Welche Operationsformen zur Reduzierung von Übergewicht gibt es?

Zu den gängigen Methoden der sogenannten bariatrischen bzw. Adipositas-Chirurgie, bei der Ärzte dem Übergewicht mit operativen Mitteln zu Leibe rücken, zählen:

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  • Magenband (Gastric Banding)
  • Magenverkleinerung (Schlauchmagen)
  • Magenbypass
  • biliopankreatische Diversion
  • Magenband
  • (Magenballon)
  • weitere, ggf. kombinierte Formen

Als reine Schönheitsmaßnahmen ungeeignet

Diese operativen Behandlungsmaßnahmen sind grundsätzlich nicht risikolos und – je nach Verfahren – mitunter unumkehrbar. Aus diesem Grund kommen sie nur bei ausgeprägter Fettsucht (Adipositas) in Betracht, wenn konservative (nichtoperative) Therapieversuche erfolglos geblieben sind und ernste gesundheitliche Gefahren für den Übergewichtigen drohen. Als reine Schönheitsoperation taugen diese Eingriffe nicht.

Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie darf eine Adipositas-Operation bei Personen ab einem BMI von 40 kg/m2 angewendet werden oder bei einem BMI ≥ 35 kg/m2, wenn zusätzlich mindestens eine Begleiterkrankung wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck oder Schlafapnoe vorliegt. Wenn die OP bei einem bestehenden Diabetes hauptsächlich auf eine Verbesserung der Stoffwechsellage abzielt (sogenannte metabolische Chirurgie) und die Erkrankung mit anderen Maßnahmen nicht ausreichend kontrolliert werden kann, sind operative Eingriffe im Einzelfall auch schon unter 35 kg/m2 möglich.

In all diesen Fällen erfolgt auch eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

An erster Stelle stehen Schlauchmagen und Magenbypass

Üblicherweise kommt zunächst eine operative Verkleinerung des Magens (Schlauchmagen) oder ein Magenbypass in Frage, bei dem ein Teil des Magens und des anschließenden Dünndarms ausgeschaltet wird. Auch die sogenannte biliopankreatische Diversion ist ein bewährtes Verfahren, das zumindest international häufig durchgeführt wird, während es sich in Deutschland bisher weniger durchgesetzt hat. Dabei wird das Fassungsvermögen des Magens ähnlich wie beim Magenbypass verkleinert, wenn auch deutlich weniger stark. Dafür wird ein weitaus größerer Teil des Dünndarms von der Nahrungspassage ausgeschlossen.

Ein Magenband wird in der Regel, wenn überhaupt, nur bei einem BMI < 50 kg/m2 eingesetzt. Zwar ist der Eingriff relativ schonend und risikoarm; im Langzeitverlauf können jedoch Komplikationen auftreten, die eine erneute Operation erfordern. Außerdem sind die Ergebnisse weniger überzeugend als bei den anderen Verfahren. Daher wird das Magenband zunehmend weniger eingesetzt und muss im Einzelfall gut überlegt sein.

Auch mehrere Verfahren möglich

Der Magenballon erfordert keine Operation und ist daher nur in Klammern aufgeführt. Er wird über den Mund einführt und, im Magen angekommen, mit einer Kochsalzlösung befüllt. Dadurch kann weniger Nahrung aufgenommen werden, und Betroffene werden schneller satt.

Liegt der BMI über 50 kg/m2, sind auch Kombinationsverfahren bzw. abgestufte Konzepte möglich. Bei extrem adipösen Menschen kann es sinnvoll sein, zunächst einen kleineren Eingriff vorzunehmen und ihn später um eine ausgedehntere Operation zu erweitern.

Grundsätzlich sind bei der Wahl des geeigneten Verfahrens das Ausgangsgewicht sowie bestehende Begleiterkrankungen zu berücksichtigen. Auch Alter und Geschlecht und nicht zuletzt Ihre persönliche Präferenz spielen eine Rolle.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser, Eva Bauer (Ärztin)

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