Wie wird der Eingriff beim Magenballon durchgeführt?

Es gibt zwei Typen des Magenballons. Wie der Eingriff abläuft, hängt von der jeweiligen Variante ab. Im folgenden erläutern wir kurz die beiden Verfahren.

Magenballon I: der Schluckballon

Dieser Magenballon wird, wie der Name schon sagt, vom Patienten geschluckt. Es handelt sich um eine länglich-ovale Kapsel, an der ein Schlauch befestigt ist. In diesem Ballon pumpt der Arzt dann rund 500 bis 700 Milliliter Kochsalzlösung. Anschließend wird der Schlauch entnommen. Der Magenballon ist nun zu groß, um in den Darm zu wandern.

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Manchmal werden zwei Magenballons auf diese Weise angebracht, weil so die spezifische Form des Magens besser ausgefüllt wird.

Magenballon II: der endoskopisch eingebrachte Magenballon

Ein Magenballon kann auch über eine Magenspiegelung (Gastroskopie) eingeführt werden. Dies wird häufiger praktiziert als der Schluckballon. Das Gastroskop, an dem eine Kamera, eine Lichtquelle und ein Schlauch befestigt sind, wird über den Mund und Rachenraum in die Speiseröhre und so in den Magen gebracht, sodass der Magenballon im Magen ankommt.

Dies hat den Vorteil, dass gleichzeitig Bilder vom Mageninneren auf dem Bildschirm des Arztes erscheinen. So kann überprüft werden, ob die Schleimhaut des Magens gesund ist und sich überhaupt für einen Magenballon eignet. An der Magenschleimhaut sollten nämlich keine entzündlichen Prozesse oder Geschwüre im Gange sein.

Häufig Übelkeit direkt danach

In beiden Fällen werden in der Regel Muskelrelaxantien (also muskelentspannende Mittel) und betäubende Präparate verabreicht, um das Schlucken zu erleichtern. Man wird dann als Patient noch ein bis zwei Stunden in der Praxis oder im Krankenhaus beobachtet, dann entlassen. Die Prozedur an sich benötigt ungefähr 20 bis 30 Minuten.

Oft bekommen die Betroffenen nach dem Einsetzen des Magenballons Übelkeit und Erbrechen. Dies kann einen Aufenthalt im Krankenhaus von wenigen Tagen erforderlich machen, um Flüssigkeit intravenös zu verabreichen.

Autor: Fedor Singer

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