Was ist eine Verstauchung?

Eine Verstauchung ist im Prinzip eine Bänderdehnung. Sie entsteht durch eine Verdrehung oder starke Überdehnung der Bänder eines Gelenks. Ein typisches Beispiel: Man springt irgendwo herunter und knickt beim Aufkommen mit dem Fuß um. Dann werden die Bänder des Sprunggelenks stark überdreht und gedehnt und eine Verstauchung kann die Folge sein.

Unterschied von Verstauchung und Bänderdehnung

Wann spricht man nun von Verstauchung, wann von Bänderriss? Die Übergänge sind fließend, oft werden die Begriffe in der Praxis auch vermischt. Etwas vereinfacht kann man sagen, dass bei einer Verstauchung die Drehung des Gelenks im Vordergrund steht, also das "Umknicken", wodurch oft auch die Gelenkkapsel in Mitleidenschaft gezogen, nämlich "gestaucht" wird. Bei der Bänderdehnung steht die Überdehnung im Mittelpunkt. Der Bänderriss ist dann praktisch die höchste Stufe der Verletzung.

Verstauchungen treten neben dem Fußgelenk vor allem am Handgelenk auf, zum Beispiel beim Hinfallen und Aufstützen. Aber auch am Kniegelenk sind sie möglich, und sogar an der Halswirbelsäule, zum Beispiel nach einem Auffahrunfall und plötzlichem Vor- und Rückkippen des Halses.

Ruhigstellen und Kühlen

Anzeichen für eine Verstauchung sind eine Schwellung und Schmerzen, oft auch ein sichtbarer Bluterguss. Allerdings gilt dies für die meisten anderen derartigen Verletzungen auch, insofern ist die Diagnose allein kaum zu stellen. Therapeutisch wichtig sind aber in jedem Fall sofortige Ruhigstellung des betroffenen Gelenks, Hochstellung und Kühlung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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