiten, süßem Gebäck, Wurst und Käse sparen, tut dies Ihrem Gewicht gut. Natürlich müssen Sie aber auch hier auf die Energiebilanz achten, d.h., die Energiezufuhr muss niedriger sein als der Energieverbrauch.

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Der Vorteil ist, dass Sie keine strengen Diätpläne einhalten müssen, sondern sich aus schmackhaften Speisen bedienen können. Die Rezepte aus dem Mittelmeerraum gelten als lecker und nicht zu kompliziert in der Zubereitung. Sogar ausgehen können Sie bei dieser Diät: Wählen Sie einfach ein Mittelmeer-Restaurant. Diese Ernährungsweise gilt als eine der gesündesten überhaupt.

Damit abzunehmen ist möglich, aber nicht garantiert. Man muss auf eine fettsparende Zubereitung achten und wenig Fleisch nehmen. Vorsicht ist geboten mit Diätbüchern: Nicht alle Vorschläge für Mittelmeer- oder Kreta-Diäten entsprechen auch wirklich der in diesem Raum üblichen Ernährung!

Welche Vorteile hat die Mittelmeerdiät?

Die Bewohner der Insel Kreta haben nachweislich sehr viel weniger mit Gefäß- und Krebserkrankungen zu kämpfen als die Menschen vieler anderer Regionen. Dabei ist auch die Lebenserwartung der Kreta-Bewohner höher. Es gibt weniger Fälle von Arteriosklerose, Krankheiten der Herzkranzgefäße und weniger Herzinfarkte. Daraus generiert sich die Überzeugung, dass die Ernährungsweise der Kreter gesund ist. Dies ist nicht zuletzt dem Olivenöl zu verdanken – es erhöht den Cholesterinspiegel nicht so stark. Es wird vermutet, dass die kretischen Oliven gesünder sind als andere, weil sie einen höheren Gehalt an Enzymen und Vitaminen haben.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Eine wissenschaftliche Studie in den 1990er Jahren hat Menschen nach einem Herzinfarkt in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe ernährte sich nach der Kreta-Diät, die andere nicht. Letztere bekamen mit größerer Wahrscheinlichkeit einen weiteren Infarkt oder andere Herzprobleme. Diese Studie zeigte aber auch, dass die Mittelmeer-Diät keinen Einfluss auf den BMI hat. Dies ist nur dann der Fall, wenn Sie gleichzeitig für ausreichend Bewegung sorgen, auf die Energiebilanz achten und vor allem den Fettkonsum einschränken.

Deutsche Ernährungsratgeber beinhalten häufig auch Vollkornprodukte als Teil der Mittelmeer-Diät, diese werden dort aber kaum gegessen. Die Mittelmeer-Diät liefert viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Vitamine und ist von daher eine ausgewogene Mischkost, die empfehlenswert ist – achten Sie aber auf das Reduzieren von Fett. Der Spaß am Essen geht mit dieser Diät nicht verloren.

Welche Nachteile hat die Mittelmeer-Diät?

Wahrscheinlich ist die höhere Lebenserwartung der Kreter nicht nur auf die Ernährung zurückzuführen, sondern auch auf andere Faktoren, die nur zum Teil bereits erforscht sind. Die Empfehlungen der Mittelmeer-Diät beruhen auf der Ernährung der Bergbauern der 1950er Jahre, die schwer körperlich zu arbeiten hatten. Kreter mit einer sitzenden beruflichen Tätigkeit sind mittlerweile auch sehr häufig übergewichtig. Außerdem ist diese Diät nicht für Menschen geeignet, die feste Regeln, einen festen Diätplan oder andere striktere Formen der Orientierung wünschen.

Wenn man die Mittelmeer-Diät durchführen will, darf man sich nicht am hiesigen Frühstück laben, denn dieses besteht aus Weißbrot, Blätterteighörnchen, Marmelade und Kaffee.

Ein Problem bei der Mittelmeer-Diät: Fett

Oft ist die traditionelle Ernährung auf Kreta sehr fettreich. Es lässt sich dabei nachweisen, dass andere europäische Völker auf bestimmten Chromosomen anders vorgeprägt sind – und von daher den Fettkonsum nicht so gut vertragen. Viele Kreter zeigen nach einer fettreichen Mahlzeit viel schneller eine Normalisierung des Blutfettwertes als Menschen, die aus Nordeuropa stammen. Diese hätten z.B. bei so viel Olivenöl viel häufiger Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu befürchten. Denken Sie also daran: Ohne ausdrückliche Fettreduzierung ist eine Mittelmeer-Diät zur Gewichtsreduktion nicht geeignet.

Autor: Fedor Singer

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