Wie effektiv ist ein Magenbypass bei Adipositas?

Der Magenbypass ist eines der häufigsten Verfahren in der operativen Therapie von extremem Übergewicht (Adipositas). Studien bescheinigen ihm auch noch nach vielen Jahren anhaltende Erfolge.

Unterstützung beim Abnehmen

Dennoch kommt der Eingriff nicht für jeden infrage. Grundsätzlich wird eine Operation bei Adipositas erst dann erwogen, wenn andere Maßnahmen wie die Umstellung der Ernährung und des gesamten Lebensstils über Monate hinweg erfolglos bleiben. Außerdem müssen die Betroffenen stark übergewichtig sein und/oder bereits unter Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit leiden.

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und bei Ihnen eine Magenbypass-Operation geplant ist, könnten Sie dadurch in Ihren Bemühungen abzunehmen (die nach wie vor entscheidend für den langfristigen Erfolg sind) maßgeblich unterstützt werden. Die Ergebnisse beim Magenbypass, bei dem ein großer Teil des Magen und des anschließenden Dünndarms von der Nahrungspassage abgetrennt werden, können sich durchaus sehen lassen. So ist – statistisch gesehen – nach fünf Jahren mit einem Gewichtsverlust von ca. 60% zu rechnen. Ein bestehender Diabetes verbessert sich sogar bei 75% der Betroffenen.

Auch nach 12 Jahren noch wirksam

In den USA gibt es nun erstmals eine Studie, die die Effekte über zwölf Jahre hinweg beobachtet hat. Eingeschlossen wurden 1156 stark adipöse Menschen, von denen ein Teil einen sogenannten Roux-en-Y-Bypass erhielt, während die übrigen Probanden nicht operiert wurden.

Zielpunkte der Untersuchung waren der Gewichtsverlust sowie eine positive Beeinflussung typischer Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Beides wurde durch die Operation weitaus besser erreicht und aufrechterhalten als ohne sie. Was den Diabetes anbelangt, waren die Erfolge umso größer, je geringer der Behandlungsaufwand vor dem Eingriff war. Wer also bis dahin die Zuckerkrankheit allein mit Diätmaßnahmen in den Griff bekam, profitierte deutlicher als jemand, der bereits Medikamente dagegen einnahm.

Insofern wäre in Zukunft zu überlegen, die Operation nicht allzu lange hinauszuzögern und den Betroffenen, die dafür geeignet sind, frühzeitig anzubieten.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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