Welche Bänder befinden sich im oberen Sprunggelenk?

Viele! Insgesamt sind sechs Bänder am Aufbau und der Stabilisierung des oberen Sprunggelenks (OSG) beteiligt, wobei eines davon aus mehreren Anteilen besteht.

Dass das kompliziert ist, hat durchaus seinen Grund. Denn die Bänder haben eine entscheidende Stütz- und Haltefunktion. Sie umgeben das gesamte Gelenk und spannen bzw. entspannen sich je nach Bewegung.

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Man unterscheidet beim Bandapparat des OSG drei Abschnitte:

  • Außenbänder
  • Innenbänder
  • Syndesmosenbänder

Am Außenknöchel verlaufen drei Bänder. Sie verbinden Wadenbein und Sprungbein vorne und hinten sowie Waden- und Fersenbein miteinander. Der Innenknöchel wird durch ein Band stabilisiert, das jedoch insgesamt vier Anteile hat. Sie ziehen vom Schienbein zum Sprung-, Fersen- und Kahnbein des Fußes.

Gefährdet sind vor allem die Außenbänder

Und schließlich gibt es noch die Syndesmosenbänder der sogenannten Malleolengabel. Schien- und Wadenbein umfassen das Sprungbein zangenförmig und bilden damit die Malleolengabel, was nichts anderes ist als der Außen- und Innenknöchel. Verbunden sind beide Unterschenkelknochen durch ein strammes Bindegewebe, die Syndesmose. Um sie zu fixieren, zieht vorne und hinten jeweils ein Syndesmosenband vom Schienbein zum Wadenbein.

Übrigens: Die meisten Strapazen haben die Außenbänder zu erleiden. Hier kommt es am weitaus häufigsten zu Bänderdehnungen, -zerrungen oder -rissen. Das liegt daran, dass der Fuß, vor allem beim Sport, besonders oft nach innen umknickt, was die Außenbänder belastet.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)