Ist die Wirkung von Vitamin B gegen Stress wissenschaftlich gesichert?

Die Wirksamkeit von Einzelwirkstoffen gegen Stress wissenschaftlich zu testen, ist extrem schwierig, weil schon alleine die Objektivierbarkeit von Stress die Forscher vor enorme Probleme stellt. Wenn es dann auch noch um ein Vitamin geht, dass auch in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist, wird es besonders schwierig. Dennoch ist es australischen Wissenschaftlern jetzt gelungen, in einer kleinen Studie den Effekt von Vitamin B gegen Stressreaktionen nachzuweisen.

Komplexe Wirkung im Nervenstoffwechsel

Zum Hintergrund: Schon seit langem gelten Vitamine der B-Gruppe als mögliche Mittel gegen Stress und Überlastung. Denn die Vitamine spielen neben ihrer Beteiligung an zahlreichen Stoffwechselprozessen vor allem für den Energiehaushalt und die Nervenfunktion eine bedeutende Rolle. Bekannt ist auch, dass ein Mangel an Vitamin B die Anfälligkeit für höhere Erregbarkeit und depressive Verstimmungen erhöht. Und dass sich mit diesen Vitaminen auch Stressgefühle beeinflussen lassen, zeigten jetzt die Forscher der Universität Melbourne.

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An der Untersuchung nahmen 60 Personen teil. Sie erhielten über drei Monate entweder täglich ein hochdosiertes Vitamin-B-Präparat oder ein Plazebo (Scheinmedikament). Sowohl zu Beginn der Studie als auch nach den drei Monaten wurde das Stressniveau mit standardisierten Tests gemessen.

Das Ergebnis: Bei den Teilnehmern, die das Vitamin B eingenommen hatten, war das Stressniveau im Vergleich zur Plazebo-Gruppe um 20% gesenkt worden.

20%ige Stress-Reduktion durch Vitamin-B-Präparate

Auch wenn die Studie zu klein war, um daraus endgültige Rückschlüsse zu ziehen, werten die australischen Wissenschaftler das Ergebnis als Indiz, dass Vitamin B sich positiv auf Überlastungssymptome auswirkt. Eine Empfehlung für Vitamin-Präparate lässt sich daraus also nicht ableiten, eher schon für eine vitaminreiche Ernährung. Viel Vitamin B ist unter anderem enthalten in:

  • Milchprodukten
  • Vollkornprodukten
  • Fisch
  • Spinat

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund, November 2011