Welche ist die häufigste Sportverletzung im Sprunggelenk?

Bei Verletzungen des Sprunggelenks ist am häufigsten das Außenband im oberen Sprunggelenk betroffen. Entweder in Form einer Bänderdehnung oder eines Bänderrisses.

Die Außenbänder (genau genommen sind es nämlich drei) verbinden das untere Ende des Wadenbeins (Außenknöchel) mit dem Sprung- und dem Fersenbein des Fußes. Aufgrund ihrer Lage und Funktion sind sie stark beansprucht, vor allem bei Sportlern.

Risiko Nummer 1: Ballsportarten

Bänderriss oberes SprunggelenkBesonders gefährdet sind Volleyballer, Basketballer und Fußballer. Ballsportarten erfordern rasche Reaktionen mit oft abrupten Bewegungen. Außerdem kann der starke Körperkontakt und die Auseinandersetzung mit dem Gegner zu Verletzungen führen.

Ein Band reißt immer dann, wenn es über seine Kapazitäten hinaus gedehnt wird. Es ist ja genau die Aufgabe der Bänder rund um das Sprunggelenk, für Halt und Stabilität zu sorgen. Daher sind sie so angelegt, dass eine Kippung des Fußes nach außen und innen wie auch ein Anheben und Absenken nur bis zu einem gewissen Grad gewährt werden. Erzwingt eine Krafteinwirkung von außen ein größeres Bewegungsausmaß, halten die Bänder der Belastung nicht mehr Stand und reißen.

Erst eins, dann zwei, dann drei

Ganz typisch ist das Umknicken mit dem Fuß nach innen. Eine unglückliche Landung nach dem Sprung; ein gestrecktes Bein, das den Ball gerade noch vor der Linie retten will; ein Gegenspieler, der einem in die Quere kommt und dem man geschickt ausweichen will – und schon ist es passiert.

Die Bänder reißen dabei in der Regel nach einer bestimmten Reihenfolge. Als schwächstes ist am häufigsten das Band betroffen, das vorne das Waden- mit dem Sprungbein verbindet (> 85%). Sein hinteres Pendant ist dagegen weniger gefährdet (< 10%) und oft auch nur angerissen. Als nächstes ist vielmehr meist das Band vom Waden- zum Fersenbein dran (50-75%).

Übrigens ist das Innenband deutlich seltener verletzt. Das liegt daran, dass der Fuß weniger oft nach außen umknickt.

Operation nur in Ausnahmefällen

Die Therapie besteht meist in einer mehrwöchigen Schonung. Dabei werden die Betroffenen mit einer Orthese versorgt, die nur gewisse Bewegungen zulässt und ein wiederholtes Einknicken verhindert. Derart ausgestattet und gesichert kann man den Fuß voll belasten, sofern es die Schmerzen zulassen. Gegen sie helfen lokale Schmerzsalben und bei Bedarf Tabletten.

Eine Operation erfolgt nur in seltenen Fällen. Bei offenen Verletzungen, Komplikationen oder einer ausgeprägten Instabilität kann sie erforderlich sein. In der Regel wachsen die Bänder aber von alleine wieder zusammen.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn, Eva Bauer (Ärztin)

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