Für wen kommt ein Magenbypass in Frage?

Eine Operation bei starkem Übergewicht/Adipositas steht grundsätzlich nicht am Anfang der Behandlung und muss gut abgewogen werden. Manchen Betroffenen, bei denen andere therapeutische Ansätze versagt haben, kann damit allerdings effektiv und langfristig geholfen werden.

Wenn Verhaltensänderung alleine nicht reicht

Bevor eine Operation erwogen wird, stehen zunächst sogenannte konservative Maßnahmen an. Sie beinhalten eine umfassende Veränderung des Lebensstils in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Verhalten.

Erst wenn diese Ansätze bei extrem übergewichtigen Menschen mindestens ein halbes Jahr lang konsequent durchgezogen wurden und weitgehend erfolglos blieben, ist an einen chirurgischen Eingriff zu denken. Daneben sind manchmal auch Begleit- bzw. Folgeerkrankungen ausschlaggebend, wenn sie durch eine Operation verbessert oder gar geheilt werden könnten.

Zur Auswahl stehen verschiedene Verfahren, die jeweils unterschiedlich stark auf eine Gewichtsreduktion wie auch auf eine Verbesserung der gesamten Stoffwechsellage abzielen. Dadurch lässt sich insbesondere die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), unter der viele Übergewichtige leiden, positiv beeinflussen.

Je nach dem, welcher Aspekt im Vordergrund steht (Gewichtsreduktion oder Stoffwechsel), wird das passende Verfahren ausgewählt. Außerdem spielen BMI (Body-Mass-Index), Alter, Geschlecht und nicht zuletzt Ihre eigene Präferenz eine Rolle.

Sinnvoll bei Diabetes und Reflux

Der Magenbypass zählt zusammen mit dem sogenannten Schlauchmagen zu den am häufigsten angewandten Operationsverfahren in der Adipositaschirurgie.

Nach der Bypassoperation kommt es etwas häufiger zu Komplikationen, dafür ist der Effekt sowohl auf das Gewicht als auch auf den Stoffwechsel größer als beim Schlauchmagen und anderen Verfahren. Wer stark übergewichtig ist und zusätzlich an Diabetes erkrankt ist, kann daher von dem Eingriff deutlich profitieren.

Auch bei anderen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Störungen des Fettstoffwechsels kann der Magenbypass sinnvoll sein. Und schließlich wird er bei einer vorbestehenden Refluxerkrankung (Sodbrennen), bei der Magensaft in die Speiseröhre zurückschwappt und die Schleimhaut angreift, oft bevorzugt, da er sich auch hier positiv auswirkt.

Prüfung der Operabilität

Natürlich müssen auch bestimmte operative Voraussetzungen erfüllt sein. Beim Magenbypass wird eine Dünndarmschlinge vom Unterbauch zum Magen hochgezogen. Das ist kein kurzer Weg, der aber problemlos und ohne Spannung überbrückt werden muss, was z.B. bei Vernarbungen durch vorherige Operationen erschwert sein kann. Das zeigt sich allerdings manchmal erst direkt während des Eingriffs.

Welche Operation für Sie ggf. am besten geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt abhängig von der Ausgangslage, bestehenden Vorerkrankungen und Ihren eigenen Vorstellungen. Wenn die Bedingungen stimmen, lassen sich mit dem Magenbypass anhaltende Erfolge erzielen, die nach neueren Langzeitstudien noch jahrelang nachweisbar sind.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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