Was ist der Unterschied zwischen Eustress und Disstress?

Etwas vereinfacht gesprochen ist Eustress guter Stress und Disstress schlechter Stress. Hinter dieser Unterscheidung steckt die Beobachtung, dass Stress, der mit negativen Gefühlen einhergeht, sehr viel belastender für Körper und Seele ist als wenn der Grund für den Stress ein positiver ist.

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Das klingt zunächst einmal logisch, ist aber bei näherer Betrachtung tatsächlich bemerkenswert. Weil es verdeutlicht, dass das Ausmaß einer Stress-Situation gar nicht entscheidend ist. Entscheidend ist vielmehr, wie der Stress zustande kam und wie man sich dabei fühlt. Besonders ungünstig ist dabei, wenn die Stress-Situation ohne eigenes Zutun entstanden ist ("Sie müssen das bis zum 14. fertig haben.") oder wenn die zu leistenden Arbeiten definitiv nicht zu schaffen sind – man also schon von vornherein weiß, dass man scheitern wird.

Beispiele für guten Stress (Eustress):

Das klingt alles noch sehr theoretisch und wird anhand von Beispielen deutlicher: Typische Beispiele für Eustress sind:

  • Sie stehen kurz vor Abschluss eines beruflichen Projekts. Das Projekt haben Sie maßgeblich mitgestaltet und Sie sind sicher, dass es Erfolg bringen oder auf Anerkennung stoßen wird.
  • Sie wollen für Ihre Kinder einen Sandkasten im Garten bauen. Besonders bewandert sind Sie handwerklich nicht, deshalb dauert alles viel länger als Sie dachten. Aber Ihre Kinder freuen sich wie Schneekönige auf die Sandkiste.
  • Sie bereiten eine Rede für die bevorstehende Hochzeit eines Ihrer Kinder vor. Sie haben damit etwas zu spät angefangen und zeitlich wird es eng, aber Sie freuen sich jetzt schon über einige sehr gelungene Passagen.

Beispiele für schlechten Stress (Disstress):

  • Ihr Chef ist unzufrieden mit Ihnen. Sie sollen in kürzester Zeit ein Konzept erstellen, wie die Situation in Ihrer Abteilung zu verbessern ist. Ihrer Ansicht nach ist die Kritik völlig unberechtigt, weil die Probleme durch Ihren Chef selbst entstanden sind. Das können Sie aber nicht schreiben und sind deshalb nicht nur unter massivem Zeitdruck, sondern auch ratlos.
  • Sie mussten sich Arbeit mit ins Wochenende nehmen, weil Sie es anders nicht schaffen. Die Aufgabe, um die es geht, ist quälend, aber ein Muss. Den geplanten Tierparkbesuch mit Ihren Kindern mussten Sie absagen und haben deswegen nicht nur miese Laune, sondern zudem auch noch ein schlechtes Gewissen. Genau an diesem Tag geht morgens Ihr Wagen kaputt.

Es lauert das Post-Stress-Syndrom

Man muss kein Psychologe sein, um zu ahnen, dass der Körper mit diesen verschiedenen Stressformen auch völlig unterschiedlich umgeht. Und dass vor allem die letzteren alles andere als gesund sind. Es ist übrigens nachgewiesen, dass positiver Eustress sogar die Gesundheit fördern kann. Vermutlich, weil er anregend und belebend wirkt und die körpereigene Abwehr stärkt.

Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille: Wenn man nach einer länger anhaltenden Stressphase, und sei sie noch so positiv behaftet, endlich fertig ist und entspannt, wird man nicht selten krank. Weil die Alarmbereitschaft von Körper, Seele und nicht zuletzt dem Immunsystem plötzlich erschlafft. Post-Stress-Syndrom nennen das die Fachleute (post = danach). Ganz typisch zum Beispiel nach überstandenen Prüfungen, für die man lange gelernt hat.

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