Heilt ein Bänderriss im oberen Sprunggelenk wieder komplett aus?

Meistens schon. In aller Regel wird der Fuß für etwa 5 Wochen in eine Schiene gepackt. Die Bänder wachsen dann von alleine wieder zusammen. Nach 12 Wochen sind Sie, wenn alles gut geht, wieder voll einsatzfähig.

Weiterhin auf wackeligen Füßen

Manchmal bleibt es aber nicht bei einem einmaligen Ereignis. Wenn die Bänder nicht stabil adaptieren, wenn sich Verwachsungen bilden oder zusätzlich auch der Knorpel beschädigt wurde, kann es langfristig zu einer Instabilität im Sprunggelenk kommen, die immer wieder zu Umknicktraumen mit Verletzung der Bänder führt. Daher werden Bandrupturen im oberen Sprunggelenk (OSG) in akute, chronische und sogenannte second-stage-Verletzungen eingeteilt. Das sind akute Risse, die nach vorherigen Verletzungen auftreten.

Eine chronische Instabilität entwickelt sind nach einem Außenbandriss im OSG bei bis zu 30% der Betroffenen. Vor allem aktive Sportler haben ein erhöhtes Risiko für längerfristige Probleme und wiederkehrende Bänderrisse. Andererseits ist gerade bei ihnen ein konsequentes physiotherapeutisches Training sehr erfolgversprechend.

Natürlich können auch Begleitverletzungen der Grund für anhaltende Beschwerden sein. Am häufigsten sind Läsionen der Gelenkkapsel. Aber auch Frakturen, Knorpel- und Sehnenschäden können die Heilung verzögern oder aufhalten.

Physiotherapie und Prävention sind das A&O

Aber keine Sorge. Insgesamt ist die Prognose bei einem Bänderriss gut. Das gilt sowohl für die konservative Behandlung mit Orthese als auch für die operative Versorgung. Allerdings erfolgt eine Operation in der Regel nur bei Begleitverletzungen oder Komplikationen, die die Prognose wiederum verschlechtern können. Aber auch hier ist man nach 10 bis 12 Wochen meist wieder voll einsatzfähig.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie sich an die ärztlichen Vorgaben halten und insbesondere die Physiotherapie nicht vernachlässigen. Koordinationstraining und eine gezielte Kräftigung der Muskulatur helfen, das Sprunggelenk zu stabilisieren und vor weiterem Schaden zu bewahren. Auch präventive Aufwärm- und Dehnübungen vor dem Sport sind vor allem Fußballern dringend zu empfehlen.

Wenn die Heilung doch nicht optimal verläuft, das Band wieder reißt oder eine Instabilität zurückbleibt, wird zunächst ein weiterer "konservativ-funktioneller" Therapieversuch mit gezieltem Training der Reflexe und der entsprechenden Muskeln unternommen. Wenn die Beschwerden danach noch immer anhalten, ist auch eine Operation in Erwägung zu ziehen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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