Wie wird ein Bänderriss im oberen Sprunggelenk behandelt?

Erst einmal heißt es: ruhigstellen, kühlen, hochlagern. Danach bekommen Sie in der Regel für mindestens 5 Wochen eine Schiene, mit der Sie aber ohne weiteres gehen können.

Ein Bänderriss im oberen Sprunggelenk (OSG) wird in den allermeisten Fällen konservativ behandelt, also nicht operiert. Eine Operation ist schweren Fällen und Komplikationen vorbehalten und hängt außerdem von der individuellen Vorgeschichte (z.B. frühere Bandverletzungen) und dem Alter des Betroffenen ab.

Abschwellende Maßnahmen

Direkt am Unfallort gilt das sogenannte PECH-Schema:

  • P: Pause
  • E: Eis
  • C: Compression
  • H: hochlagern

Vor allem Kühlung und Hochlagerung sind wichtig, um die Blutung und Schwellung zu verringern. Und natürlich sollten Sie jegliche Belastung einstellen. Aber das werden Sie schmerzbedingt ohnehin tun.

Mit Orthese können Sie normal gehen

Wenn Sie dann in der Klinik oder Praxis angekommen sind und die Diagnose sicher gestellt ist, bekommen Sie eine Orthese. Das ist eine Schiene, die Sie am Unterschenkel anlegen und für die nächsten Wochen tragen müssen.

Wenn die Schwellung am Anfang noch zu groß ist, muss Ihr Fuß unter Umständen erst für ein paar Tage in einem gespalteten Unterschenkelgips ruhiggestellt werden. In dieser Zeit dürfen Sie das Gelenk auch nicht belasten. Das bedeutet für Sie: Unterarmgehstützen und Thrombosespritzen, damit sich keine Blutgerinnsel im Bein bilden. Diese Gefahr besteht immer, wenn man sich eine Zeit lang wenig bewegen kann.

Wenn der Fuß dann in die Orthese passt, können Sie wieder loslegen – natürlich langsam und behutsam. Auftreten können Sie aber schon wieder voll. Die Schiene stabilisiert dabei Ihr Sprunggelenk und verhindert, dass Sie erneut umknicken.

Wenn Sie Schmerzen haben, verschaffen lokale Salben Linderung. Bei Bedarf können Sie Schmerztabletten schlucken, die auch gegen die Entzündung wirken.

Damit das Band nicht wieder reißt: Physiotherapie

Um Sie so schnell wie möglich wieder fit zu bekommen, beginnt auch gleich schon das Training in Form von Physiotherapie. Solange Sie noch die Orthese tragen, beschränkt es sich auf ein sogenanntes isometrisches Training. Im Gegensatz zum dynamischen werden die Muskeln hier lediglich angespannt, ohne sich zu verkürzen. Das funktioniert über Druck und Zug. Die Anspannung, die dabei entsteht, wird über einige Zeit gehalten, was nicht weniger anstrengend sein kann als dynamische Übungen.

Auch wenn Sie die Orthese wieder los sind, geht die Physiotherapie weiter. Jetzt wird gezielt die Muskulatur am Unterschenkel trainiert, Koordination und Eigenreflexe geschult.

Es ist wichtig, dass Sie die Physiotherapie konsequent durchziehen. Das Risiko, dass Sie sich in den nächsten Monaten erneut verletzen, wird dadurch gesenkt. Manchmal bleibt es nämlich nicht bei einem einzelnen Bänderriss. Wenn der Bandapparat instabil geworden ist und "ausleiert", besteht die Gefahr, immer wieder umzuknicken.

Das ist aber nicht die Regel. Meist heilt ein Bänderriss mit der entsprechenden Behandlung folgenlos aus, und Sie können schon bald wieder Ihrem Lieblingssport nachgehen. Aber passen Sie auf Ihr Sprunggelenk auf!

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)